
Das Volkswagen-Werk in Osnabrück wird nach Produktionsende 2027 schrittweise zum Kompetenzzentrum für Verteidigungsindustrie umgewandelt.
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VW hatte im Dezember 2024 beschlossen, die Produktion des T-Roc-Cabrios in Osnabrück 2027 einzustellen. Ein direkter Verkauf an Rafael scheiterte zuvor an Bedenken des Großaktionärs Katar.
Der Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen übernehmen das Osnabrücker VW-Werk. Der Standort soll schrittweise zum Rüstungsstandort werden. Als erstes Projekt ist eine Kooperation mit dem israelischen Iron-Dome-Hersteller geplant.
Als erstes Autowerk in Deutschland wird das Volkswagen-Werk in Osnabrück zum Rüstungsstandort. Das Land Niedersachsen und der israelische Investor Aurelius übernehmen die Anlage und bauen sie nach dem Ende der dortigen Auto-Produktion 2027 schrittweise zu einem Kompetenzzentrum für die Verteidigungsindustrie aus. Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Luftverteidigungssysteme des israelischen Iron-Dome-Herstellers Rafael produziert werden. Die Eckpunkte des Geschäfts seien am Montag vereinbart worden, teilte Volkswagen mit.
Den Plänen zufolge übernimmt der auf Rüstungsprojekte spezialisierte Fonds Aurelius die Mehrheit an dem Werk, das Land Niedersachsen eine Minderheit. Die Details für das Geschäft sollen in den kommenden Monaten ausgehandelt werden, wie die Beteiligten weiter erklärten.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, mit der Vereinbarung eröffne seine Regierung Osnabrück eine echte industrielle Chance. Der Standort habe viel Erfahrung bei anspruchsvollen Aufgaben, zugleich habe sich die Sicherheitslage grundlegend verändert. "Deutschland und Europa müssen ihre Fähigkeiten stärken und unabhängiger werden. Niedersachsen will dazu beitragen, dass daraus Wertschöpfung und sichere Beschäftigung entstehen." Rafael-Chef Yoav Tourgeman sagte, Ziel sei eine langfristige industrielle Partnerschaft mit der Idee, dass die Technik für den Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland produziert werde.
Von den derzeit rund 1800 VW-Mitarbeitern am Standort erhalten nach Angaben des Betriebsrats etwa drei Viertel, also 1400 eine langfristige Perspektive. Zudem wurde demnach eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 vereinbart. Es werde daran gearbeitet, auch für den Rest der Stammbelegschaft eine Lösung zu finden, sagte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner sagte, die Lösung für den Standort sei insbesondere dem beharrlichen Engagement und dem engen Zusammenspiel von Belegschaft, Landesregierung, Betriebsrat und Gewerkschaft zu verdanken. "Der heutige Schritt eröffnet Chancen für den Standort, entbindet Volkswagen jedoch nicht von der Aufgabe, auch für die verbleibenden Beschäftigten verlässliche Zukunftsperspektiven zu schaffen."
Direkter Verkauf scheiterte an Katar
Volkswagen hatte im Dezember 2024 beschlossen, die Fertigung des T-Roc-Cabrios in dem ehemaligen Karmann-Werk in Osnabrück im Sommer 2027 auslaufen zu lassen. Danach hatte der Konzern Alternativen geprüft, Insidern zufolge auch eine Übergabe an den israelischen Rüstungskonzern Rafael. Ein direkter Verkauf war allerdings wegen der Bedenken des VW-Großaktionärs Katar nicht zu machen gewesen.
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Das bekannteste Produkt von Rafael ist das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome. In Deutschland gehört unter anderem der Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defense zu dem Konzern.
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Detaillierte Vertragsverhandlungen in den kommenden Monaten.
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