Der als Captain Picard und Professor X weltberühmt gewordene Schauspieler verstarb in Los Angeles an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung.
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Patrick Stewart war ein international bekannter Schauspieler, der vor allem durch seine Rollen in Star Trek und X-Men Bekanntheit erlangte. Er verstarb nach einer kurzen Krankheitsphase an Alzheimer und Lewy-Körper-Demenz.
Trauer um Patrick Stewart: Der britische Schauspieler starb am Mittwoch im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, umsorgt von seiner Frau Sunny, wie es in einer Mitteilung auf seinem Instagram-Account hieß. Vorausgegangen sei „eine kurze und ergreifende Reise mit der Alzheimer-Krankheit und Lewy-Körper-Demenz“.
Stewart stammte aus der englischen Kleinstadt Mirfield in Yorkshire. Von der Royal Shakespeare Company kam er zum Fernsehen und wurde ab 1987 als Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek: The Next Generation“ zum Weltstar. Später spielte er Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen. Statt Blumen wird auf seinem X-Account um Spenden für die Alzheimerforschung und für pflegende Angehörige gebeten.
Stewart starb nur wenige Tage nach Walter Koenig, der in der „Star Trek“-Originalserie aus den 1960er-Jahren Fähnrich Pavel Chekov spielte. Koenig war in der Nacht des 25. Oktober im Alter von 90 Jahren gestorben. Aus der Hauptbesetzung der Originalserie leben damit nur noch William Shatner und George Takei.
Die Nachricht von Stewarts Tod löste weltweit Anteilnahme aus. In sozialen Netzwerken erinnerten Kollegen, Weggefährten und Fans an den Schauspieler; auf Bluesky gehörte sein Tod am Freitag zu den meistdiskutierten Themen.
Sein langjähriger Freund Ian McKellen, in den „X-Men“-Filmen Stewarts Gegenspieler Magneto, veröffentlichte auf X einen langen Nachruf. „Vor allem anderen war Patrick dadurch geprägt, dass er in Yorkshire geboren und aufgewachsen war“, schrieb McKellen. Man habe es an seinem Akzent gehört und „an der strengen Ehrlichkeit, mit der er einem sagte, was er dachte und fühlte“. Stewart habe das Herz auf der Zunge getragen, „was ihn zu einem Mann machte, auf den man sich verlassen, den man bewundern und in meinem Fall lieben konnte“.
Die beiden lernten sich vor einem halben Jahrhundert als junge Schauspieler bei der Royal Shakespeare Company kennen. Als Stewart ihm später von dem Angebot für „Star Trek“ erzählte, habe er ihn gewarnt, erinnerte sich McKellen: „Willst du wirklich riskieren, dich für Jahre und Jahre in Hollywood zu verlieren?“ Stewart ging das Risiko ein – „Gott sei Dank für uns alle“, so McKellen.
McKellen nannte Stewart „den angesehensten und beliebtesten Schauspieler seiner Generation auf beiden Seiten des Atlantiks“. Ein letztes Mal ist Stewart im Dezember als Professor X in „Avengers: Doomsday“ zu sehen. „Seine Abschiedsvorstellung steht noch aus“, schrieb McKellen.
William Shatner, der Captain Kirk spielte, schrieb auf Instagram: „Sir Patrick Stewart war ein Freund, ein Kollege und ein großartiger Schauspieler. Von der Bühne bis auf die Brücke der Enterprise brachte er Intelligenz, Anmut und ein tiefes Gespür für Menschlichkeit in alles ein, was er tat. Captain Picard stand für das Beste in uns, und das tat auch der Mann, der ihn spielte.“ In einem der beliebtesten Kommentare darunter hieß es: „Captain Kirk verabschiedet sich von Captain Picard.“
George Takei, einst Hikaru Sulu, schrieb auf Bluesky, Stewart habe als Picard das Raumschiff Enterprise „an Orte gebracht, an denen es nie zuvor gewesen war“. Er habe „eine ganze nächste Generation von Sternguckern inspiriert, die sehnsüchtig nach vorn blickten, auf eine bessere Zukunft für die ganze Menschheit“. Takei schloss: „Ruhe im Himmel, Captain.“
Sein „X-Men“-Kollege Hugh Jackman schrieb auf Instagram: „Wir haben heute einen der Großen von Bühne und Leinwand verloren. Und, in meinen Augen, einen wunderbaren Freund und Menschen. Ich habe so viel von ihm gelernt. Ich werde dich vermissen, Patrick Stewart, mein Leben lang.“ Bis Freitagmittag gefiel der Beitrag mehr als 2,6 Millionen Nutzern. „Danke, Professor, dass du uns den wahren Wert der Hoffnung gelehrt hast“, schrieb einer von ihnen darunter.
Seth MacFarlane, der über viele Jahre mit Stewart an „American Dad!“, „Family Guy“ und „Ted“ arbeitete, schrieb auf X: „Patrick war eine dieser Ikonen, bei denen wir irgendwie alle für selbstverständlich hielten, dass sie immer bei uns sein würden.“ Stewart habe jeden Dialog veredeln können, „sodass ein guter Autor großartig klang und ein großartiger Autor meisterhaft“.
Zugleich sei Stewart „so bescheiden wie nur möglich“ gewesen. MacFarlane erinnerte sich an eine E-Mail, in der Stewart ihm zum Drehstart eines neuen Films schrieb, er fühle sich an jedem neuen Set wie der größte Anfänger. Seine Antwort: „Patrick, wenn du dich so fühlst, sind wir anderen aufgeschmissen.“
Der britische Comedian Ricky Gervais teilte auf X ein Video und schrieb: „Was für ein Schauspieler. Ich kann immer noch nicht glauben, dass er dieser Szene zugestimmt hat. Und es hat ihn nicht einmal gestört, dass ich jede Aufnahme ruiniert habe. Legende.“
Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verabschiedete sich auf Instagram: „Machen Sie’s gut, Captain Picard!“ Er sei „schon seit der Kindheit Trekkie“, schrieb Söder. „Star Trek ist nicht nur Science-Fiction. Vieles darin ist aktueller denn je: von der Wissenschaft und der Erforschung der Welt bis hin zu Diplomatie und Frieden.“
Unter den Beiträgen sammelten sich Tausende Kommentare von Fans, viele beschrieben Stewart als Teil ihrer Kindheit. „Manche Menschen begleiten uns ein Leben lang, ohne uns jemals persönlich begegnet zu sein“, schrieb ein Nutzer unter Shatners Post. Unter Söders Beitrag hieß es: „Der Captain verlässt die Brücke zum letzten Mal und ein großer Teil von uns begleitet ihn.“
Andere verabschiedeten sich mit Picards Kommandos „Make it so“ und „Engage“, in der deutschen Fassung „Energie!“. Häufig zitiert wurde ein Satz Picards aus dem Kinofilm „Star Trek: Generations“ (1994): Die Zeit sei kein Raubtier, sondern „ein Gefährte, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu schätzen“.
Stewart selbst hatte in seinen 2023 erschienenen Memoiren „Making It So“ über seine berühmteste Rolle geschrieben: „Wie ich hat Jean-Luc ein ungewöhnliches Leben gelebt, das ihn weit über die Grenzen normaler menschlicher Erfahrung hinausgeführt hat.“ Doch Picard sei seinen Wurzeln treu geblieben. „Am Ende spürt er den Ruf der Heimat, so wie ich.“ Mit diesem Zitat endet die Mitteilung zu seinem Tod.
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