Bayerische Bauindustrie und VdW fordern Bauvorschriften-Vereinfachung trotz Rekordförderung
Quick Look
- Trotz staatlicher Zuschüsse in Rekordhöhe kommt der Wohnungsbau in Bayern nicht in Gang.
- Bayerische Bauindustrie und der Verband der Wohnungsunternehmen fordern in einem Zehn-Punkte-Programm eine grundlegende Vereinfachung der Bauvorschriften und -verwaltung, um das Bauen billiger zu machen und die Arbeit der Baubehörden zu beschleunigen.
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Why It Matters
Der Wohnungsbau in Bayern kommt trotz staatlicher Zuschüsse in Rekordhöhe nicht in Gang. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 47.359 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Trendwende wird auch in diesem Jahr nicht erwartet.
Der Wohnungsbau im Freistaat kommt nach Einschätzung zweier großer Branchenverbände trotz staatlicher Zuschüsse in Rekordhöhe nicht in Gang. Bayerische Bauindustrie und der Verband der Wohnungsunternehmen (VdW) fordern daher in einem Zehn-Punkte-Programm eine grundlegende Vereinfachung der Bauvorschriften und -verwaltung, um das Bauen wieder billiger zu machen und die Arbeit der Baubehörden zu beschleunigen. Anlass der Veröffentlichung ist die heute in München beginnende Immobilienmesse Expo Real.
Geld allein hilft nicht
Die zwei Verbände verwiesen auf die amtlichen Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden in Bayern lediglich 47.359 Wohnungen fertiggestellt, das waren knapp 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Trendwende wird auch in diesem Jahr nicht erwartet. Dabei fördern Staatsregierung und Bund den Wohnungsbau in Bayern in diesem und im nächsten Jahr mit insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Nach Schätzungen von Fachleuten müssten in Bayern pro Jahr etwa 70.000 Wohnungen neu gebaut werden, um den Bedarf zu decken.
«Bezahlbares Wohnen ist kein Wunsch, sondern eine Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort Bayern», sagte VdW-Direktor HansMaier. Die zehn Punkte richten sich teils an den Bund, teils an die Staatsregierung, teils an die Kommunen.
Auch die Kommunen sollen ihren Teil beitragen
An erster Stelle steht die Forderung an die Kommunen, die vom Bund «Bauturbo» genannte Vereinfachung des Baugesetzbuchs tatsächlich anzuwenden und neues Bauland schneller auszuweisen. Städte und Gemeinden sollen demnach Baugrundstücke nicht mehr mit Höchstpreis an den Meistbietenden verkaufen, sondern orientiert am Konzept für die Entstehung bezahlbarer Wohnungen.
Der Bund soll den privaten Wohnungsbau durch Steuervorteile wieder attraktiver machen. Angesichts des Auf und Ab bei der staatlichen Wohnungsbauförderung in den vergangenen Jahren fordern die zwei Verbände zudem verlässliche Förderbedingungen, die nicht kurzfristig wieder geändert werden. «Rekordfördermittel allein lösen den Wohnraummangelnicht», heißt es in dem Papier. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren der Baubehörden sollen von Grund auf digitalisiert und beschleunigt werden. Daneben stehen noch mehrere weitere Punkte.
Open Questions
- Wie genau sollen die Steuervorteile für den privaten Wohnungsbau aussehen?
- Welche konkreten Schritte planen Kommunen zur Ausweisung von Bauland?
- Wie soll die Digitalisierung der Planungs- und Genehmigungsverfahren technisch umgesetzt werden?





