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Die eigenständige Tochter Ruveon übernimmt das Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter in den USA. Das hat auch mit der dortigen Klagewelle zu tun. Bert Fröndhoff 02.07.2026 - 02:05 Uhr Artikel anhören
Das Bayer-Logo: Das Unternehmen zieht den Antrag auf Genehmigung eines Teils seines milliardenschweren Glyphosat-Vergleichspakets zurück. Foto: AFP
Düsseldorf. Die Bayer AG bündelt das Geschäft mit dem Unkrautvernichter Glyphosat in den USA in einem neuen Unternehmen. Die Leverkusener haben dazu eine Tochtergesellschaft namens Ruveon gegründet. Ziel sei es, das Geschäft „optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten“, teilte Bayer am Donnerstag mit. Das Glyphosat-Geschäft außerhalb der USA ist nicht Teil der Ausgliederung.
Der Konzern vollzieht damit den nächsten Schritt im Umgang mit dem umstrittenen Unkrautvernichter, den er seit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto im Portfolio hat. Glyphosat hat Bayer in den USA wegen der Vorwürfe von Krebsgefahren eine Klagewelle mit milliardenschweren finanziellen Folgen eingebracht. Bis Ende 2026 will der Konzern diese Risiken deutlich senken.
Zugleich ist das Geschäft mit Glyphosat für Bayer in den vergangenen Jahren wenig attraktiv geworden. Das Produkt besitzt keinen Patentschutz und ist einer starken Konkurrenz durch Billiganbieter aus China ausgesetzt. 2025 sank der Umsatz, den Bayer weltweit mit Glyphosat macht, auf nur noch 2,5 Milliarden Euro – bei bescheidenen Margen, wie es in Unternehmenskreisen heißt.
Wie viel davon auf das künftig ausgegliederte US‑Geschäft entfallen, ist nicht bekannt. Neben der US-Landwirtschaft wird das Mittel vor allem von brasilianischen Farmern eingesetzt. Das Geschäft in Lateinamerika verbleibt in der Agrarsparte Crop Science von Bayer.
Bayer begründet die Ausgliederung mit der Neuausrichtung von Crop Science, die mit einem Fünfjahres-Plan ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Als eigenständige Einheit könne Ruveon in einem durch Nachahmerwettbewerb geprägten Markt besser agieren, teilte der Konzern mit.
Glyphosathaltiger Unkrautvernichter Roundup: Das Mittel ist wegen angeblicher Krebsgefahren umstritten. Foto: dpa
Dass Bayer nur das Glyphosatgeschäft in den USA ausgliedert, hat aber noch andere Gründe. Es ist auch Teil der Strategie, den Konzern endlich von den Lasten der Glyphosat-Klagerisiken zu befreien und den Börsenwert zu steigern.
Vorstandschef Bill Anderson will eine Struktur herbeiführen, die Investoren und Analysten wieder eine sichere Basis für die Bewertung der Aktie verschafft. Die Verschiebung des US-Glyphosatgeschäfts in eine neue Einheit könnte dabei helfen. Der Schritt bringt Bayer auch in die Lage, sich womöglich schnell von dem Produkt zu trennen.
Anderson hatte mehrfach unterstrichen, dass Bayer die Glyphosat-Produktion in den USA einstellen werde, wenn die Rechtsrisiken nicht eingedämmt werden. Der Konzern hat seit 2018 bereits deutlich mehr als elf Milliarden Euro für außergerichtliche Vergleiche und Schadenersatz gezahlt.
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Bayer erhöht mit neuer Frist Druck auf Glyphosatkläger
Aktuell liegen noch 67.000 Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren durch das Produkt vor. Bayer will sie über einen außergerichtlichen Vergleich loswerden, für den der Konzern weitere 7,25 Milliarden Dollar bereitstellt. Das Management steckt derzeit in der Schlussphase der Verhandlungen mit den Klägern und ihren Anwälten. Bis 19. August soll der Vergleich festgezurrt werden.
Gestärkt sieht sich Bayer dabei durch den Sieg vor dem US Supreme Court vorige Woche. Das Urteil der obersten Richter der USA hat einem Großteil der Klagen die juristische Basis entzogen. In Rechtskreisen wird damit gerechnet, dass deswegen weitere Kläger das Vergleichsangebot von Bayer doch noch annehmen werden.
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Durch die Ausgliederung schafft Bayer in den USA eine neue Konstellation: Während das komplette operative Geschäft mit Glyphosat künftig bei Ruveon liegt, verbleiben die Klagerisiken bei der weiter bestehenden Bayer-Tochter Monsanto Company. Gegen sie richten sich alle Ansprüche der Kläger.
Allerdings besitzt die intern sogenannte MonCo keine Vermögensgegenstände. Bayer könnte für die MonCo ein Insolvenzverfahren beantragen, sollte der außergerichtliche Vergleich scheitern und damit neue Gerichtsprozesse mit möglichen Schadenersatz-Zahlungen drohen. Diese Option hält sich der Konzern nach Angaben von Insidern weiterhin offen.
» Lesen Sie auch: Durchbruch für Bayer – der zweite Sieger sitzt im Weißen Haus
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