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Bundesländer wollen rund 488 Afghanen abschieben
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Bundesländer wollen rund 488 Afghanen abschieben

Mehr als die Hälfte der gemeldeten Afghanen ist nicht strafrechtlich verurteilt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor.

Quick Look

  • Die Bundesländer haben der Bundespolizei binnen gut zehn Wochen rund 488 afghanische Staatsbürger zur Abschiebung gemeldet.
  • Etwa 55 Prozent davon sind laut Regierungsangaben nicht strafrechtlich verurteilt.

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Why It Matters

Die Bundesländer haben der Bundespolizei in gut zehn Wochen rund 488 Afghanen für Abschiebungen gemeldet. Etwa 55 Prozent davon sind nicht vorbestraft.

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Die Bundesländer haben der Bundespolizei in einem Zeitraum von gut zehn Wochen rund 488 Afghanen gemeldet, die sie in ihr Herkunftsland abschieben möchten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Clara Bünger (Linke) hervor. Darin führt die Bundesregierung weiter aus, nach Kenntnis der Bundespolizei liege bei 267 Menschen aus der Gruppe derjenigen, für die zwischen dem 8. Juli und dem 18. September ein entsprechendes Amtshilfeersuchen an die Bundespolizei gerichtet worden sei, keine strafrechtliche Verurteilung vor. Das sind rund 55 Prozent.

Das Bundesinnenministerium teilte der Abgeordneten auf Nachfrage mit, in dem Zeitraum hätten alle Bundesländer bis auf Bremen und Mecklenburg-Vorpommern der Bundespolizei Afghanen, die abgeschoben werden sollen, gemeldet.

Neben den von den Bundesländern angemeldeten Ausreisepflichtigen gibt es demnach noch sieben weitere afghanische Staatsangehörige, die derzeit auf Antrag der Bundespolizei in Abschiebungshaft sind, sowie einen Menschen aus Afghanistan, der in Haft zur Sicherung der Zurückweisung genommen worden sei.

Die Bundesregierung erkennt die Taliban-Regierung nicht an

Seit dem Regierungsantritt der schwarz-roten Koalition wurden insgesamt 250 afghanische Staatsangehörige aus Deutschland nach Afghanistan zurückgeführt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Ende Juli erklärt, man werde sich bei den Rückführungen nach Afghanistan nicht mehr ausschließlich auf Straftäter und »Gefährder« beschränken. Vielmehr werde man, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ab sofort auch andere Ausreisepflichtige dorthin abschieben.

Die Organisation Pro Asyl berichtete mit Verweis auf eine Kleine Anfrage im Bundestag, Ende 2025 hätten in Deutschland etwa 13.000 ausreisepflichtige Afghanen gelebt, davon waren rund 10.000 im Besitz einer Duldung. Das bedeutet, dass sie vorerst nicht abgeschoben werden können. Kritiker, etwa aus den Reihen der Grünen und der Linkspartei, haben wiederholt bemängelt, dass die Bundesregierung Zugeständnisse macht, um Abschiebungen zu ermöglichen, obwohl sie die Taliban-Regierung in Afghanistan nicht anerkennt - unter anderem wegen deren Menschenrechtsverletzungen.

Open Questions

  • Wie viele der gemeldeten Personen werden tatsächlich abgeschoben?
  • Wie werden die Rückführungen ohne anerkannte Regierung praktisch umgesetzt?

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This article was originally published by Die Zeit.

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