
Der deutsche Leitindex kämpft mit der Marke von 26.000 Punkten. Belastend wirken steigende Renditen und Sorgen vor einer globalen Staatsschuldenkrise.
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Der DAX erreichte zuvor Rekordhöhen, gerät jedoch angesichts internationaler Krisensignale und steigender Zinsen unter Druck.
Der DAX startet mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 26.058 Punkten in den Handel. Am Mittwoch war der deutsche Leitindex kaum verändert mit 26.091 Punkten aus dem Handel gegangen. Sein Rekordhoch hatte er in der Vorwoche bei 26.573 Punkten erreicht. Aktuell kämpft das Börsenbarometer aber wieder mit der Marke von 26.000 Punkten. "Die Korrektur dürfte wahrscheinlich noch nicht rum sein, trotz möglicher kurzfristiger Erholungen", schreibt ING-Experte Christian Zoller in seinem Tageskommentar.
Krisensignale kommen derzeit vom Anleihemarkt. Experten sehen eine wachsende Gefahr einer größeren globalen Staatsschuldenkrise. In den USA waren die Renditen der 30-jährigen US-Anleihe auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert, auch in Japan und Deutschland legten sie signifikant zu. Das US-Finanzministerium hatte deshalb angekündigt, die Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen zu verdoppeln. Damit will es dem jüngsten Ausverkauf entgegenwirken.
"Mit der Verdopplung des Rückkaufvolumens für langlaufende Anleihen hat der US-Finanzminister die Rentenmärkte zumindest fürs Erste beruhigt", sagte Thomas Altmann von QC Partners. "Ob diese Ruhe dauerhaft anhält, wird allerdings erst die Zukunft zeigen."
Steigende Renditen zeigen am Anleihemarkt die Erwartung steigender Zinsen für Staats- und Unternehmensanleihen an. Für den Aktienmarkt bedeuten steigende Zinsen, dass festverzinsliche Wertpapiere für die Anleger attraktiver werden. Geldanlagen könnten vom Aktienmarkt in den Anleihemarkt umgeschichtet werden.
Insgesamt steige die sogenannte Laufzeitprämie, also die zusätzliche Rendite, die Anleger für das Halten langfristiger Anleihen fordern würden, stellt Ulrich Stephanm, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, fest. "Dies verteuert die Refinanzierungskosten des Staates."
Diese Situation tritt ausgerechnet in Zeiten steigender Staatsverschuldung ein. In den USA hat sie jetzt erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Und das Tempo beschleunigt sich: Der Rekord wurde nur fünf Monate nach dem Erreichen der Marke von 39 Billionen Dollar aufgestellt. Deshalb rückt die Geldpolitik derzeit immer weiter in den Fokus. Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise haben weltweit zu einem Anstieg der Inflation geführt. Um diese Entwicklung zu dämpfen, müssten die Notenbanken den Leitzins erhöhen.
Die Folge von steigenden Zinsen ist aber, dass die Staaten bei steigender Verschuldung einen immer größeren Anteil ihres Budgets für Zinszahlungen aufwenden müssten. An anderer Stelle müsste hingegen gespart werden. Für Verbraucher sind die Folgen ebenfalls gravierend: Kreditkosten für Hypotheken, Autos oder anderen Anschaffungen werden in die Höhe getrieben. Und die Preise für Waren und Dienstleistungen klettern ebenfalls.
Aktuelle Konjunkturdaten sorgten nicht für positive Impulse: Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr zwar um fast vier Prozent verglichen zum Vorjahr gestiegen. Deutschland führte Waren im Wert von 818 Milliarden Euro aus. China bleibt dabei der wichtigste Handelspartner. Aber die Zahlen zeigen auch, dass die Einfuhren aus China immer weiter wachsen: Der Importüberschuss im ersten Halbjahr betrug 2025 noch rund 41 Milliarden Euro. Mittlerweile sind es fast 53 Milliarden.
Außerdem standen die Erzeugerpreise für den Monat Juli an. Sie haben so stark zugelegt wie seit über drei Jahren nicht. Erzeugerpreise sind Preise, die Unternehmen auf Herstellerebene zahlen müssen. Hier wirken sich zum Beispiel höhere Energie- oder Materialkosten aus.
Sie sind eine Vorwarnung für die künftige Entwicklung der Inflation. Denn mit zeitlicher Verzögerung kommen höhere Erzeugerpreise auch beim Endverbraucher an.
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Notenbanken müssen Leitzinsen zur Teuerungsdämpfung erhöhen
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Die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen stiegen auf 5,31 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Finanzminister Scott Bessent plant Interventionen durch Umschuldung, um steigende Kreditkosten und konjunkturelle Belastungen zu begrenzen.

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