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DAX startet mit Verlusten – Ölpreis und Zinserwartungen belasten Märkte
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Tagesschau Wirtschaft1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

DAX startet mit Verlusten – Ölpreis und Zinserwartungen belasten Märkte

Quick Look

  • Der DAX dürfte heute mit rund 0,3 Prozent im Minus starten, während der Ölpreis aufgrund von Versorgungsängsten im Nahen Osten über 100 Dollar je Fass bleibt.
  • Gleichzeitig drücken starke US-Konjunkturdaten und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen auf die Märkte.
  • In Deutschland wird heute das Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen erwartet, das ein Wachstum von 1,3 Prozent für 2024 prognostiziert.

AI-generated summary

Why It Matters

Der DAX zeigte in den letzten Tagen eine schwankungsanfällige Entwicklung, nachdem er am Mittwoch 0,7 Prozent verlor. Der Ölpreis steht aufgrund von Versorgungsängsten im Nahen Osten im Fokus, nachdem ein Frachtschiff in der Straße von Hormus getroffen wurde. Gleichzeitig beeinflussen starke US-Konjunkturdaten die Erwartungen an die US-Notenbank.

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Der DAX dürfte heute mit Verlusten starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex am Morgen vor Handelsbeginn rund 0,3 Prozent im Minus. Damit setzt sich die schwankungsanfällige Entwicklung der vergangenen Tage fort. Bereits am Mittwoch hatte der DAX 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte verloren.

Im Mittelpunkt des Börsengeschehens steht erneut der Ölpreis. Die Notierung für ein Barrel Brent stieg am Abend zeitweise um 4,5 Prozent auf fast 104 Dollar. Zuvor war der Preis noch bis knapp unter 98 Dollar gefallen. Auslöser für die erneute Aufwärtsbewegung sind vor allem die wachsenden Sorgen um die Versorgung mit Öl aus dem Nahen Osten.

Am Morgen wurde Öl wieder etwas billiger, der Preis für die Nordseesorte Brent blieb aber klar über 100 Dollar je Fass.

Keine Annäherung zwischen USA und Iran

Die geopolitische Lage bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO wurde erneut ein Frachtschiff in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen und geriet in Brand. Die Besatzung wurde demnach evakuiert.

Zudem hat die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und Iran einen Dämpfer erhalten. Bei der UN-Generaldebatte in New York wies der iranische Präsident Massud Peseschkian den Druck der USA zurück. Eine schnelle Annäherung zwischen Washington und Teheran zeichnet sich damit weiterhin nicht ab.

Für die Börsen ist der hohe Ölpreis problematisch, weil er die Inflation antreiben kann. Damit wächst zugleich der Druck auf die Notenbanken, die Zinsen länger hoch zu halten oder sogar weiter anzuheben.

Wall Street unter Druck

Das war auch an der Wall Street zu spüren. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 0,7 Prozent, der S&P 500 gab 0,8 Prozent nach. Der Nasdaq 100 büßte 1,1 Prozent ein, nachdem der Index am Vortag noch ein Rekordhoch erreicht hatte.

Neben dem Ölpreis sorgten starke US-Konjunkturdaten für Unruhe. Die Geschäftsaktivität in den USA ist im September so stark gestiegen wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Das verstärkt die Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Gleichzeitig stiegen die Renditen am Anleihemarkt deutlich: Die Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen überschritt erstmals seit 2007 die Marke von fünf Prozent.

Trump und Xi im Blick

Heute richtet sich der Blick außerdem nach Washington. Dort treffen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Handelsbeziehungen.

Noch vor den geplanten Gesprächen verkündete US-Finanzminister Scott Bessent eine erste Einigung. Ein am 10. November auslaufendes Abkommen, das eine Zollpause im Handelsstreit zwischen den USA und China vorsehe, sei um zwei Monate bis zum 10. Januar verlängert worden.

"Wir haben uns heute getroffen, um auszuloten, ob wir ein größeres Abkommen anstelle einer Reihe kleinerer Schritte erreichen können", sagte Bessent dem Sender Fox News nach einem Treffen mit dem chinesischen Vizeregierungschef He Lifeng.

Für die Anleger geht es bei den Gesprächen nicht nur um Zölle. Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz, Technologieexporte und geopolitische Fragen dürften eine Rolle spielen.

Neue Prognose für die deutsche Wirtschaft

In Deutschland steht heute die neue Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute an. Das Herbstgutachten wird vorgestellt. Die Institute dürften ihre Wachstumserwartungen deutlich anheben. Nach vorab bekannt gewordenen Informationen wird für dieses Jahr mit einem Wachstum von etwa 1,3 Prozent gerechnet, nach 0,6 Prozent im Frühjahr. Für 2027 werden 1,1 Prozent erwartet.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet mit einem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. In ihrem jüngsten Wirtschaftsausblick prognostizierte die Industrieländerorganisation für dieses Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent. Damit liegt ihre aktuelle Schätzung 0,4 Prozentpunkte über der Prognose vom Juni. Auch für das kommende Jahr erwartet die OECD ein Wachstum von 1,1 Prozent.

Die besseren Prognosen sind vor allem auf die überraschend robuste Entwicklung im ersten Halbjahr sowie stärkere Exporte und höhere staatliche Ausgaben zurückzuführen. Gleichzeitig bleiben die hohen Energiepreise und strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft Belastungsfaktoren.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die OECD wird ihr Wachstumsziel für Deutschland 2024 bei der heutigen Herbstdiagnose bestätigen oder leicht anheben.

    Likely · Within days

  • Der Ölpreis bleibt kurzfristig über 100 Dollar je Fass, solange die Versorgungsängste im Nahen Osten bestehen.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie wird sich der Ölpreis entwickeln, wenn die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten anhalten?
  • Wird die US-Notenbank aufgrund der starken Konjunkturdaten tatsächlich die Zinsen weiter erhöhen?
  • Können die USA und China trotz bestehender Differenzen zu einem umfassenderen Handelsabkommen finden?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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