Deutsche Bahn: Sanierung des Schienennetzes braucht noch Zeit
Konzernchefin Evelyn Palla sieht Fortschritte, warnt aber vor einem beschwerlichen Weg. Das Konzept der Korridorsanierung wird überarbeitet.
Quick Look
- Die Deutsche Bahn benötigt laut Konzernchefin Evelyn Palla weiterhin viel Zeit für die Sanierung ihres maroden Schienennetzes.
- Das umstrittene Konzept der Korridorsanierung wird derzeit überarbeitet, während für 2026 wieder ein Gewinn erwartet wird.
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Why It Matters
Die Deutsche Bahn kämpft seit Jahren mit massiven Pünktlichkeitsproblemen und einer maroden Infrastruktur.
Berlin. Die Deutsche Bahn braucht vor allem für die Sanierung des Schienennetzes noch Zeit. Es gebe zwar Fortschritte, sagte die seit knapp einem Jahr amtierende Konzernchefin Evelyn Palla am Donnerstag in Berlin zu Journalisten. „Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Ziel sei es, die Bahn Schritt für Schritt voranzubringen. „Die ersten Schritte sind getan.“ Aber vor allem die Sanierung der Infrastruktur sei ein beschwerlicher Weg. Hier bräuchten Bahn und ihre Kunden einen langen Atem.
Das Konzept der Korridorsanierung – hier werden vielbelastete Streckenabschnitte komplett gesperrt und generalüberholt – sei auf dem Prüfstand und werde überarbeitet, sagte Palla. Man liege dazu mit dem Verkehrsministerium in den letzten Zügen. Die zeitliche Abfolge und regionale Belastungen sollten besser abgestimmt werden. Es dürfte weniger Sanierungen pro Jahr geben.
Vor allem die Güterbahnen kritisieren das Konzept, weil die Umleitungen aus ihrer Sicht nicht gut funktionieren. Die Verbesserungen im Fernverkehr auf Strecken wie Berlin-Hamburg oder Frankfurt-Mannheim sind aus Sicht von Kritikern zudem nicht ausreichend im Verhältnis zu monatelangen Sperrungen.
Die seit Jahren schlechten Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr – zuletzt im Monat meist zwischen 50 und 60 Prozent – seien Ausdruck der maroden Infrastruktur, sagte Palla. „Extreme Wetterereignisse verschärfen die Lage.“ Das dürfe aber keine Ausrede sein. Es werde so viel wie nie zuvor gebaut, was kurzfristig aber Einschränkungen für Kunden bedeute. Die Sanierung mit aktuell rund 28.000 Baustellen sei alternativlos.
Palla verwies darauf, dass die Vorstände im Konzern und bei den Töchtern kleiner geworden sind, auch die Führungsstrukturen darunter. Die Bahn investiere zudem mehr Geld, um Züge sauberer zu machen und die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern, auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Auch seien die Ticketpreise im Fernverkehr nicht erhöht worden, während die Benzinpreise für Autofahrer deutlich höher liegen. Und im Gesamtjahr 2026 sei mit einem Konzerngewinn im dreistelligen Millionenbereich zu rechnen, nachdem es 2025 noch ein Verlust von mehr als zwei Milliarden war.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Konzerngewinn im dreistelligen Millionenbereich im Jahr 2026
Likely · Within months
Open Questions
- Wie genau wird das neue Konzept der Korridorsanierung aussehen?
- Wann stabilisieren sich die Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr spürbar?




