
Richter ordnet Haft wegen Fluchtgefahr im Zusammenhang mit dem Ueno-Bankenskandal an
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Die Digitalbank Ueno geriet nach jahrelangem Wachstum in eine schwere Krise, als die Eigenkapitalquote unter die Hälfte des vorgeschriebenen Mindestwertes fiel. Die paraguayische Zentralbank leitete ein Abwicklungsverfahren ein. Peña unterhielt bis Frühjahr 2025 Geschäftsbeziehungen zur Grupo Vázquez, zu der Ueno gehört, und hielt Anteile an der Konzernholding.
Erst verliert Santiago Peña sein Präsidentenamt, nun muss er in Haft. Die Justiz wirft ihm im Zusammenhang mit einem Bankenskandal schwere Rechtsverstöße vor.
Paraguays abgesetzter Präsident Santiago Peña ist im Zusammenhang mit dem Skandal um eine Bank in Untersuchungshaft genommen worden. „Es muss gewährleistet sein, dass er im Land bleibt“, sagte Richter Humberto Otazú nach einer Anhörung und ordnete die Unterbringung in einer Militärkaserne in der Hauptstadt Asunción an.
Auf einer Pressekonferenz begründete der Richter seine Entscheidung mit Fluchtgefahr und der möglichen Behinderung der Ermittlungen. Dabei habe er auch berücksichtigt, über welche Informationen Peña während seiner Amtszeit im Zusammenhang mit dem Bankenskandal und dem organisierten Verbrechen verfügt haben könnte.
Peña äußerte sich bei der Anhörung nicht zu den Vorwürfen. Sein Anwalt Ricardo Preda wies die Annahme einer Flucht- oder Verdunkelungsgefahr zurück – sein Mandant sei schließlich nicht mehr Präsident und könne daher auch nicht mehr auf Informationen aus dem Staatsapparat zugreifen. Preda bezeichnete die Untersuchungshaft als einschneidendste aller möglichen Sicherungsmaßnahmen.
Bankenskandal mit politischen Folgen
Die Staatsanwaltschaft hatte Peña wegen des Verdachts der Untreue und Selbstbegünstigung angeklagt. Zudem beantragte sie Untersuchungshaft sowie das Einfrieren seiner Vermögenswerte. Auch gegen den früheren Zentralbankchef Carlos Carvallo wird im Zusammenhang mit dem Skandal ermittelt. Ihm wird neben Untreue und Selbstbegünstigung auch Dokumentenfälschung vorgeworfen.
Der Fall ist Teil eines Skandals um die Digitalbank Ueno, die nach jahrelangem Wachstum in eine schwere Krise geriet. Paraguays Zentralbank leitete ein Abwicklungsverfahren ein, nachdem die Eigenkapitalquote des Geldinstituts unter die Hälfte des vorgeschriebenen Mindestwertes gefallen war. Zeitweise konnten Kunden nicht mehr auf ihre Konten zugreifen.
Peña unterhielt bis zum Frühjahr 2025 Geschäftsbeziehungen zur Grupo Vázquez, zu der die Ueno Bank gehört. Während seiner Präsidentschaft hielt er Anteile an der Konzernholding, hatte zudem Geld bei Ueno angelegt und eine Anleihe eines weiteren Konzernunternehmens. Zugleich legten staatliche Einrichtungen Geld bei der Bank an.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Peña Einfluss auf die Anlage öffentlicher Gelder bei Ueno genommen haben, obwohl er selbst geschäftlich mit dem Konzern verbunden war. Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte wies er zurück.
Am Freitag wurde Peña durch ein Amtsenthebungsverfahren des Parlaments als Präsident abgesetzt. Sein bisheriger Stellvertreter Pedro Alliana wurde als Nachfolger vereidigt und soll das Land bis August 2028 regieren.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Ermittlungen gegen Santiago Peña und Carlos Carvallo werden fortgesetzt und könnten zu einem Gerichtsverfahren führen.
Likely · Within months
Pedro Alliana wird Paraguay bis August 2028 regieren.
Very likely · Within months
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