
Das von Katherina Reiche (CDU) geführte Bundeswirtschaftsministerium kritisiert die geplante Steuerreform des Finanzministeriums scharf und fordert einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression sowie eine Inflationsanpassung der Steuertarifgrenzen, um eine versteckte Steuererhöhung zu vermeiden.
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Die kalte Progression führt dazu, dass bei Lohnerhöhungen aufgrund der Inflation mehr Steuern gezahlt werden müssen, obwohl die reale Kaufkraft nicht gestiegen ist. Das Bundeswirtschaftsministerium fordert einen Ausgleich dieser Effekte durch Anpassung der Steuertarifgrenzen an die Inflation.
Das von Katherina Reiche (CDU) geführte Bundeswirtschaftsministerium kritisiert die geplante Reform scharf. In einem Schreiben von Reiches Staatssekretär Thomas Steffen an das Finanzministerium heißt es, zusätzliche Belastungen seien abzulehnen. Dies gelte auch, weil die Steuerbelastung bei hohen Einkommen bereits hoch sei.
Anpassung an Inflation verlangt
Das Wirtschaftsministerium forderte in dem zweiseitigen Schreiben vor allem aber einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression. Sollte dies nicht geschehen, wäre dies das erste Mal seit 2015, dass eine Bundesregierung hier nicht aktiv werde. »Ergebnis ist eine inflationsbedingte heimliche Steuererhöhung«, kritisiert Steffen in dem Brief an Klingbeils Staatssekretär Rolf Bösinger. Das Schreiben hat der Journalist Robin Alexander in den sozialen Medien veröffentlicht.
Die kalte Progression entsteht, wenn inflationsbedingt ein höheres Einkommen anfällt und man dadurch in eine höhere Steuerstufe rutscht. Dadurch bleibt am Ende immer wieder weniger Kaufkraft übrig. Um das einzudämmen, sollten nach Ansicht des Wirtschaftsministeriums die Eckwerte der Steuertarifgrenzen noch mal an die Inflation angepasst werden – in Zukunft solle das sogar automatisch passieren. Von einem »Tarif auf Rädern« ist die Rede.
Das Finanzministerium beziffert die Entlastung der geplanten Reform im Jahr 2028 verglichen mit 2026 auf zehn Milliarden Euro. Klammert man aber Maßnahmen zur Gegenfinanzierung aus, sind es gut fünfeinhalb Milliarden. Klingbeil zielt vor allem auf Haushalte mit wenig oder mittlerem Einkommen. Eine Mittelschichtfamilie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von insgesamt 60.000 Euro soll steuerlich um mehr als 600 Euro entlastet werden.
Teil der Gegenfinanzierung sind höhere Steuern für Spitzenverdiener. So ist ein neuer Reichensteuersatz von 47 Prozent für Einkommen ab 280.000 Euro vorgesehen. Der bestehende Satz von 45 Prozent soll bereits ab 250.000 Euro greifen. Außerdem soll die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinken. Das Kindergeld wird im Rahmen der Reform von 259 Euro auf 267 Euro im Jahr 2027 und auf 272 Euro im Jahr 2028 angehoben. Der steuerliche Grundfreibetrag soll bis 2028 auf 12.900 Euro steigen, während der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bereits 2027 von 1230 auf 1430 Euro erhöht wird. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll ab 2027 erst bei einem zu versteuernden Einkommen ab 70.601 Euro greifen, etwas mehr als bisher.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird eine Kompromisslösung finden, die sowohl eine teilweise Anpassung an die kalte Progression als auch Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen umfasst.
Likely · Within months
Die geplante Reichensteuer von 47 Prozent für Einkommen über 280.000 Euro wird im Gesetzgebungsprozess abgeändert oder abgeschwächt.
Possible · Within months

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