
Deutsche Exporte überraschend gefallen, Euro auf 17-Monats-Tief
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Der Dax rutschte unter die Marke von 25.000 Punkten. Belastend wirken steigende Anleiherenditen, Ölpreise und rückläufige deutsche Exporte.
Düsseldorf. Der Dax unterschreitet am Donnerstag eine wichtige Marke. Die Kurstafel in Frankfurt zeigt am Morgen 24.852 Punkte und damit ein Minus von knapp einem Prozent an. Damit rutscht the Index unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten. Am Mittwoch hatte der deutsche Leitindex 1,3 Prozent niedriger bei 25.104 Punkten geschlossen.
Auch die wichtigsten US-Indizes gaben angesichts steigender Anleiherenditen und Ölpreise nach. Der weitere Zinspfad der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) blieb ungewiss. Wie aus den Protokollen der letzten Sitzung der Fed hervorgeht, sind die Währungshüter trotz der zuletzt einmütig beschlossenen Zinserhöhung über den weiteren Kurs uneins.
Am Donnerstag blicken Anlegerinnen und Anleger zudem weiter auf die Geldpolitik und die Entwicklung der Wirtschaft: Die EZB veröffentlicht die Protokolle ihrer Sitzung vom September, bei der sie den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhte.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) stellt die Herbstprognose der Bundesregierung vor. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Handelsblatt-Informationen laut der Regierungsprognose dieses Jahr um 1,3 Prozent wachsen, nächstes Jahr um 1,1 Prozent. Bei den Konjunkturdaten blicken Anleger zudem auf die deutschen Außenhandelszahlen für August.
Anhaltende Versorgungsängste haben den Ölpreis am Donnerstag nach oben getrieben. Das Nordseeöl Brent zur Lieferung im Dezember und das US-Öl WTI zur Lieferung im November verteuerten sich um jeweils mehr als zwei Prozent auf 102,63 beziehungsweise 90,16 Dollar je Fass. Sorgen um das Angebot aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten machten den Investoren zu schaffen.
Die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus erreichten vergangene Woche den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges. Gleichzeitig sank die Zahl der Schiffe, die die wichtige Wasserstraße passierten, auf das niedrigste Level seit mehr als zwei Monaten. Die Situation könnte sich noch weiter verschärfen und die Preise hoch halten, prognostizierte Saul Kavonic, Leiter des Energiebereichs bei MST Marquee. Vor Beginn des Nahost-Konflikts Ende Februar wurden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Treibstoffbedarfs über die Straße von Hormus abgewickelt.
Zusätzlicher Preistreiber ist laut Börsianern aktuell aber auch ein Tropensturm, der auf die Offshore-Fördergebiete in den USA zusteuert. Laut der Marine Minerals Administration haben die Öl- und Gasproduzenten im Golf von Mexiko bis Mittwoch aufgrund des drohenden Hurrikans insgesamt etwa ein Viertel ihrer aktuellen Ölproduktion und rund 16 Prozent ihrer aktuellen Erdgasproduktion eingestellt.
Die deutschen Exporte sind im August überraschend den zweiten Monat in Folge gefallen. Sie gaben um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 137,6 Milliarden Euro nach, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,6 Prozent gerechnet. In ersten Reaktionen hieß es dazu:
„Die Exporte waren im laufenden Jahr eine der zentralen Wachstumsstützen für die deutsche Wirtschaft, gerade deshalb gilt ihnen das besondere Augenmerk. Im dritten Quartal ist nun exakt das Gegenteil vom bisherigen Jahresverlauf der Fall: Die Ausfuhren enttäuschen“, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank.
„Entscheidend wird sein, wie sich die Auftragseingänge in den kommenden Monaten entwickeln werden. Denn davon hängt auch die weitere Exportentwicklung ab."
Carsten Brezeski, ING-Chefvolkswirt, sagt: „Im Handel zeigt sich Deutschlands Schwachpunkt. Während deutsche Exporteure im zweiten Quartal von der stärkeren Betroffenheit asiatischer Konkurrenten durch die Blockade der Straße von Hormus profitierten, erwies sich das dritte Quartal bislang als Rückschlag“.
Am Devisenmarkt geriet der Euro unter Druck und fiel auf ein 17-Monats-Tief. Hintergrund sind Sorgen über die französischen Staatsfinanzen, die auch italienische und griechische Anleihen belasteten. Der Euro notierte bei 1,1198 Dollar. Der Dollar-Index, der die Währung zu einem Korb anderer wichtiger Währungen misst, stieg auf 102,22 Punkte und bewegte sich damit in der Nähe eines 18-Monats-Hochs. Zum Yen notierte der Dollar bei 157,90 Yen.
Bayer: Bayer hat in den USA eine Hürde zu einer Zulassungserweiterung für sein Nierenmedikament Finerenon genommen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA akzeptierte den entsprechenden Antrag für das unter dem Namen Kerendia vertriebene Mittel zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung ohne Diabetes, wie der Leverkusener Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Papiere sinken dennoch um 1,3 Prozent.
Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat im dritten Quartal deutlich mehr Lkw an die Kunden verkauft als im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. In den drei Monaten setzte der Dax-Konzern insgesamt 91.260 Fahrzeuge ab und damit 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Schwaben in Leinfelden-Echterdingen mitteilten. Die Papiere sinken um 0,7 Prozent.
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EZB veröffentlicht Protokolle ihrer Sitzung vom September
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