BASF prüft Übernahme von Evonik
Der Chemiekonzern BASF hat Kontakt zu Evonik und der RAG-Stiftung aufgenommen, um eine mögliche Übernahme auszuloten.
Quick Look
- BASF zeigt Interesse an einer Übernahme des Spezialchemie-Unternehmens Evonik.
- Erste Gespräche mit dem Unternehmen und der RAG-Stiftung fanden statt, ein offizielles Angebot liegt jedoch noch nicht vor.
- Die Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursausschlägen.
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Why It Matters
Die deutsche Chemiebranche leidet unter hohen Energiepreisen und internationaler Konkurrenz. Evonik plant bereits den Abbau von 3200 Stellen.
Düsseldorf. Der Chemiekonzern BASF hat das Spezialchemie-Unternehmen Evonik mit Übernahmeplänen kontaktiert. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen von Beteiligten. Zuerst hatte die „Financial Times“ (FT) darüber berichtet.
Die Ludwigshafener sind sowohl an Evonik selbst wie auch den Hauptaktionär, die RAG‑Stiftung, herangetreten. Es liege aber kein Übernahmeangebot vor, heißt es in den Kreisen. BASF habe bereits Banken für eine mögliche Übernahme angesprochen.
Beide Aktien reagierten deutlich auf den Bericht. Während die BASF-Papiere um bis zu 2,8 Prozent nachgaben, legten die Titel von Evonik im MDax um bis zu elf Prozent zu. BASF kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 47 Milliarden Euro, während Evonik an der Börse zuletzt mit gut acht Milliarden Euro bewertet wurde.
Beide Unternehmen stecken, wie die gesamte Chemiebranche in Deutschland, in einer Krise. Hohe Energiepreise in Europa und die zunehmende Konkurrenz aus Asien setzen die Firmen unter Druck. Zuletzt hatte Evonik angekündigt, 3200 Stellen abbauen zu wollen – die Mehrzahl davon in Deutschland. Allerdings hatten Produktionsrückgänge in Asien durch fehlendes Öl und Gas im Zuge des Irankriegs den deutschen Chemiekonzernen zuletzt eine Sonderkonjunktur beschert.
Open Questions
- Wird BASF ein offizielles Übernahmeangebot unterbreiten?
- Wie reagiert die RAG-Stiftung auf die Avancen?




