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Dax schließt höher trotz Wochenverlust – Ölpreise und Zinsen belasten Märkte
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Tagesschau Wirtschaft19 minutes agoBusiness2 min readGermanyView translation

Dax schließt höher trotz Wochenverlust – Ölpreise und Zinsen belasten Märkte

Quick Look

  • Der Dax stieg am Freitag um 0,8 Prozent auf 25.568 Punkte, nachdem er am Vortag noch 0,8 Prozent verloren hatte.
  • Trotz des Tagesgewinns verzeichnete der Index ein Wochenminus von rund 1,8 Prozent.
  • Hohe Ölpreise, steigende Anleiherenditen und Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch Zentralbanken belasteten die Stimmung, während Insolvenzzahlen auf Rekordniveau lagen.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Dax zeigte am Freitag eine Erholung nach Verlusten am Vortag, blieb jedoch im Wochenminus. Gleichzeitig stiegen die Insolvenzen in Deutschland auf ein Rekordhoch seit 2013, während Ölpreise hoch blieben und Anleiherenditen aufgrund von Inflationsängsten und Staatsverschuldung anzogen.

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Versöhnlicher Wochenausklang am Aktienmarkt. Mit dem Rückenwind der Wall Street haben die Anleger hierzulande wieder etwas mehr Mut gefasst und bei Aktien zugegriffen. Der deutsche Leitindex schloss am Ende bei 25.568 Punkten um 0,8 Prozent höher. Gestern hatte er noch 0,8 Prozent auf 25.361 Punkte verloren. Trotz der heutigen Gewinne verzeichnet der deutsche Leitindex ein kräftiges Wochenminus von rund 1,8 Prozent.

Rekordhohe Firmenpleiten im ersten Halbjahr beeinflussten die Stimmung nicht zusätzlich negativ. Das Statistische Bundesamt hatte am Morgen eine Steigerung der Insolvenzen gegenüber Vorjahr um 6,7 Prozent auf über 12.800 Meldungen der Amtsgerichte ausgewiesen - immerhin die höchste Anzahl seit 2013.

Der Druck vom Ölmarkt auf die Verbraucherpreise bleibt unterdessen hoch und dürfte auch weiterhin die Richtung an den Kapitalmärkten mitbestimmen. Gewinnmitnahmen drückten die Notierungen für das Nordseeöl Brent heute um rund 2,5 Prozent auf zuletzt 105 Dollar je Fass. In der Nacht waren die Preise auf bis zu 110 Dollar je Fass gestiegen.

Fatal ist laut Ökonomen, dass die hohen Ölpreise die Inflation stetig anschieben - worauf die Notenbanken reagieren müssen. Gestern erst hat die EZB ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent angehoben. Die Analysten von JPMorgan erwarten nun, dass acht der neun Zentralbanken der Industrieländer bis zum Jahresende die Zinsen anheben werden.

Druck kommt auch vom Rentenmarkt durch steigende Anleiherenditen: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Renditen 30-jähriger Anleihen kletterten zwischenzeitlich auf ein 19-Jahres-Hoch bei 5,38 Prozent. Am Mittag Ortszeit tendieren die US-Bondmärkte etwas erholt.

In Deutschland liegt die Rendite für zehnjährige Anleihen ebenfalls auf einem Mehrjahreshoch bei 3,5 Prozent. Die Renditen steigen aber nicht nur wegen der latenten Inflationsängste und den drohenden Zinserhöhungen der Notenbanken - auch die zunehmende Staatsverschuldung macht sich mehr und mehr bemerkbar. Anleger verlangen von den Staaten angesichts der immer angespannteren öffentlichen Haushalte eine höhere Risikoprämie.

Die Inflation in den USA hat sich im August derweil wie erwartet auf hohem Niveau nicht verändert. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt damit gerechnet. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, lag - wie heute gemeldet - ebenfalls wie erwartet bei 2,4 Prozent.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Fed, die am kommenden Mittwoch über den Leitzins entscheidet, soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Notenbankchef Kevin Warsh hat allerdings einen möglichen Handlungsbedarf bei anhaltend hoher Inflation angedeutet.

Nach den Preisdaten für den August geht es mit den Kursen an der New Yorker Börse bergauf. Alle großen Indizes liegen im Plus. Der Leitindex Dow Jones gewinnt aktuell ein Prozent Prozent. Anleger setzen offenbar darauf, dass die Notenbank ihren Leitzins vorerst weiter stabil hält - nachdem zuvor mehrheitlich von einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten ausgegangen worden war.

"Alle Daten für den anstehenden Zinsentscheid der Fed liegen jetzt auf dem Tisch. Der noch moderate Monatsanstieg der Kernrate spricht eher für ein Abwarten, andere Entwicklungen deuten auf weiterhin erhöhte Inflationsrisiken hin. Manches FOMC-Mitglied wird seine Positionierung in den nächsten Tagen wohl noch anpassen. Die Würfel für oder gegen eine Zinserhöhung sind damit noch nicht gefallen", kommentierte Bastian Hepperle von Bethmann Hal.

"Ein Stillhalten der Fed auf der Sitzung in der kommenden Woche hätte wohl bessere – also niedrigere – Inflationsdaten erfordert, erklärte Christoph Balz von der Commerzbank.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Federal Reserve wird den Leitzins bei der kommenden Sitzung voraussichtlich halten.

    Likely · Within days

  • Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland und den USA werden kurzfristig auf hohem Niveau bleiben.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie lange wird der aktuelle Ölpreisdruck auf die Verbraucherpreise anhalten?
  • Wird die Federal Reserve beim kommenden Zinsentscheid die Leitzinsen halten oder erhöhen?
  • Inwiefern wird die steigende Staatsverschuldung die Anleiherenditen langfristig beeinflussen?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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