Back"Die Stromsteuer muss für alle gesenkt werden"
"Die Stromsteuer muss für alle gesenkt werden"
Developing
Tagesschau Inland1 hour agoPolitics2 min readGermanyView translation

"Die Stromsteuer muss für alle gesenkt werden"

Quick Look

  • Nach drei verlorenen Landtagswahlen und Umfragewerten unter 20 Prozent tagt die CDU-Führung in Berlin über Energieversprechen, Rentenreform und interne Streitigkeiten.
  • Gordon Schnieder fordert Senkung der Stromsteuer und kritisiert den Fokus auf Personaldebatten statt auf Lebenshaltungskosten der Bürger.

AI-generated summary

Why It Matters

Die CDU befindet sich nach drei aufeinanderfolgenden verlorenen Landtagswahlen und Umfragewerten unter 20 Prozent in einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Der Koalitionsvertrag mit der SPD enthält Versprechen zu günstiger Energie und Rentenreform, die bislang nicht vollständig umgesetzt wurden.

Font size

Drei krachend verlorene Landtagswahlen in Folge, Umfragewerte unter 20 Prozent und ein deutlich angeschlagener Kanzler und Parteichef Friedrich Merz: Die CDU sucht bei ihrer Führungsklausur in Berlin nach einem Weg aus einer der schwersten Krisen ihrer gut 80-jährigen Geschichte.

Zum Führungspersonal der Partei gehört auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder. Im ARD-Bericht aus Berlin sagte er, um wieder in die Offensive zu kommen, müsse sich die Partei ernsthaft damit auseinandersetzen, wie die vergangenen Monate verlaufen sind.

"Das war ein Versprechen, das ist zu halten"

So habe die Bundesregierung im Koalitionsvertrag unter anderem günstige Energie für alle versprochen. "Wir haben den Industriestrompreis auch beihilferechtlich durchgesetzt, aber wir haben es nicht geschafft, den Mittelstand mitzunehmen und wir haben es nicht geschafft, diese günstige Energie auch für alle Menschen im Land umzusetzen. Das macht Vertrauen kaputt", so Schnieder. "Und das sind Punkte, über die wir offen reden und jetzt auch in die Umsetzung gehen müssen."

Die Stromsteuer müsse gesenkt werden, "und zwar für alle, so wie es im Koalitionsvertrag zugesagt war", forderte Schnieder. "Das war ein Versprechen, das ist zu halten und ich werde nicht müde werden, das auch künftig einzufordern."

Schnieder: Beim Rentenpaket sind Fraktionen am Zug

Auch beim Thema Rente hakt es in der schwarz-roten Koalition. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch will nun auch die Fraktionen und Länder-Regierungschefs einbinden, um Blockaden aufzulösen. Der Streit dreht sich im Kern um das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Die Abschaffung hatte eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission vorgeschlagen, von Teilen der SPD kommt aber Widerstand.

In seiner Rolle als CDU-Ministerpräsident erteilte Schnieder dem SPD-Vorstoß jedoch eine Absage: Es sei nicht die Aufgabe der Länderchefs, "die Arbeit des SPD-Fraktionsvorsitzenden zu erledigen", so Schnieder im Bericht aus Berlin. "Es gab einen Koalitionsausschuss, es gibt einen Koalitionsvertrag und auf der Ebene hat man sich verständigt, das Paket ist eingebracht und es befindet sich jetzt im parlamentarischen Verfahren."

Das System funktioniere nicht mehr und müsse neu gestaltet werden. "Wir brauchen eine Beitragsstabilität - bestenfalls eine Beitragssenkung, und wir brauchen die klare Perspektive, dass die Altersversorgung gesichert wird. Deswegen müssen wir da ran." Über Einzelheiten könne noch diskutiert werden, "aber jetzt sind die Fraktionen gefordert - und somit auch Herr Miersch gefordert, das mit seiner Fraktion auf die Reihe zu bringen."

Miersch verteidigt seinen Vorstoß

Ebenfalls im Bericht aus Berlin verteidigte Miersch seinen Vorstoß Die Rentenreform sei "eines der entscheidenden Pakete". Man sehe, dass gerade den Ministerpräsidenten im politischen Prozess eine wichtige Rolle zukomme. Es gehe darum, eine stabile Grundlage zu bilden und ein Gesetz zu beschließen.

Der SPD-Politiker verwies dabei auch darauf, dass sich CDU-Ministerpräsidenten und auch Markus Söder von der CSU mit Vorschlägen einbringen könnten. "Und das ist der Gedanke dahinter. Und ich glaube, so einfach sollte man das an dieser Stelle nicht abtun", sagte er zu seinem Vorstoß.

"Wir müssen aufhören, über Personen zu diskutieren"

Auch wenn die Personaldebatte um Kanzler Merz etwas abgeflaut ist, die Situation bleibt brenzlig für ihn. Der angeschlagene Parteichef versucht bei der Klausur, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Wenn es nach Schnieder ginge, dann sollten die Personalstreitigkeiten der Vergangenheit angehören: "Wir müssen aufhören, über Personen zu diskutieren. Personalstreitigkeiten sind der Garant dafür, nicht mehr gewählt zu werden und auch nicht mehr als glaubwürdig erachtet zu werden."

Seit Monaten spreche die Partei nur über Reformen und über Sparpakete, so Schnieder. "Wir müssen aber in den Lebensalltag der Menschen zurückkehren. Zuhören und begreifen, dass am Ende des Geldes noch ganz viel Monat kommt. Dass viele nicht wissen, wie sie vor dem Winter das Heizöl bezahlen sollen, dass die Lebenshaltungskosten steigen, aber die Löhne in den letzten Jahren nicht mitgestiegen sind. Das sind die Probleme, und darum müssen wir uns jetzt kümmern, statt über Personalien zu sprechen."

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die CDU wird die Senkung der Stromsteuer für alle Bürger in den Koalitionsverhandlungen vorantreiben.

    Likely · Within weeks

  • Die Fraktionen von CDU und SPD werden in den kommenden Wochen über das Rentenpaket verhandeln, um eine Einigung zu erzielen.

    Possible · Within weeks

Open Questions

  • Wird die CDU die Stromsteuer tatsächlich für alle senken können?
  • Wie wird der Streit über das Rentenpaket zwischen CDU und SPD gelöst?
  • Kann Friedrich Merz das Vertrauen in die Partei zurückgewinnen?

Related Topics

This article was originally published by Tagesschau Inland.

Related Stories

Black-red under pressure: How the coalition wants to regain trust
Developing·

Black-red under pressure: How the coalition wants to regain trust

The black-red coalition is facing growing challenges: reform projects from the summer are stalling, while the election of AfD politician Tobias Rausch as state parliament president in Saxony-Anhalt is putting a strain on trust between the CDU/CSU and the SPD. Business and politics warn of time pressure, while experts emphasize internal conflict resolution and clear communication as the key to the ability to govern.

Tagesschau Inland
2 min read
Sahra Wagenknecht: Joint dinner between AfD and BSW in Saxony-Anhalt “completely wrong”
Developing·

Sahra Wagenknecht: Joint dinner between AfD and BSW in Saxony-Anhalt “completely wrong”

After a joint dinner between BSW and AfD in Saxony-Anhalt, which was organized by the right-wing extremist Compact magazine, BSW members criticized the proximity to the AfD. Party leaders such as Sahra Wagenknecht and Fabio De Masi distanced themselves from the meeting, while BSW state deputy parliamentary group leader Claudia Wittig admitted a mistake and emphasized that such events would not be repeated.

Spiegel Deutschland
2 min read
More on this topiccdu