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Das Kaiserliche Patentamt öffnete 1877 in Berlin. Deutschland holte bei Patentanmeldungen auf und liegt heute europäisch an der Spitze. Weltweit gehört Deutschland weiterhin zur Spitzengruppe.
Als das Kaiserliche Patentamt 1877 in Berlin öffnete, war Deutschland spät dran. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten längst vergleichbare Behörden. Doch Deutschland holte auf und steht bei den Patentanmeldungen bis heute an Europas Spitze. Rund 25.000 waren es 2024 beim Europäischen Patentamt. Auch weltweit befinden wir uns nach wie vor in der Spitzengruppe.
Und trotzdem tut sich unsere Wirtschaft schwer. Wir sind voller Ideen, aber diese sind zu selten marktbestimmend. Der Wirtschaftshistoriker und Nobelpreisträger Joel Mokyr hat beschrieben, warum das so ist: Wirtschaftlicher Wohlstand entsteht da, wo das Wissen darüber, wie etwas funktioniert, auf die Fähigkeit trifft, es zu bauen.
Deutschland liefert das Wissen. Aber beim ehrgeizigen Bauen sind wir zu langsam geworden. Forschungsergebnisse werden zu selten in Umsatz umgewandelt.
Unsere heutige Schwäche liegt nicht am Anfang der Wertschöpfung, bei der Idee, sondern dort, wo Unternehmen wachsen, in der Skalierung. Dieses Wachstum erfordert Kapital und einen großen Heimatmarkt. Deutschland ringt mit beiden Prämissen, und Europa bietet weder einen vollständig integrierten Binnenmarkt noch eine echte Kapitalmarktunion.

Eine Studie von Simon Kucher zeigt, dass 67 Prozent der deutschen Hersteller langlebiger Konsumgüter trotz bereits erfolgter Preiserhöhungen und schwacher Nachfrage weitere Erhöhungen planen, was Experten vor einer Abwärtsspirale warnen lassen.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly übernimmt die Biotechfirma Merida Biosciences für bis zu 2,88 Milliarden Dollar in bar, um sein Portfolio bei Autoimmun- und Allergieerkrankungen zu erweitern. Der Deal umfasst eine Vorabzahlung und erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen, mit Abschluss im vierten Quartal geplant. Meridas Hauptkandidat MER511 wird gegen Morbus Basedow und Augenerkrankungen getestet.

Der Dax legte in der vergangenen Woche knapp 1,7 Prozent zu und erreichte mit 26.619 Punkten ein Rekordhoch. Trotz erneuter Spannungen im Nahen Osten beliefen sich die Verluste am Montag nur auf moderate Werte. Die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zeigt, dass Privatanleger die Marktsituation nach den Kursgewinnen wieder positiver einschätzen.

Der Rüstungsaufschwung der Bundeswehr führt zu Investitionen in Regionen wie Kassel, Görlitz und Unterlüß, wo Unternehmen der Rüstungsindustrie ihre Produktion ausbauen. Mit dem Verteidigungsbudget von 180 Milliarden Euro bis 2030 wechseln Tausende aus der Auto- und Maschinenbauindustrie in den Verteidigungssektor, wobei einige Betriebe ihre Produktion von Waggons auf Panzer umstellen.
Die Inflationsrate in Deutschland lag im August bei 2,9 Prozent, getrieben durch höhere Energiepreise für Kraftstoffe und Heizöl. Experten warnen vor weiterer Teuerung aufgrund des Iran-Konflikts und klimatischer Auswirkungen auf Ernten. Die EZB könnte die Leitzinsen am 10. September erhöhen, um die Inflation auf ihr 2-Prozent-Ziel zu bringen.

Der Dax fällt am Montag um rund ein Prozent auf 26.292 Punkte, nachdem er am Freitag ein Rekordhoch von 26.618,74 Punkten erreicht hatte. Die Veröffentlichung der deutschen Inflationsdaten für August mit einem Anstieg auf 2,9 Prozent belastet die Stimmung. Gleichzeitig bereitet sich das G20-Treffen unter US-Gastgeberschaft vor, bei dem die USA andere Staaten drängen wollen, ihre Wirtschaftsbeziehungen zum Iran einzustellen.