
Der schwedische Autohersteller Volvo Car baut rund sechs Prozent seiner Belegschaft ab. Grund sind massive Absatzrückgänge in China und US-Zölle.
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Volvo leidet unter dem drastischen Nachfragerückgang für westliche Autos in China sowie unter US-Importzöllen.
Frankfurt. Volvo Car baut weltweit weitere 2500 Stellen ab. Das teilte der schwedische Autohersteller am Freitag bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Gründe sind der Absatzrückgang in China und die Zölle in den USA, die die Sanierung des Konzerns erschweren.
Die Kürzungen entsprechen rund sechs Prozent der weltweiten Belegschaft. In Schweden fallen 2000 Stellen weg. Volvo will damit jährlich rund fünf Milliarden Kronen (etwa 450 Millionen Euro) einsparen. Das Programm kommt zu einer früheren Restrukturierung mit rund 3000 Stellen hinzu.
Die Aktie fiel in Stockholm zeitweise um mehr als 31 Prozent auf 9,70 Kronen. Am Vormittag legen die Papiere wieder knapp zu, notieren aber weiterhin 27 Prozent unter dem Vortagesschluss. In diesem Jahr hat das Papier mehr als zwei Drittel an Wert verloren.
Umsatz in China halbiert sich – auch in USA schwach
Konzernchef Hakan Samuelsson sagte im Interview mit Bloomberg Television: „Die Möglichkeit, im Westen entwickelte Autos in China zu verkaufen, ist mehr oder weniger verschwunden.“ Die Auslieferungen in China sanken im dritten Quartal um mehr als 40 Prozent. Der Umsatz dort halbierte sich im Jahresvergleich nahezu. Einheimische Marken dominieren bei Elektroautos, zudem schrumpft der Gesamtmarkt wegen einer Konsumkrise.
Im dritten Quartal wies Volvo einen operativen Verlust von 5,6 Milliarden Kronen aus, nach einem Gewinn von 6,4 Milliarden im Vorjahr. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Verlust gerechnet. Unter dem Strich stand ein Minus von 5,7 Milliarden Kronen (513 Millionen Euro), vor einem Jahr ein Gewinn von 4,5 Milliarden. Der Umsatz sank um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden Kronen. Volvo lieferte mit rund 141.300 Autos 11 Prozent weniger Fahrzeuge aus.
„Das dritte Quartal war sehr enttäuschend“, schrieb Samuelsson im Brief an die Aktionäre. Die Schwäche habe sich nicht nur in China, sondern auch in den USA gezeigt. Damit habe die Hälfte des Konzerns keinen Gewinnbeitrag geliefert. In den USA belasten die Einfuhrzölle auf EU-Autos und der Wegfall der Kaufanreize für Elektroautos. Anfang Oktober hatte Samuelsson den Jahresausblick zurückgenommen.
Volvo streicht Prognose – Aktie gibt deutlich nach
Analyst Philippe Houchois von Jefferies schrieb, Volvo habe mit dem Absatz in China und den USA die Erwartungen weit verfehlt. Der Mittelabfluss falle deutlich höher aus als befürchtet, das Unternehmen steuere auf eine Nettoverschuldung zu. JP-Morgan-Analyst Jose Asumendi sprach ebenfalls von einem schwachen Quartal.
Konkurrenz schwächelt auch
Volvo folgt Herstellern wie Volkswagen und BMW, die ebenfalls Kosten senken, um der chinesischen Konkurrenz zu begegnen. Auch Mercedes-Benz, BMW und Audi leiden in China unter hohem Wettbewerb und sinkenden Preisen.
Bis Ende des Jahrzehnts will Volvo sieben neue Modelle für westliche Märkte und sechs auf China zugeschnittene Modelle auf den Markt bringen. Zudem will der Konzern Technologie und andere Synergien mit dem Eigner Zhejiang Geely Holding stärker nutzen. Die Beziehung zu Geely sei ein „enormer Vorteil“, wenn es darum gehe, Autos für den Geschmack chinesischer Kunden zu entwickeln, sagte Samuelsson gegenüber Bloomberg TV.
In Europa steigerte Volvo den Absatz, obwohl auch dort chinesische Marken stärker werden. Der Vorstoß der EU, Hybrid-Importe aus China zu begrenzen, verschafft womöglich nur Zeit, da Marken wie BYD Fertigungen in der Region aufbauen.
Samuelsson führt den Konzern seit April 2025 wieder, nachdem er ihn bereits ein Jahrzehnt bis 2022 geleitet hatte. Er bereitet die Übergabe an den früheren Skoda-Chef Klaus Zellmer vor, der spätestens am 1. Oktober 2027 übernimmt. Die Belegschaft sank in den ersten neun Monaten im Schnitt auf rund 39.300 Beschäftigte, nach 43.000 im Vorjahreszeitraum. Der Lkw-Hersteller Volvo AB ist seit Jahrzehnten vom Autobauer getrennt.
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Klaus Zellmer übernimmt spätestens am 1. Oktober 2027 den Posten des Konzernchefs von Hakan Samuelsson.
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