
Im Handelsblatt-Interview spricht Klaus Müller über die Herausforderungen der deutschen Gasversorgung, regulatorische Konflikte mit Netzbetreibern und sein Verhältnis zur Politik.
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller äußert sich im Handelsblatt-Interview zur deutschen Gasversorgung, den Herausforderungen durch Netzbetreiber-Klagen und seiner Rolle als Behördenleiter in einem politischen Umfeld.
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Klaus Müller leitet die Bundesnetzagentur und steht vor Herausforderungen bei der Gasversorgung sowie rechtlichen Auseinandersetzungen mit Netzbetreibern.
Der Chef der Bundesnetzagentur spricht im Handelsblatt-Interview über Energiesicherheit, 700 Netzbetreiber-Klagen auf dem Schreibtisch – und sein Verhältnis zu Wirtschaftsministerin Reiche.
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller: Erwartet von privaten Händlern, die Verantwortung für die Gaskunden zu übernehmen. Foto: Bundesnetzagentur
Düsseldorf. Klaus Müller wirkt entspannt, als sein Team ihn von der Bundesnetzagentur-Zentrale in Bonn per Video ins Handelsblatt-Podcast-Studio schaltet. Dank der Sommerpause müsse er gerade weniger reisen, weniger nach Berlin, sagt er.
Das Podcast-Gespräch findet statt, kurz bevor die Debatte um historisch niedrige Gasspeicherfüllstände in Deutschland aufflammt – und Müller ins Zentrum des Medientrubels stellt. Fragen zur deutschen Gasversorgung beantwortet er dem Handelsblatt deshalb für die schriftliche Ausgabe des Interviews im Nachhinein.
Trotzdem gibt es bereits im Podcast-Gespräch vieles zu diskutieren: Pläne der Behörde, die eine Klagewelle von Netzbetreibern ausgelöst haben, verschlechterte Bedingungen für Solaranlagenbesitzer, den Umgang der Bundesregierung mit dem Kohleausstieg – und die Frage, ob Müller als Grünen-Mitglied unter CDU-Ministerin Katherina Reiche auf eine zweite Amtszeit hofft.
Das Podcast-Gespräch können Sie hier in voller Länge anhören:

Der Energiekonzern Uniper hat einen langfristigen Vertrag mit dem norwegischen Unternehmen Equinor unterzeichnet. Von 2027 bis 2041 bezieht Uniper jährlich über 30 Terawattstunden Erdgas, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu stärken.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht trotz niedriger Gasspeicherstände keine Mangellage für den Winter. Die Energiebranche hingegen warnt, dass die staatlichen Befüllungsziele bis November physikalisch kaum noch erreichbar seien.

Markus Meyer von Enpal kritisiert die deutsche Energiepolitik. Er fordert den Verzicht auf Solarsubventionen bei gleichzeitiger Digitalisierung der Verteilnetzbetreiber. Pauschale Abregelungen von Solaranlagen behindern laut Meyer Innovationen wie bidirektionales Laden.

Angesichts der iranischen Bedrohung der Straße von Hormus suchen Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die VAE nach alternativen Exportrouten. Milliardeninvestitionen in Pipelines und Häfen sollen die Abhängigkeit von der Meerenge langfristig mindern.

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur zur Hälfte gefüllt, was das gesetzliche Ziel von 80 Prozent bis zum 1. November gefährdet. Experten warnen vor wirtschaftlichen Hürden bei der Einspeicherung und betonen die Systemkritikalität der Speicher für kalte Wintertage.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu 50 Prozent gefüllt. Die BDEW-Vorsitzende Kerstin Andreae warnt, dass das Ziel von 70 bis 80 Prozent bis November aufgrund gestörter Marktmechanismen und hoher Preise immer schwieriger zu erreichen sei.