
Ein 27-jähriger Doppelstaatsbürger soll ukrainische Militärinformationen an russische Agenten weitergegeben haben.
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Australien unterstützt die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs mit 1,8 Milliarden Dollar. Die Behörden beobachten eine zunehmende russische Einflussnahme im Land.
Australien hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der versucht haben soll, ukrainische Militärinformationen an russische Agenten weiterzugeben. Wie die australische Polizei am Freitag mitteilte, hatte der 27 Jahre alte australisch-russische Doppelstaatsbürger in Russland eine „militärnahe Ausbildung“ erhalten.
Danach habe er sich den Streitkräften in der Ukraine angeschlossen, um militärisch relevante Informationen zu sammeln. Diese habe er dann an Russland weitergegeben oder weitergeben wollen, wie die Polizeipräsidentin Krissy Barrett mitteilte. Der Mann wurde wegen „ausländischer Einflussnahme“ angeklagt, die in Australien mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft wird.
Den Angaben der australischen Polizei zufolge hatte der Beschuldigte Zugang zu Informationen über ukrainisches Armeepersonal, über Einheiten und Standorte erlangt. Der mutmaßliche Spion habe die Informationen, die er in der Ukraine erhalten hatte, an Personen weitergegeben oder weiterzugeben versucht, „von denen er glaubte, sie handelten im Auftrag russischer Geheimdienste“, so die Polizeichefin. Mutmaßlich habe dieses Verhalten „ein Risiko für die Sicherheit ukrainischer Armeeangehöriger geschaffen“. Barrett ergänzte: „Wir wollen nicht, dass Australien zu einem sicheren Hafen für Menschen wird, die im Auftrag anderer Länder ausländische Einmischung betreiben.“
Den Angaben nach hatte der arbeitslose Mann seine mutmaßlichen Vergehen sowohl auf australischem Boden als auch im Ausland begangen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass eine direkte Bedrohung für Australien vorgelegen habe. Der Fall werde vor dem Amtsgericht Brisbane verhandelt, in dessen Zuständigkeitsbereich der im Bundesstaat Victoria ansässige Mann am Donnerstag verhaltet worden war. Die Verhandlung wurde auf den 2. Oktober vertagt.
Darüber hinaus habe die Polizei mehrere Durchsuchungen durchgeführt und elektronische Geräte als mögliche Beweismittel sichergestellt. Es sei möglich, dass es weitere Festnahmen im Zusammenhang mit dem Fall geben könnte, sagte Barrett.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gehört Australien zu den Unterstützern Kiews. Es hat der australischen Presse zufolge der Ukraine in vier Jahren rund 1,8 Milliarden Dollar an militärischer, wirtschaftlicher und humanitärer Hilfe zukommen lassen. In Canberra hat gleichzeitig die Sorge über wachsende russische Einflussnahme zugenommen.
Im Jahr 2024 waren zwei in Russland geborene australische Staatsbürger festgenommen worden. Das Paar soll versucht haben, Staatsgeheimnisse zu sammeln und an Russland weiterzugeben. Im vergangenen Monat hatten Geheimdienstbehörden gewarnt, Hacker würden im Auftrag Russlands kritische australische Branchen wie Verteidigung, Kommunikation, Energie und Finanzen ins Visier nehmen.
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Gerichtsverhandlung am 2. Oktober in Brisbane.
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