Bilfinger streicht weltweit 1500 Stellen und senkt Prognose
Der Industriedienstleister gibt die Hoffnung auf eine Aufholjagd im zweiten Halbjahr auf und reagiert mit dem Sparprogramm „Agile“ auf anhaltende Belastungen.
Quick Look
- Der Industriedienstleister Bilfinger streicht weltweit 1500 Arbeitsplätze und kappt seine Prognosen für das laufende Jahr.
- Grund für die schlechte Geschäftsentwicklung ist der anhaltende Konflikt im Nahen Osten.
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Why It Matters
Der Industriedienstleister leidet unter den Nachwirkungen des Iran-Krieges und der Zurückhaltung der Kunden bei Aufträgen.
München. Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger gibt die Hoffnung auf eine Aufholjagd im zweiten Halbjahr auf und streicht deshalb weltweit 1500 Arbeitsplätze. Die Entwicklung sei im Sommer deutlich hinter den ursprünglichen Annahmen zurückgeblieben, weil der Iran-Krieg länger dauere als gedacht, räumte Bilfinger am Mittwochabend ein.
Der Krieg hatte Bilfinger in diesem Jahr gebremst, Vorstandschef Thomas Schulz hatte aber auf eine Belebung des Geschäfts gesetzt, etwa durch den Wiederaufbau der Infrastruktur im Nahen Osten. Die Kunden hätten sich aber auch im dritten Quartal zurückgehalten – sowohl bei Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen. Das drücke auf die Renditen, weil Mitarbeiter nicht ausgelastet seien.
Mit einem Sparprogramm namens „Agile“ will sich Bilfinger nun dagegen stemmen. Es gehe um „die Anpassung von Kapazitäten an veränderte Marktbedingungen“, die ohnehin geplant gewesen sei, nun aber vorgezogen werde. Damit „erhöhen wir die Flexibilität unserer Organisation, um auf Marktveränderungen – wie den anhaltenden Konflikt im Mittleren Osten – künftig schneller und unabhängiger reagieren zu können“, sagte Schulz.
Die Streichung von weltweit 1500 der 31.000 Stellen dezimiert den Gewinn in diesem Jahr aber um 75 Millionen Euro, die im vierten Quartal als Rückstellungen gebucht werden. Von 2028 soll das Programm dann 75 Millionen Euro mehr Gewinn im Jahr bringen.
Für 2026 rechnet Bilfinger nur noch mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 (bisher 5,4 bis 5,9) Milliarden Euro. Die Umsatzrendite vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) soll aber nur noch zwischen 3,2 und 3,6 Prozent liegen. Bisher hatte Bilfinger 5,8 Prozent angepeilt. Auch ohne die Kosten für „Agile“ würde die Marge aber mit 4,6 bis 5,0 Prozent hinter dem bisherigen Zielwert hinterherhinken.
Die Mittelfristziele blieben unverändert, erklärte Bilfinger: Bis 2030 soll der Umsatz pro Jahr – auch mit Hilfe von Zukäufen – im Schnitt um acht bis zehn Prozent zulegen. Die Ebita-Marge soll dann zwischen acht und neun Prozent liegen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Buchung von 75 Millionen Euro Rückstellungen im vierten Quartal
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