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Waschbären sind ursprünglich aus Nordamerika stammend und gelten in Schleswig-Holstein als invasive Art ohne natürliche Feinde. Seit 2020 sind sie landesweit verbreitet, ausgenommen die Inseln. Ihre Ausbreitung wird als vom Menschen geschaffenes Problem angesehen.
Waschbären breiten sich zunehmend von Süden in den Norden Schleswig-Holsteins aus. Das erklärte das Landesamt für Umwelt (LfU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die kontinuierliche Zunahme der Waschbärpopulation lasse sich anhand der Jagdstrecken der vergangenen Jahre gut erkennen.
Der Waschbär könne eine Gefahr für Amphibien und Vögel darstellen, erklärte LfU-Sprecherin Vivien Matzen. Er könne vor allem lokal Bestände einheimischer, insbesondere seltener und stark gefährdeter Arten bedrohen. Seit 2020 sei die Art landesweit verbreitet, mit Ausnahme der Inseln.
Nach Angaben des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein wurden im Jagdjahr 2024/25 (bis Ende März 2025) 2.935 Waschbären gefangen oder erlegt. Der Schwerpunkt liege im Südosten des Bundeslandes. Im Kreis Herzogtum Lauenburg seien 1.850 Waschbären gezählt worden, in der Stadt Lübeck 327, sagte René Hartwig vom Landesjagdverband. Zuvor hatte der NDR über das Thema berichtet.
Tierart kommt aus Nordamerika
Waschbären (lateinisch Procyon lotor) kämen ursprünglich aus Nordamerika und seien hierzulande eine invasive Art, die keine natürlichen Feinde habe, sagte Hartwig. Auch er sieht in der sich schnell ausbreitenden Population ein Problem für die Artenvielfalt. Waschbären ernährten sich von allem, was sie bekommen könnten, kletterten auf Bäume und raubten Nester aus, suchten aber auch Fallobst oder weggeworfene Nahrungsmittel im Müll.
Vor allem Vögel und Bodenbrüter müssten vor ihnen geschützt werden. Aber auch für Kröten seien Waschbären eine Gefahr. Die Jäger im Land seien aufgefordert, Waschbären intensiv zu bejagen, erklärte Hartwig.
Man dürfe nicht vergessen, dass die Ausbreitung von Waschbären ein von Menschen geschaffenes Problem sei, sagte Carsten Pusch vom Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein. Die Art, die hier nicht heimisch sei, könne natürlich ein Problem für Bodenbrüter darstellen, wogegen man Maßnahmen ergreifen müsse. Pusch spricht sich allerdings für eine «sachliche, unaufgeregtere Auseinandersetzung» mit dem Thema aus.

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