DAX startet richtungslos in die Woche: Ölpreise und Sachsen-Anhalt-Wahl im Fokus
Der deutsche Leitindex zeigt sich am Montagmorgen unauffällig. Sorgen bereiten der steigende Ölpreis, die sinkende Industrieproduktion und das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.
Quick Look
- Der DAX startet richtungslos in die neue Börsenwoche.
- Belastend wirken steigende Ölpreise infolge von Spannungen im Nahen Osten, sinkende deutsche Industrieproduktion sowie Diskussionen um die wirtschaftlichen Folgen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
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Why It Matters
Der deutsche Leitindex kämpft mit charttechnischen Widerständen. Gleichzeitig belasten hohe Energiekosten die deutsche Wirtschaft.
Der DAX hat sich nach der jüngsten Stabilisierung am Morgen mit der Richtungssuche schwergetan. Im frühen Handel lag der deutsche Leitindex unverändert bei 26.065 Punkten. Am Freitag war er bis auf 26.167 Punkte gestiegen, hatte dann jedoch vor der 21-Tage-Linie abgedreht, die als kurzfristiger Trendindikator gilt. Das anderthalb Wochen alte Rekordhoch bei 26.618 Punkten bleibt erst einmal außer Reichweite.
Unter den Einzelwerten könnte heute der Konsumgüterkonzern Henkel einen Blick wert sein, der weitere Zukäufe plant. "Wir haben in den vergangenen Monaten Unternehmenskäufe im Wert von zusammen rund fünf Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen", sagte Henkel-Chef Carsten Knobel der "Rheinischen Post". Damit stärke Henkel seine beiden Bereiche Adhesive Technologies und Consumer Brands.
Zum Wochenstart dürften die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für Gesprächsstoff sorgen. Die AfD hat die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge aber verfehlt.
Die Arbeitgeber warnen nun vor den wirtschaftlichen Folgen des Wahlausgangs. "Ein Klima der Abschottung ist Gift für den Standort", sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände: "Dieses Ergebnis muss ein Ansporn sein, Vertrauen zurückzugewinnen und zu beweisen, dass Politik Probleme lösen kann." Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, betont aber auch, man solle das Wahlergebnis nicht überbewerten: "Sicher, es könnte einen symbolischen Effekt auf ausländische Investoren geben. Aber vergessen wir nicht, dass Sachsen-Anhalt nicht die gesamte deutsche Wirtschaft ist."
Kurzfristig ist für die Anleger eine andere Entwicklung von größerer Relevanz: die Lage am Energiemarkt. Die Furcht vor einer längerfristigen Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten hat den Ölpreis zum Wochenauftakt weiter in Richtung 100-Dollar-Marke getrieben. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI legten in der Spitze um 1,3 Prozent auf 97,53 beziehungsweise 92,71 Dollar je Fass zu. Ein Grund ist die Ankündigung Teherans, in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten.
Bereits zuvor war der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht.
"In einem Aufwärtsszenario, in dem sich die Angriffe auf Schiffe ausweiten und intensivieren, sehen wir Brent potenziell bei 120 Dollar", sagte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, in einem Interview mit Bloomberg TV.
Die hohen Energiepreise belasten auch die Produktion in Deutschland: In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent gesunken. Und auch insgesamt ging die Produktion deutlich zurück: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli überraschend so stark gedrosselt, wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Das ist das größte Minus seit August 2025, zu dem eine Delle in der Autoindustrie in den Sommerferien und Probleme mit der Rheinschifffahrt beitrugen. Dennoch zeigt sich Jens-Oliver Niklasch von der LBBW optimistisch: " im Dreimonatsvergleich ist ein kleines Plus zu verzeichnen. Das passt zu unserer Story von der kleinen Trendwende aufwärts. Die kommenden Monate sollten diese Einschätzung untermauern."
Die inflationären Impulse in Folge der hohen Ölpreise schüren am Markt die Erwartung, dass die Zentralbanken die Zinsen weiter anheben könnten. Highlight der Woche dürfte die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sein. "Eine Zinserhöhung der EZB um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ist inzwischen weitgehend Konsens", stellte Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, fest. Spannender sei die Frage, was danach kommt.
Noch interessanter ist für die Anleger die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Ein erster Indikator dafür dürften die am Freitag anstehenden US-Inflationsdaten sein. Sie werden zum entscheidenden Wegweiser für die weitere Zinsentwicklung in den USA, unterstrich Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Heute dürfen Anleger aber nicht auf Vorgaben aus den USA hoffen, am Montag findet in den USA wegen Labor Day feiertagsbedingt kein Handel statt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Freitag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 53.414 Punkten aus dem Handel verabschiedet.
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AI outlook — possibilities, not facts
EZB erhöht Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent
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Open Questions
- Wie reagiert die EZB auf der Zinssitzung am Donnerstag?
- Wie entwickelt sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter?







