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Back|Demografische Krise in Ostdeutschland: Wirtschaft warnt vor Folgen fehlender Zuwanderung
Demografische Krise in Ostdeutschland: Wirtschaft warnt vor Folgen fehlender Zuwanderung
NEWS
n-tv Wirtschaft·2 days ago·Economy·2 min read·🇩🇪Germany

Demografische Krise in Ostdeutschland: Wirtschaft warnt vor Folgen fehlender Zuwanderung

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft warnt vor einem massiven Schwund der erwerbsfähigen Bevölkerung in ostdeutschen Flächenländern ohne Migration.

Quick Look

  • Eine IW-Studie warnt: Ohne Zuwanderung droht ostdeutschen Flächenländern bis 2045 ein Rückgang der Erwerbsfähigen um über ein Fünftel.
  • Dies gefährdet die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Dienstleistungsversorgung, während das Thema Migration den Landtagswahlkampf prägt.

AI-generated summary

Why It Matters

Die ostdeutschen Flächenländer verzeichneten nach der Wiedervereinigung eine starke Abwanderung, die erst seit 2012 durch Zuwanderung teilweise kompensiert wurde.

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Die demografische Krise im Osten spitzt sich zu: Immer mehr potenzielle Arbeitskräfte wandern ab - die Gesellschaft überaltert. Migration wirkt der Entwicklung entgegen, doch die AfD pocht bekanntlich auf Rückführungen. Jetzt warnen Wirtschaftsexperten vor spürbaren Folgen für die Bevölkerung.

Den ostdeutschen Flächenländern droht einer Studie zufolge ohne Zuwanderung ein drastischer Schwund der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Ohne Migration würde die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte in diesen Bundesländern bis zum Jahr 2035 um mehr als ein Achtel sinken, bis 2045 sogar um gut ein Fünftel. Das geht aus Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. "Damit dürfte sich die Situation der Wirtschaft, insbesondere auch bei der Versorgung mit Dienstleistungen, kaum erhalten lassen", schreiben die IW-Ökonomen Philipp Deschermeier und Wido Geis-Thöne.

Der Studie zufolge ist die demografische Krise im Osten bereits weit fortgeschritten. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 66 Jahren sank in den ostdeutschen Flächenländern zwischen Ende 1995 und Ende 2025 von 10,05 Millionen auf 7,74 Millionen. Dies ist ein Rückgang um 23 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen ab 67 Jahren stark zu: von 1,82 auf 3,06 Millionen. Der Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung fiel zugleich von 70,9 auf 62,7 Prozent.

Dieser Entwicklung wirkte in den vergangenen Jahren die Zuwanderung entgegen. Nach einer langen Phase der Abwanderung nach der Wiedervereinigung verzeichnen die ostdeutschen Länder laut IW seit 2012 wieder Wanderungsgewinne. Die Zahl der 15- bis 66-jährigen Ausländer stieg demnach von 265.000 im Jahr 2010 auf 765.000 Ende 2025. Ihr Anteil an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wuchs in dieser Zeit von 3,1 auf 9,9 Prozent.

Würde die Migration gestoppt, dürfte die Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 66 Jahren in den ostdeutschen Flächenländern bereits bis 2035 um 13,0 Prozent auf 6,78 Millionen zurückgehen. Ihr Bevölkerungsanteil läge dann noch bei 59,7 Prozent. Bei einer Erwerbstätigenquote von aktuell 75,9 Prozent wären dann bereits nur noch 45,3 Prozent der Bevölkerung erwerbstätig.

Studie warnt vor Teufelskreis

"Mit dem technischen Fortschritt, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, könnten in der kommenden Zeit in größerem Maß Tätigkeiten automatisiert werden, für die bislang menschliche Arbeitskräfte benötigt wurden", betonen Deschermeier und Geis-Thöne. "Dennoch dürfte es auch in zehn bis 20 Jahren für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Region noch sehr problematisch sein, wenn weit weniger als die Hälfte der Bevölkerung am Arbeitsmarkt aktiv ist."

Insbesondere gelte das für Dienstleistungen im medizinischen, pflegerischen und handwerklichen Bereich, die sich nur schwer automatisieren ließen. Die Studie warnt vor einem Teufelskreis, sollte Zuwanderung ausbleiben. Eine alternde Bevölkerung und eine schlechtere Versorgung mit Dienstleistungen könnten die Regionen für jüngere Menschen unattraktiver machen. Dies könne wiederum zu mehr Abwanderung und weniger Zuzug führen.

Das Thema Zuwanderung spielt im aktuellen Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eine große Rolle. Die AfD liegt in beiden Bundesländern in den Meinungsumfragen vorn. Sie tritt für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik sowie für Rückführungsprogramme ein.

Open Questions

  • ?Wie effektiv können Automatisierung und KI den Arbeitskräftemangel kompensieren?
  • ?Welche politischen Maßnahmen werden nach den Wahlen zur Fachkräftesicherung ergriffen?

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This article was originally published by n-tv Wirtschaft.

Quick Look

  • Eine IW-Studie warnt: Ohne Zuwanderung droht ostdeutschen Flächenländern bis 2045 ein Rückgang der Erwerbsfähigen um über ein Fünftel.
  • Dies gefährdet die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Dienstleistungsversorgung, während das Thema Migration den Landtagswahlkampf prägt.

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Philipp Deschermeier
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