
Im Fokus stehen die Beziehungen zu den USA und Russland sowie neue Pläne zum Ukrainekrieg.
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Die AfD hat in zwei Positionspapieren ihre außenpolitische Strategie bezüglich der USA und Russlands dargelegt.
Die AfD konkretisiert in zwei Positionspapieren ihre außenpolitische Strategie. Im Fokus stehen die Beziehungen zu den USA und Russland. Besonders brisant sind die Pläne zum Ukrainekrieg.
Laut einem neuen Positionspapier unterstützt die AfD den außenpolitischen Kurs von US-Präsident Donald Trump, insbesondere seine Maßnahmen in Venezuela, Kuba, Grönland, am Panamakanal sowie gegen China.
In einem weiteren Papier fordert die Partei zudem eine enge Zusammenarbeit mit Russland. Die aufgekündigten kulturellen Beziehungen sowie die im Rahmen von Sanktionen gestoppten Energieimporte müssten wieder aufgenommen werden.
Um ein Ende des Ukrainekriegs zu erreichen, müsse Deutschland Waffenlieferungen stoppen und zusagen, dass die Ukraine weder Nato- noch EU-Mitglied wird.
Berlin. Vor den US-Zwischenwahlen am Dienstag stellt sich die AfD demonstrativ hinter den außenpolitischen Kurs von US-Präsident Donald Trump. In einem Positionspapier äußern die Außenpolitiker der Bundestagsfraktion Verständnis für das Bestreben Washingtons, seine „globale Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre“ und die Rohstoffversorgung zu sichern.
Die damit verbundenen Maßnahmen in Venezuela, Kuba, Grönland und am Panamakanal sowie gegen China seien berechtigt. „Wir begrüßen diese Neuausrichtung der US-amerikanischen Außenpolitik“, heißt es. Die Unterstützung ist jedoch an Bedingungen geknüpft.
Washington müsse seine globale Interventionspolitik aufgeben und sich „zur Erhaltung Europas als abendländischen Kulturraum“ bekennen.
Die AfD strebt nicht nur eine engere Zusammenarbeit mit Trump an. Bessere Beziehungen will die Fraktion auch zu Russland, wie ein zweites Papier zeigt, das die Außenpolitiker Markus Frohnmaier, Stefan Keuter und Gerold Otten am Montag in Berlin vorgestellt haben.
Dies steht im Kontrast zu Äußerungen von Parteivertretern in der Vergangenheit. So nannte Fraktionsvize Beatrix von Storch im Frühjahr den Krieg der USA und Israels gegen den Iran „problematisch“. Im November 2025 kritisierte Parteivorsitzende Alice Weidel die Reise mehrerer AfD-Politiker zu einer Konferenz im russischen Sotschi.
Die Fraktionsführung betont zwar immer wieder, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt zu haben. In dem aktuellen Russland-Papier der Außenpolitiker wird der Angriff im Februar 2022 aber nicht als völkerrechtswidrig benannt. Auch die russischen Kriegsverbrechen und Angriffe auf zivile Ziele finden keine Erwähnung.
AfD will Zugang zu Grönlands Ressourcen
Die US-amerikanische Außenpolitik wird von den AfD-Abgeordneten überwiegend unkritisch bewertet. Anfang Januar 2026 hatten US-Spezialkräfte Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen. Dies sei „unbenommen der völkerrechtlichen Bewertung realpolitisch nachvollziehbar“ gewesen, heißt es im AfD‑Papier. Unter der Übergangsregierung sicherten sich die USA anschließend weitreichenden Zugang zu venezolanischem Erdöl.
Auch auf die Kontrolle über den Panamakanal erhebt Trump Anspruch und versucht, den chinesischen Einfluss zurückzudrängen. Dabei gehe es um „legitime US-Interessen innerhalb der westlichen Hemisphäre und die Verhinderung eines übermäßigen chinesischen Einflusses“, schreiben die AfD‑Außenpolitiker. Panama lehnt eine amerikanische Kontrolle der Wasserstraße ab, vereinbarte aber eine engere Sicherheitskooperation mit Washington.
Für Grönland schlägt die AfD-Fraktion eine engere Zusammenarbeit mit Washington vor. Trump hatte Anfang 2025 viel Druck aufgebaut, um die Arktisinsel zu annektieren. Nach dem Abschluss eines neuen Sicherheitsabkommens im September 2026 zog er diese Pläne zurück.
Deutschland solle gemeinsam mit den USA und weiteren Partnern die Überwachung in der Luft, im Weltraum und auf See sowie den Schutz kritischer Infrastruktur verbessern, heißt es nun im AfD‑Papier. Außerdem fordert die AfD eine internationale Initiative, um „den Zugang zu den natürlichen Ressourcen Grönlands im Rahmen von Joint Ventures zu fördern“. Die grönländische Bevölkerung und ihre Institutionen sollten einbezogen werden.
Im Krieg Russlands gegen die Ukraine will die AfD Kiew zu Verhandlungen drängen. „Die deutschen Ukrainehilfen können hierfür ein mächtiger Hebel sein“, heißt es in dem Papier. Zugleich wollen die Abgeordneten, dass sich Deutschland „ukrainische Maximalpositionen nicht zu eigen machen“ solle. „Eine Wiedergewinnung sämtlicher Territorien, inklusive der Krim, ist unrealistisch“, heißt es in dem Papier.
AfD: Waffenlieferungen an die Ukraine beenden
Voraussetzung für eine Verhandlungslösung seien Vereinbarungen zur künftigen Sicherheitsordnung. „Die Ukraine darf weder Mitglied der Nato noch der Europäischen Union werden.“ Deutschland müsse gegen entsprechende Bestrebungen „sein Veto einlegen“. Zudem solle Berlin darauf hinwirken, „daß die Ukraine wieder ein neutraler Staat wird“.
Die Ukraine und ihr verbleibendes Territorium sollen an dem Krieg unbeteiligte Staaten wie Indien, Südafrika, Brasilien und Indonesien absichern. UN-Friedenstruppen würde die AfD begrüßen. Deutsche Sicherheitsgarantien und Soldaten in der Ukraine lehnt sie hingegen ab. Als Gegenleistung für bisherige Hilfen soll Deutschland sich nach Vorstellung der AfD den Zugang zu ukrainischen Rohstoffen wie seltenen Erden, Metallen und Gas sichern.
Die AfD fordert zudem die Wiederaufnahme russischer Energieimporte und die Aufhebung der Sanktionen, mit denen Deutschland und Europa auf den Ukrainekrieg reagiert haben. „Für Deutschland als ressourcenarmes Land sind Handel und Energieimporte aus Russland (…) grundsätzlich von Interesse“, heißt es. Die intakte Leitung von Nord Stream 2 solle in Betrieb genommen, die beschädigten Leitungen von Nord Stream 1 und 2 sollten repariert werden. Bei Explosionen nahe Bornholm waren 2022 die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 massiv beschädigt worden. Insgesamt gab es vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen.
Auch diplomatisch will die AfD auf Moskau zugehen. Auslandsvertretungen sollen voll besetzt, kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen „in vollem Umfang wieder aufgenommen“ werden. Genannt werden der Petersburger Dialog und das Russische Haus in Berlin.
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