Belgischer Fußballverband verweigert Unterstützung für Fifa-Präsident Infantino
Wegen mangelnder Transparenz und der Balogun-Affäre bei der WM stellt sich der belgische Verband gegen eine Wiederwahl von Gianni Infantino.
Quick Look
- Der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) unterstützt Gianni Infantinos Fifa-Präsidentschaftskandidatur nicht.
- Grund sind mangelnde Transparenz bei Finanzprojekten und der umstrittene WM-Einsatz von Folarin Balogun nach Intervention von Donald Trump.
AI-generated summary
Why It Matters
Der belgische Verband kritisiert mangelnde Transparenz bei Fifa-Projekten und die Aussetzung einer Sperre für Folarin Balogun nach Intervention von Donald Trump.
Der belgische Fußballverband gab am Montag bekannt, dass er Gianni Infantino bei dessen Bewerbung um eine weitere Amtszeit als Fifa-Präsident nicht unterstützen werde. Die Gründe lägen in mangelnder Transparenz, unzureichender Verbandsführung sowie im Vorfall bei der WM um Donald Trump und US-Stürmer Folarin Balogun.
Infantino steht als Chef des Weltfußballverbands zunehmend unter Druck. Die Fifa erklärte jedoch am Sonntag, dass Infantino bei den Wahlen im kommenden Jahr erneut kandidieren wolle. Es wäre seine letzte Amtszeit bis 2031.
Der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) erklärte nun in einer Stellungnahme, seine Entscheidung gegen eine Unterstützung Infantinos hänge damit zusammen, dass die Fifa im Fall „Fifa Forward Enterprise“ (FFE) und der Balogun-Affäre „keine Transparenz gezeigt“ habe.
Im Rahmen des FFE-Projekts wollte Infantino Anteile an der Weltmeisterschaft für 4,2 Milliarden Dollar an Private-Equity-Investoren verkaufen. Nachdem der Plan Ende Juli öffentlich geworden war und extern wie intern auf massive Kritik gestoßen war, zog die Fifa ihn bereits am 1. August wieder zurück.
„Dies wirft Fragen hinsichtlich der Transparenz auf“
„In dieser Angelegenheit wurden eine Reihe wichtiger Entscheidungen und Bewertungen nicht ausreichend begründet“, erklärte der belgische Verband: „Dies wirft Fragen hinsichtlich der Transparenz und der Verbandsführung dieses Prozesses auf. Wir stehen weiterhin in engem Kontakt mit der Uefa und bemühen uns gemeinsam um klare Antworten zum Entscheidungsprozess und zu den nächsten Schritten.“
Europas Fußball-Dachverband gehört zu den schärfsten Kritikern Infantinos. Die Uefa erklärte, das Vertrauen in ihn verloren zu haben, und hatte sogar mit einem Boykott von Fifa-Turnieren, einschließlich der WM, gedroht. Mehrere nationale Verbände, darunter England, haben ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl bereits zurückgezogen. Nun folgte Belgien, das bei der WM direkt von einer Fifa-Entscheidung betroffen war.
Im Fall Balogun kritisierte der belgische Verband, dass die Fifa bislang keine zufriedenstellenden Erklärungen geliefert habe, warum die Entscheidung getroffen wurde und wie ähnliche Fälle künftig behandelt werden sollen.
Fall Balogun soll vor den Fifa-Rat
Nachdem US-Präsident Donald Trump Infantino kontaktiert hatte, wurde eine eigentlich fällige Ein-Spiel-Sperre für Baloguns Platzverweis ausgesetzt. Dadurch konnte der Spieler im Achtelfinale gegen Belgien antreten. Die Europäer gewannen dennoch 4:1, die belgischen Spieler waren durch einen der größten Eklats der Turniergeschichte offenbar zusätzlich motiviert.
„Zwei Monate nach den Ereignissen müssen wir feststellen, dass unsere Fragen bis heute unbeantwortet geblieben sind“, sagte RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme. „Angesichts der Bedeutung von Transparenz und Klarheit für alle Beteiligten fordern wir die nötigen Erklärungen. Zugleich möchten wir prüfen, wo Verbesserungen der bestehenden Prozesse möglich sind, damit vergleichbare Fälle künftig klar, einheitlich und effizient behandelt werden können.“
Der belgische Verband hat die Fifa inzwischen aufgefordert, den Fall Balogun auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Fifa-Rats am 15. Oktober zu setzen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Diskussion des Falls Balogun im Fifa-Rat am 15. Oktober.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie wird der Fifa-Rat auf die Forderung Belgiens reagieren?
- Werden weitere Verbände ihre Unterstützung zurückziehen?
