Deutschland und VAE vereinbaren Energiekooperation trotz EU-Hürden
Quick Look
- Zum Abschluss des Staatsbesuchs von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan in Berlin kündigen die VAE 40 Milliarden Euro an Investitionen an.
- Sefe, Adnoc und XRG prüfen Kooperationen im LNG-Bereich, während Kritik an der EU-Methanverordnung geübt wird.
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Why It Matters
Der Bund übernahm Sefe in der Gaskrise 2022 und muss das Unternehmen laut EU-Auflagen bis Ende 2028 privatisieren.
Berlin. Der Deutschland-Besuch von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, dem Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), endete am Freitag mit einer Reihe von Investitionsankündigungen und Vereinbarungen. Die Zusammenarbeit im Energiebereich spielt dabei eine wichtige Rolle. Aber es bestehen Hürden.
So schloss der bundeseigene Gasimporteur Sefe eine Absichtserklärung mit Adnoc, dem staatlichen Energie- und Chemiekonzern der Emirate, und XRG. XRG ist die internationale Investmentgesellschaft von Adnoc. In der Erklärung der drei Unternehmen heißt es, man wolle „Kooperationsmöglichkeiten entlang der Erdgas- und LNG-Wertschöpfungskette prüfen“.
Allerdings stellt die geltende Regulierung der Europäischen Union (EU) ein Hindernis für die Kooperation dar. Rainer Seele, President Global Chemicals bei XRG und Aufsichtsratschef des deutschen Chemiekonzerns Covestro, sagte dazu dem Handelsblatt: „Mit der EU-Methanverordnung schneidet sich die EU selbst von relevanten Bezugsquellen ab.“
Die EU-Methanverordnung hat das Ziel, die klimaschädlichen Methan-Emissionen entlang der Gas- und Öl-Wertschöpfungskette zu reduzieren. Gas- und Ölproduzenten werden zunächst verpflichtet, die Emissionen zu erfassen.
Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Große Produzenten von Flüssigerdgas (LNG) wie die USA und Katar haben bereits erklärt, sie wollten sich der EU-Regulierung nicht unterwerfen.
Die EU-Kommission will indes eine vollständige Aussetzung der Verordnung verhindern. Sie schlägt stattdessen vor, die Strafen bei einem Verstoß gegen die Verordnung zunächst nicht zu verhängen.
Nach Überzeugung Seeles geht das nicht weit genug: „Ein Aussetzen der Verordnung reicht nicht. Sie muss komplett von der Tagesordnung gestrichen werden.“
Außerdem müssen sich die Europäer nach Überzeugung des XRG-Managers auf langfristige Lieferverträge einlassen: „Langfristige Lieferverträge sind unerlässlich. Erst mit langfristigen Lieferverträgen lassen sich milliardenschwere Investitionen rechtfertigen.“
Das Thema ist in der EU umstritten. Kritiker langfristiger Lieferverträge argumentieren, Verträge mit Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren stünden den europäischen Klimazielen im Wege und verfestigten die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Seele betonte indes die Bedeutung der jetzt geschlossenen Absichtserklärung: „Wir haben großes Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit Sefe. Dass wir Deutschland als wichtigen Partner betrachten, haben wir mit der Übernahme von Covestro unter Beweis gestellt. Es handelt sich um die mit Abstand größte Einzelinvestition von XRG.“ XRG hatte die Übernahme des deutschen Polymer- und Kunststoffherstellers Ende 2025 abgeschlossen.
Seele sagte, XRG habe sich zum Ziel gesetzt, ein relevanter globaler Player auf dem LNG-Markt zu werden. „Dabei bilden wir die gesamte LNG-Wertschöpfungskette ab und legen Wert auf Diversifizierung. Wir treiben unter anderem Projekte in den USA, in Mosambik und Argentinien voran“, erklärte er.
Sefe kann seiner Einschätzung nach von dieser Diversifizierung profitieren. Seele betonte: „Wir sprechen hier über relevante LNG-Mengen, die noch nicht unter Vertrag sind.“
Zu Spekulationen, XRG habe Interesse an einem Einstieg bei Sefe, äußerte sich Seele nicht. Der Bund hatte Sefe im Zuge der Gasversorgungskrise des Jahres 2022 übernommen.
Die EU-Kommission hatte die Auflage gemacht, das Unternehmen bis Ende 2028 zu privatisieren. Der Bund darf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie behalten.
Die Vereinbarung zwischen Sefe, Adnoc und XRG gehört zu einer Reihe von Kooperationen zwischen Deutschland und den VAE, die bei dem Staatsbesuch angekündigt wurden. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem „wuchtigen Signal“.
Die VAE kündigten ein Investitionspaket in Höhe von insgesamt 40 Milliarden Euro in Deutschland an. Die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Umwelt, Verteidigung und Verteidigungstechnologie soll ausgebaut werden.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Sefe muss bis Ende 2028 privatisiert werden.
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Open Questions
- Wie reagiert die EU-Kommission auf die Forderung nach vollständiger Streichung der Methanverordnung?
- Planen die VAE einen Einstieg bei Sefe?


