DAX startet tiefer: Naher Osten und US-Geldpolitik belasten
Der deutsche Leitindex gibt vor dem Xetra-Handelsstart nach. Im Fokus stehen zudem Inflationsdaten, US-Notenbankpolitik sowie Amazon und Apple.
Quick Look
- Der DAX wird vor Handelsstart schwächer taxiert.
- Belastend wirken die Nahost-Eskalation, drohende US-Zinserhöhungen sowie anstehende Inflationsdaten für die Eurozone.
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Why It Matters
Die Inflation in Deutschland und der Eurozone liegt über den Zielwerten, was zu geldpolitischen Straffungen führt.
Der Broker IG hat den DAX vor dem Xetra-Handelsstart 0,2 Prozent tiefer auf 26.217 Punkte taxiert. Am Montag war der deutsche Leitindex mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 26.258 Punkten in die Woche gestartet. Noch am Freitag war er auf ein Rekordhoch von 26.618 Zählern geklettert.
Die erneute Eskalation im Nahen Osten und die eventuell straffere US-Geldpolitik belasten: "Die Kombination aus wieder leicht steigenden Ölpreisen und einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung schon in gut zwei Wochen hat jetzt auch dem DAX auf seinem Rekordlauf ein Bein gestellt", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. Inzwischen wird am Markt für den September mit einer US-Zinserhöhung gerechnet.
Heute stehen die Inflationsdaten aus der Eurozone im Blickpunkt, die um 11 Uhr publiziert werden. Zum Wochenstart wurden die deutschen Verbraucherpreise veröffentlicht: Das Leben in Deutschland hat sich im August weiter verteuert. Die Verbraucherpreise lagen um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Ein wesentlicher Grund sind einmal mehr die gestiegenen Energiepreise.
Auch die Inflation in der Eurozone dürfte deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent liegen. Deshalb wird an den Finanzmärkten mit einer Leitzinserhöhung in der kommenden Woche gerechnet. Die Währungshüter könnten also im September ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben, von 2,25 auf 2,50 Prozent.
Die Vorgaben fallen angesichts der geopolitischen und geldpolitischen Themen schwach aus: An den US-Börsen hatte sich der US-Standardwerteindex Dow Jones am Montag mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 53.185 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 7.686 Zähler, und der technologielastige Nasdaq stagnierte bei 26.370 Stellen. Trotz der jüngsten Schwäche verbuchten alle drei großen US-Aktienindizes auf Monatssicht aber Gewinne.
Anleger verarbeiteten die jüngsten Äußerungen von US-Notenbankchef Kevin Warsh, der auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole eine straffere Geldpolitik signalisiert hatte. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September wird an den Finanzmärkten inzwischen auf mehr als 65 Prozent beziffert.
Bei den Einzelunternehmen stehen zwei Technologiekonzerne im Fokus: Amazon und Apple. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehrere Bundesstaaten verklagen Amazon. Dem Internet-Riesen wird vorgeworfen, Werbeplätze künstlich verteuert zu haben - die höheren Kosten seien zu einem großen Teil an die Verbraucher weitergegeben worden. Amazon soll auf diese Weise zweistellige Milliardenbeträge verdient haben.
Beim iPhone-Hersteller Apple wird es heute einen Chefwechsel geben. Vorstandschef Tim Cook übergibt seinen Posten an Nachfolger John Ternus. Cook hatte den Tech-Konzern 15 Jahre lang geleitet, Ternus soll das Unternehmen nun in die KI-Ära führen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Leitzinserhöhung der EZB von 2,25 auf 2,50 Prozent
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie fallen die genauen Inflationsdaten der Eurozone aus?
- Wie reagiert die EZB konkret auf die aktuellen Inflationszahlen?







