Politikwissenschaftler Richard Traunmüller erklärt, warum das Gefühl der Einschränkung trotz stabiler Zahlen bestehen bleibt.
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Der Artikel bezieht sich auf eine Erhebung aus dem German Internet Panel und einen Beitrag des Politikwissenschaftlers Richard Traunmüller für die Plattform „Forschung & Lehre“.
Wer öffentlich sagt, man könne in diesem Land seine Meinung nicht mehr frei äußern, widerlegt die Behauptung schon dadurch, dass er sie aussprechen kann. Trotzdem hält sich die Wahrnehmung, die Meinungsfreiheit sei bedroht oder bereits nicht mehr existent.
Der Politikwissenschaftler Richard Traunmüller erklärt in einem Beitrag für die Plattform „Forschung & Lehre“, worin die Ursachen für diesen scheinbaren Widerspruch liegen – und welche Überraschungen die Empirie bereithält. Es gehe um eine Kosten-Nutzen-Abwägung: Sind die subjektiv zu erwartenden Kosten für eine Meinungsäußerung zu hoch, ziehen manche es vor, zu schweigen – und das Gefühl überwiegt, nicht mehr frei sagen zu können, was man denkt. Ist der zu erwartende Nutzen dagegen größer, steht der freien Meinungsäußerung nichts mehr im Wege.
Zu etwaigen Kosten zählt Traunmüller „Widerspruch und soziale Missbilligung, aber auch persönliche Angriffe, Diffamierungen“ sowie „berufliche oder rechtliche Konsequenzen“. Anders als gemeinhin angenommen, hat der Anteil jener, die sich unfrei fühlen, ihre Meinung zu sagen, in den vergangenen drei Jahren mit einer Spannbreite von 28 bis 30 Prozent jedoch nicht signifikant zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung aus dem German Internet Panel, auf die der Politikwissenschaftler verweist.
Noch überraschender ist, dass die Reaktionen auf vermeintlich unliebsame Meinungen weniger scharf ausfallen als erwartet. So ist die Erfahrung, scharfe Kritik und Diffamierungen zu ernten, weil man gesagt hat, was man denkt, seit 2024 drastisch zurückgegangen. Der medial erzeugten Aufregung, die Meinungsfreiheit könnte gefährdet sein, mangelt es mithin an vielen Stellen an einem empirischen Fundament.
Aufschlussreich sind auch Daten, die zeigen, an welchen Stellen die Grenzen der Meinungstoleranz verlaufen. Sie hängen nämlich weniger von Prinzipien als von den spezifischen Gruppen ab, um die es jeweils geht. Trifft eine diskriminierende Äußerung etwa Muslime, finden mehr als 58 Prozent der Befragten Meinungsfreiheit wichtiger als den Schutz vor Diskriminierung, den nur 27,5 Prozent für bedeutender halten. Gilt sie Frauen, überwiegt mit 58 Prozent dagegen der Anteil jener, die dem Schutz vor diskriminierenden Äußerungen Vorrang gegenüber der Meinungsfreiheit geben. Bei Transpersonen findet mit knapp 44 Prozent wiederum eine relative Mehrheit die Meinungsfreiheit wichtiger.
Wer darüber streitet, was man eigentlich noch sagen darf, verhandelt also oft viel mehr als nur das Recht auf freie Meinungsäußerung. Das zu erkennen, würde die gespaltene Debatte bereits einen gehörigen Schritt weiter bringen.
Politikredakteurin Hannah Bethke ist bei WELT zuständig für die SPD und schreibt über innenpolitische Debatten.
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The Berlin Left MP Vanessa Emde refuses to give up her mandate despite a request from the state executive committee. Emde came under criticism for statements about Israel's right to exist and pro-Palestinian positions.
Federal Environment Minister Carsten Schneider (SPD) is promoting the switch to electric cars and considers the combustion engine to be a phased-out model in the long term. In his private life, he still drives a 13-year-old diesel. He defends state funding for electric cars and wants to stick to the planned start of European CO2 trading for transport and heating in 2028.

After the general election in New Zealand, almost 400,000 special votes have not yet been counted. The preliminary results show a parliament that has grown to 131 seats and an extremely close race between the camps.

Paraguay's deposed President Santiago Peña is in custody because he is a flight risk. The judiciary accuses him of breach of trust and self-favoring in connection with the collapse of the digital bank Ueno. His deputy Pedro Alliana was sworn in as his successor.

The special votes make up almost 14 percent of all votes and could significantly shift the balance of power in New Zealand. The official result is expected on November 27th. According to the preliminary count, 131 mandates are planned, instead of the usual 120. 66 seats are needed for a majority. Qiulae Wong's Opportunity Party made it into parliament for the first time with almost six percent and is expected to receive seven seats.