
Angesichts schwächelnder Verkaufszahlen und hohem Konkurrenzdruck setzt VW künftig auf die Exportstrategie „In China, Beyond China“.
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Volkswagen hat sich mit seiner Produktion in China bislang auf den lokalen Markt fokussiert. Angesichts sinkender Verkaufszahlen und starker Konkurrenz ändert der Konzern nun die Strategie.
Volkswagen betonte in China lange, für den chinesischen Markt zu produzieren. Ihre China-Autos exportieren wollten die Wolfsburger anfangs nicht. Doch das ändert sich jetzt - aber warum?
Volkswagen will mehr aus China heraus exportieren. Foto: Katharina Kausche/dpa
Hefei. Angesichts der Schwäche des chinesischen Automarktes und mehr Konkurrenz aus der Volksrepublik im Ausland ändert der Volkswagen-Konzern seine China-Strategie. Statt dem bisherigen Motto „In China, for China“ (In China, für China) visieren die Wolfsburger mit „In China, Beyond China“ (In China und über China hinaus) nun Märkte außerhalb der Volksrepublik an, wie der Konzern im ostchinesischen Hefei mitteilte.
VW sprach von einer „entscheidenden Veränderung“, die China nicht nur als einen der wichtigsten Märkte des Konzerns, sondern auch als zentralen Innovations- und Exportknotenpunkt für sein globales Geschäft positioniere. Perspektivisch will Volkswagen so mit seinen Gemeinschaftsunternehmen in China mehr Märkte in Südostasien, dem südlichen Afrika und Südamerika bedienen. Im April hatte der Konzern im Rahmen der Automesse in China etwaige Pläne angedeutet.
VW visiert Globalen Süden an
Bereits jetzt exportiere Volkswagen Fahrzeuge aus China etwa in den Nahen Osten oder nach Kasachstan und Usbekistan, hieß es. Die in China entwickelte Technologie soll dabei die Grundlage jener für den Globalen Süden bestimmten Verbrenner, Elektro- oder Hybridautos sein. „Noch vor Ende dieses Jahrzehnts wird Südamerika die erste Region sein, die in China entwickelte Technologien in ihr lokales Portfolio aufnimmt“, versprach VW.
Volkswagen hatte sich mit seiner Produktion in China bislang auf den chinesischen Automarkt fokussiert. Exporte waren unter „In China, for China“ nicht unbedingt Teil des Plans. Doch neben dem hohen Konkurrenz- und Preisdruck chinesischer Marken bereitet nun auch der schwache Automarkt in China Probleme.
Lage in China schwierig
Jüngste Daten des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA für den Gesamtmarkt zeigen für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Rückgang der Verkaufszahlen um 21,7 Prozent. Als Konsequenz exportieren die Hersteller und drängen nach Europa aber auch in bislang weniger beachtete Märkte im Globalen Süden. Den CPCA-Daten zufolge sprangen die Exportzahlen im September um 73,7 Prozent nach oben.
Auch für Volkswagen ist das China-Geschäft schwierig: Im dritten Quartal sanken die Verkaufszahlen um 38,5 Prozent auf 405.800 Autos. Das Minus dort machte mehr als 80 Prozent des Gesamtrückgangs aus.
Warum VW aus China exportiert
Mit dem Strategiewechsel will Volkswagen deshalb nicht nur in anderen Märkten der chinesischen Konkurrenz trotzen, sondern auch neue Länder bedienen. „China exportiert Konkurrenzdruck“, hieß es aus Konzernkreisen. Mit Produkten aus Europa ginge das demnach nur schwer, weshalb VW aus China exportieren wolle.
Laut Europas größtem Autobauer ermöglicht die in China entwickelte Technologie den Export aus der Volksrepublik. In China profitiert VW von niedrigeren Entwicklungskosten und kürzeren Zeiten bis zum Markteintritt. Am Forschungs- und Entwicklungsstandort Hefei stellte der Konzern nun Vega vor. Das Technologiesystem sei das Ergebnis, Spitzentechnologien schneller und kosteneffizienter entwickeln, integrieren und skalieren zu können, erklärte VWs China-Chef Ralf Brandstätter laut Mitteilung.
Hinter Vega verbergen sich die in China entwickelten Elektronikarchitektur, Fahrzeugplattformen und Fahrerassistenzsystem. Laut Brandstätter werden damit die Wettbewerbsfähigkeit auf dem lokalen Markt gestärkt und neue Geschäftsmöglichkeiten über China hinaus eröffnet. Konzernchef Oliver Blume nannte China laut Mitteilung den „Innovationsmotor“ und zunehmend „Produkt- und Technologiezentrum für unsere globalen Märkte“. Erst am Vortag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Standort Hefei während seiner laufenden China-Reise besucht.
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Südamerika wird vor Ende des Jahrzehnts in China entwickelte Technologien in lokales Portfolio aufnehmen.
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