
Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Julius Meinl und Ex-Verantwortliche der Meinl Bank wegen Verdachts der Untreue mit Schadenssumme von rund 150 Millionen Euro.
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Die Meinl Bank verlor 2019 ihre Banklizenz und wurde insolvent. Julius Meinl stand bereits 2009 im Visier der Justiz.
Wien. Die österreichische Justiz ermittelt gegen den früheren Bankier Julius Meinl und weitere Verantwortliche der ehemaligen Meinl Bank. Es geht um den Verdacht der Untreue, Veruntreuung und betrügerischen Krida mit einem mutmaßlichen Gesamtschaden von rund 150 Millionen Euro, wie die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Donnerstag mitteilte.
Zur Sicherung möglicher Gläubigeransprüche seien bereits mehrere Immobilien beschlagnahmt worden. Eine Stellungnahme von Meinl oder seinen Vertretern lag zunächst nicht vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Ermittlungen richten sich neben Meinl, den die WKStA als faktischen Entscheidungsträger bezeichnet, gegen frühere Vorstände, Aufsichtsräte und Mitarbeiter sowie beteiligte Unternehmen. Ihnen wird vorgeworfen, im Vorfeld der Insolvenz Vermögenswerte der Bank beiseitegeschafft zu haben. Konkret geht es laut WKStA unter anderem um Verkäufe unter Wert, Kredite an nahestehende Firmen, überhöhte Honorare für Meinl sowie die Verschiebung von Vermögen bei der karibischen Tochtergesellschaft und aus Meinls Privatbesitz.
Meinl war über Jahrzehnte das Gesicht der nach seiner Familie benannten Privatbank mit Sitz in der Wiener Innenstadt und zählte zu den bekanntesten Bankern Österreichs. Die frühere Meinl Bank verlor 2019 ihre Banklizenz und wurde später insolvent. Mit dem ursprünglichen Lebensmittel- und Feinkostgeschäft der Familie Meinl hat das Bankgeschäft nichts zu tun.
Der Spross der bekannten Unternehmerdynastie geriet bereits früher ins Visier der Justiz. 2009 wurde Meinl im Zusammenhang mit der Immobiliengesellschaft Meinl European Land (MEL) wegen des Verdachts des Anlagebetrugs vorübergehend festgenommen. Nach Bekanntwerden von Vorwürfen rund um nicht offengelegte Wertpapierrückkäufe war er Ende 2007 als Vorstandschef der Bank zurückgetreten, blieb jedoch Vorsitzender ihres Aufsichtsrats. Die Ermittlungen in der Causa wurden später eingestellt.

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