Desinformationskampagne vor Landtagswahlen in Ostdeutschland und das Projekt »Deutschland spricht«
Quick Look
- Im Netz kursieren gefälschte Videos, Bilder und Artikel, die wie Inhalte renommierter Medien aussehen und Kandidatinnen und Kandidaten der Landtagswahlen in Ostdeutschland mit frei erfundenen Skandalen und Straftaten bis hin zum Mord bezichtigen, während die AfD ausgespart bleibt.
- Sicherheitsbehörden führen die Spuren nach Russland.
- Parallel dazu fand das Projekt »Deutschland spricht« statt, bei dem Menschen mit konträren politischen Ansichten miteinander sprachen, um emotionale Distanz und Abneigung zu verringern.
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Why It Matters
Vor den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland kursieren im Netz gefälschte Videos, Bilder und Artikel, die wie Inhalte renommierter Medien aussehen und Kandidatinnen und Kandidaten mit frei erfundenen Skandalen und Straftaten bis hin zum Mord bezichtigen, während die AfD systematisch ausgespart bleibt. Sicherheitsbehörden führen die Spuren der Kampagne nach Russland.
Im Netz kursieren derzeit gefälschte Videos, Bilder und Artikel, die wie die Inhalte renommierter Medien wie der ARD, der Süddeutschen Zeitung oder der ZEIT aussehen. Die Betrüger bauen die Originalwebsites komplett nach, übernehmen Logos und sogar echte Inhalte der Medien. Das macht es besonders schwer, die dazwischen eingebauten Falschmeldungen zu erkennen. Darin werden derzeit gezielt Kandidatinnen und Kandidaten der anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland frei erfundener Skandale und Straftaten bis hin zum Mord bezichtigt – während die AfD systematisch ausgespart bleibt. Laut Sicherheitsbehörden führen die Spuren der Kampagne nach Russland. Das Ziel: die Gesellschaft im Wahlkampf emotional aufzuheizen und das Vertrauen in demokratische Prozesse zu untergraben. Wie man solche Fake News erkennen kann und welche politischen Maßnahmen gegen die Desinformationskampagne sinnvoll wären, erklärt die IT-Expertin der ZEIT, Eva Wolfangel, im Podcast.
Angesichts der viel diskutierten gesellschaftlichen Spaltung fragt man sich häufig: Verstehen wir uns noch? Und wäre es nicht eine gute Idee, miteinander zu reden und es einfach wieder zu versuchen? Genau das ist die Idee hinter »Deutschland spricht«. Im Rahmen der Aktion haben sich dafür gestern an vielen verschiedenen Orten Menschen mit konträren politischen Ansichten getroffen, um sich unter vier Augen auszutauschen. Bis Mitte August hatten sich dafür rund 20.000 Menschen angemeldet. Eine Studie von Forschern der Universitäten Harvard und Stanford hat gezeigt, dass dadurch emotionale Distanz und Abneigung gegenüber Menschen mit anderen politischen Ansichten abnehmen können. Im Podcast erklärt Moritz Eckert, der Projektleiter der Aktion, welches Thema besonders kontrovers diskutiert wurde und ob die Aktion am Ende wirklich für mehr gegenseitiges Verständnis gesorgt hat.
Und sonst so? Der Wespenguide gegen die Panik
Moderation und Produktion: Elise Landschek
Mitarbeit: Matthias Peer und Maximilian Renzikowski
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland konkrete Maßnahmen gegen die Desinformationskampagne ankündigen.
Likely · Within weeks
Das Projekt »Deutschland spricht« wird aufgrund der positiven Ergebnisse der Harvard- und Stanford-Studie in zukünftigen Wahlkämpfen ausgeweitet.
Possible · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Schritte plant die Bundesregierung zur Bekämpfung der Desinformationskampagne?
- Wie effektiv sind Medienkompetenzkampagnen bei der Erkennung von Deepfakes und gefälschten Nachrichten?
- Welche rechtlichen Konsequenzen drohen den Urhebern der gefälschten Inhalte?
- Wie kann die AfD erklären, dass sie systematisch aus den Falschmeldungen ausgespart wird?
