Buchmesse: Buchbranche warnt vor Folgen der Leseschwäche unter Jungen
Der Vorsteher des Börsenvereins, Sebastian Guggolz, warnt vor gravierenden Folgen der Leseschwäche bei Jungen und fordert bildungspolitische Prioritäten.
Quick Look
Angesichts eines Buchmarktrückgangs von über 30 Prozent bei 10- bis 15-Jährigen im Jahr 2025 warnt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor einer grassierenden Leseschwäche und fordert das tägliche Leseband im Unterricht.
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Why It Matters
Der Buchmarkt verzeichnet laut Angaben des Börsenvereins bei der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen im Jahr 2025 einen massiven Rückgang.
Unter Jugendlichen ist der Buchmarkt 2025 um über 30 Prozent geschrumpft. Der Buchhandel warnt vor Folgen für die Meinungsbildung – und einer Kompensation durch KI.
Sebastian Guggolz: Der Chef des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels warnt vor einer Leseflaute unter Jungen. Foto: Getty Images
Frankfurt. Angesichts der zunehmenden Leseschwäche in der jüngeren Generation hat der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz, vor gravierenden Folgen gewarnt und konkretes Handeln gefordert.
Spätestens mit dem Erwachsenwerden werde eine grassierende Leseschwäche auch zu einer Meinungsbildungsschwäche, sagte er zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. „Wie soll man sich eine fundierte Meinung bilden, wenn man nicht in der Lage ist, verschiedene Positionen lesend zu verstehen und zu vergleichen?“
Guggolz verwies auf Zahlen zum Buchmarkt 2025, wonach vor allem bei der Altersgruppe 10 bis 15 Jahre ein Rückgang von 30,6 Prozent bei der Zahl der gekauften Bücher verzeichnet wurde. Und laut der jüngsten Pisa-Studie fehlte jedem dritten 15-Jährigen die grundlegende Kompetenz beim Lesen.
„Das Problem der Lesekompetenz kann nicht vom Siegeszug der KI, die uns beliebig abgerufene Antworten liefert, kompensiert werden.“ Im Gegenteil: Die mangelnde Lesekompetenz werde dadurch sogar noch befeuert. „Wer nicht mehr sinnentnehmend lesen kann, kann eine KI-Antwort überhaupt nicht mehr überprüfen.“
Das solle die Gesellschaft alarmieren, denn die Menschen seien dabei, ihre Selbstbestimmung zu verlieren. „Leseförderung und Medienkompetenz müssen, wenn man die Probleme ernst nimmt, als bildungspolitische Priorität verankert werden“, forderte Guggolz. Konkret könnte man das „tägliche Leseband“ einführen, bei dem jeden Tag eine Leseviertelstunde in den Unterricht integriert werde. Zudem solle Medienkompetenz überall ein Pflichtfach sein.
In Frankfurt am Main dreht sich in dieser Woche alles um Bücher. Offiziell eröffnet wird die Buchmesse am Abend. Dann wird die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková sprechen. Die Politik ist unter anderem mit Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) vertreten.
Bis Sonntag werden mehr als eine Viertelmillion Besucher auf dem Frankfurter Messegelände erwartet. Ehrengastland ist in diesem Jahr Tschechien.
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What to Watch
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Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am Abend mit Reden von Radka Denemarková und Wolfram Weimer.
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Open Questions
- Wie reagiert die Politik konkret auf die Forderungen nach dem täglichen Leseband?
- Welche Maßnahmen planen Schulen zur Steigerung der Medienkompetenz?





