
Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai auf 2,6% gesunken, hauptsächlich dank des Tankrabatts, während Experten vor einer trügerischen Ruhe warnen und weitere Preissteigerungen vorhersagen.
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Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai - nach Einführung des Tankrabatts - gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts unter Berufung auf vorläufige Zahlen nur noch um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat - nach 2,9 Prozent im April. Seit Beginn des Iran-Kriegs war die Inflationsrate in Deutschland deutlich gestiegen. Lag sie im Februar - vor dem US-amerikanischen und israelischen Angriff auf Iran - noch bei unter zwei Prozent, kratzte sie zwei Monate später bereits an der Drei-Prozent-Marke. Ökonom sieht Tankrabatt als Grund "Der Tankrabatt kommt bei den Autofahrern an, zumindest weitgehend", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, dazu. Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zeige der Rückgang der Kraftstoffpreise um 6,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, dass die Mineralölunternehmen den Steuerabschlag von 17 Cent pro Liter weitgehend weitergegeben hätten - wenn auch nicht vollständig. Der Bundesbank zufolge drückte der Tankrabatt die Inflationsrate um etwa 0,25 Prozentpunkte. Das Bundeskartellamt betonte allerdings auch, dass im Mai auch die Rohölpreise gesunken seien, in der Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. "Die aktuellen Rohölpreise lassen vermuten, dass die Preise für Diesel und Benzin im Juni noch etwas weiter zurückgehen könnten", sagte Ökonom Schmieding. Das könne es der Bundesregierung erleichtern, den zweimonatigen Tankrabatt anschließend mit einem geringeren Preisnachlass zu verlängern oder ihn trotz der kommenden Sommerreisesaison ganz auslaufen zu lassen. Nahrungsmittel nur leicht weiter verteuert Insgesamt verteuerte sich Energie im Mai nur noch um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 10,1 Prozent im April. Nahrungsmittel verteuerten sich nur noch leicht um 0,4 Prozent. Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen kosteten 3,1 Prozent mehr. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat April. Experten warnen vor "trügerischer Ruhe" Experten warnen jedoch vor einem "trügerischen Entspannungssignal". So betonte zum Beispiel Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg, die Entlastung der Bundesregierung durch den Tankrabatt dürfte sich im Juli wieder verflüchtigen, sofern die Regierung nicht nachlege. Außerdem drohten nach wie vor Folgewirkungen des Krieges jenseits der Energie, etwa bei Nahrungsmitteln. Ähnlich äußerte sich der Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer: "Diese Ruhe ist trügerisch." Laut Umfragen würden die Unternehmen die gestiegenen Energiekosten bald an ihre Kunden weitergeben. Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten die Marke von drei Prozent überschreiten, sofern die Straße von Hormus nicht rasch dauerhaft geöffnet werde, so Krämer.

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Die KI-Technologie verändert die Wirtschaftsstruktur und bedroht den Sozialstaat. Europa muss seine Architektur anpassen, um die Finanzierung durch Lohneinkommen zu sichern und neue Einkommensquellen zu schaffen.

Eine Studie des ZEW zeigt, dass der Truppenabzug der USA in den 90ern zu langfristigen Wirtschaftsschäden in Deutschland führte, insbesondere in Regionen mit schwächeren Arbeitsmärkten.

Der Tankrabatt der Bundesregierung zeigt am ersten Tag Wirkung: Laut ADAC kostete E10 um 12.15 Uhr 2,076 Euro - 15,8 Cent weniger als Donnerstag zur gleichen Zeit. Diesel lag bei 2,177 Euro, 16,2 Cent unter dem Vor-Tag-Niveau. Vizekanzler Lars Klingbeil forderte die Mineralölkonzerne auf, die vollen 17 Cent an die Verbraucher weiterzugeben. Der Steuerrabatt von 16,7 Cent gilt seit Mitternacht und wird im Tagesverlauf zunehmend weitergegeben.

Die Inflation in Deutschland ist im April auf 2,9 Prozent gestiegen - den höchsten Wert seit Januar 2024. Grund ist der Iran-Krieg, der die Straße von Hormus blockiert und damit die Ölversorgung unterbricht. Energie verteuerte sich um 10,1 Prozent, Lebensmittel um 1,2 Prozent. Eine Zinserhöhung der EZB gilt als nahezu ausgeschlossen.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht an diesem Mittwoch eine erste Schätzung zur Inflation im April. Volkswirte halten es für möglich, dass die Teuerungsrate erstmals seit Ende 2023 wieder die Drei-Prozent-Marke überschritten hat. Im März lag die Inflation bei 2,7 Prozent – dem höchsten Stand seit Januar 2024. Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der Deutschen ihren Alltag bereits einschränken müssen. Besonders betroffen sind jüngere Menschen unter 30 Jahren und Menschen mit geringerem Einkommen.