Bau-Förderprogramm fast ausgeschöpft: 50.000 Wohnungen unterstützt
Das Bundesbauministerium hat fast 800 Millionen Euro für den Wohnungsbau vergeben. Eine Aufstockung der Mittel ist nicht geplant.
Quick Look
- Das Bundesbauministerium hat 50.000 Wohnungsbauprojekte mit fast 800 Millionen Euro gefördert, um den Bauüberhang zu reduzieren.
- Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten sind die Mittel nun nahezu vollständig ausgeschöpft; eine Aufstockung ist nicht vorgesehen.
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Why It Matters
Das Programm EH55-Plus sollte den Bauüberhang von 760.000 Wohnungen durch zinsverbilligte Kredite reduzieren. Fossile Energieträger sind von der Förderung ausgeschlossen.
Das Bauministerium hatte 800 Millionen Euro bereitgestellt, um genehmigte, aber noch nicht begonnene Bauvorhaben anzuschieben. Nach zähem Start ist das Fördergeld nun fast aufgezehrt.
Berlin. Seit Dezember 2025 hat das Bundesbauministerium von Verena Hubertz (SPD) 50.000 Wohnungen gefördert, die vorrangig den Bauüberhang verringern sollen. Der Bauüberhang umfasst genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Projekte.
Nach Angaben des Bundesbauministeriums sind von der ursprünglichen Fördersumme von 800 Millionen Euro noch rund 69 Millionen Euro übrig. Hubertz wertete die Förderzusagen als „starkes Signal“ für den Wohnungsbau. Eine Aufstockung der Mittel sei aber nicht mehr vorgesehen, machte die Ministerin am Mittwoch deutlich.
„Hinter dieser Zahl stehen Projekte, die längst genehmigt waren, aber nicht in die Umsetzung kamen“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch. „Mein Appell an alle Bauherrinnen und Bauherren: Wer ein genehmigtes Projekt in der Schublade hat, sollte jetzt schnell handeln.“
Vor dem Start der „EH55-Plus-Förderung“ hatte Hubertz im Interview mit dem Handelsblatt von einem bundesweiten Bauüberhang von etwa 760.000 Wohnungen gesprochen. Die SPD-Politikerin ging seinerzeit davon aus, dass das Geld für eine „hohe fünfstellige Zahl“ von Wohnungen reichen würde. Das wäre nach aktuellem Stand nicht erreicht.
Laut Statistischem Bundesamt betrug zum Jahresende 2025 der Bauüberhang 760.700 Wohnungen. Davon befanden sich jedoch 307.200 Wohnungen bereits im Bau.
Zunächst nur schleppender Verlauf
Bei EH55-Plus-Häusern geht es um Häuser, die 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen und bei denen die Wärmeversorgung vollständig mit erneuerbaren Energien erfolgt. Fossile Energieträger wie Gas und Öl sind damit ausgeschlossen. Sie kommen allenfalls noch über die förderfähige Fernwärme zum Einsatz.
Durch die anhaltende Baukrise wurden viele Bauprojekte gestoppt. Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das war der niedrigste Wert seit 2012. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen weniger.
Die Förderung begann am 16. Dezember 2025 und sollte ursprünglich Ende Juni auslaufen. Für die zinsverbilligten Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte die Bundesregierung einmalig 800 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zunächst war das Interesse mäßig. Mitte April waren noch 550 Millionen Euro im Budget. Deswegen war die Laufzeit verlängert worden. Auch der Zinssatz war gesenkt worden.
Dass das Programm zunächst nur schleppend lief, führten Experten auf die Auflagen für die Energieeffizienz, die Ungewissheit beim Zinssatz, das gedeckelte Darlehen von 150.000 Euro je Wohnung und schwierige Antragsbedingungen zurück. Es muss zum Zeitpunkt der Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Mit dem Bauvorhaben darf jedoch noch nicht begonnen worden sein.
Neue Fördersystematik in Vorbereitung
Derzeit arbeitet die Bundesregierung an einem neuen Fördersystem. Künftig soll es grundsätzlich nur noch zwei Fördersäulen geben, eine für den Neubau, eine für Sanierungen. Das Konzept hatte Hubertz für 2026 angekündigt, es steht aber noch aus.
Am Mittwoch kündigte die Bauministerin Zinsverbesserungen beim Förderprogramm „Wohneigentum für Familien“ (WEF) an, das sich an Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind richtet, die klimafreundlich bauen wollen. Die zu erreichende Effizienzhausstufe liegt bei 40. Die maximale Kredithöhe beträgt 270.000 Euro.
Die Konditionen seien „deutlich“ verbessert worden, sagte Hubertz. „Über eine Laufzeit von 35 Jahren und bei zehnjähriger Zinsbindung beträgt der Effektivzinssatz nun ein Prozent.“ Zuvor hatte der Zinssatz laut KfW bei 1,17 Prozent gelegen.
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Einführung einer neuen Fördersystematik mit zwei Säulen im Jahr 2026.
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