
Trotz Kritik an Militärmanövern und gescheiterten Initiativen sucht Trump die Nähe zu Nordkorea und kündigt mögliche Treffen an.
US-Präsident Donald Trump kritisiert gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea und sucht trotz internationaler Bedenken und des Scheiterns früherer Initiativen die Nähe zu Nordkorea und Kim Jong-un.
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Trump hatte in seiner ersten Amtszeit versucht, das nordkoreanische Atomwaffenprogramm durch Gipfeltreffen zu verhindern, was jedoch zu keinen substanziellen Abrüstungserfolgen führte.
Das war auch deswegen irritierend, da Trump am Sonntag erst das Militärmanöver scharf kritisiert hatte, das derzeit seine eigene Armee gemeinsam mit dem südkoreanischen Militär ausführt. Grund seiner Kritik war sein „gutes Verhältnis“ zu Kim Jong-un. Die Übungen würden „ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an ein Land“ senden, das sich ihm gegenüber „nicht bedrohlich, sondern respektvoll verhalten“ habe, so Trump.
Weniger respektvoll geht Nordkorea mit seinen direkten Nachbarn um. Am Donnerstag schickte Pjöngjang der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge eine Salve Kurzstreckenraketen über das Japanische Meer. Damit droht Kim Südkorea und Japan und ist darüber hinaus ein enger Verbündeter Russlands, das mittlerweile auch mithilfe nordkoreanischer Soldaten seinen Krieg gegen die Ukraine führt. Der einzige sinnvolle Grund, wieso Trump die langjährigen Verbündeten Südkorea und Japan verprellt und stattdessen die Nähe zu Nordkorea sucht, wäre, dass er einen außenpolitischen Erfolg sucht. Seine bisherigen Initiativen sind fast alle gescheitert. Der US-Krieg gegen Iran hat dem Regime in Teheran sogar ein Druckmittel an die Hand gegeben, die Sperrung der Straße von Hormus.
Im Verlauf der Woche behauptete Trump noch, dass er geheime Verhandlungen mit Kim führe. Vielleicht hat dieser nur seine Schwester nicht darüber informiert? „Dies ist womöglich der einzige Punkt, über den ich im Zusammenhang mit der Außenpolitik unserer obersten Führung nicht Bescheid weiß“, sagte Kim Yo-jong dazu. In einer Erklärung würdigte sie die Beziehung zwischen Kim und Trump und sagte, ihr Bruder hege „persönlich gute Erinnerungen und Gefühle“ gegenüber dem US-Präsidenten. Außerdem wies sie auch gleich die Behauptungen des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zurück, wonach Nordkorea plane, Zehntausende Soldaten für einen Kampfeinsatz an der Seite Russlands zu entsenden.
Trump wiederum erklärte am Mittwoch, dass Nordkorea „57 sehr starke Atomwaffen“ besitze, und enthüllte damit Informationen, die normalerweise nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Auch die Geheimdienststellen der USA sind derzeit nicht zu beneiden. Nachdem die Zahl erst mal im Raum war, korrigierte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Donnerstag: Nordkorea verfüge über 80 bis 120 Atomsprengköpfe, „aber es ist sehr schwierig, eine exakte Zahl zu nennen“, sagte Verteidigungsminister Ahn Gyu-back vor Abgeordneten in Seoul. Ahn lehnte es in der anschließenden Befragung ab, sich dazu zu äußern, ob Trumps Hinweis auf die 57 Sprengköpfe einer Anerkennung des Atomstatus Nordkoreas durch die USA gleichkomme.
Eigentlich war es Trumps Absicht in seiner ersten Amtszeit gewesen, das nordkoreanische Atomwaffenprogramm zu verhindern. Eine Reihe als historisch bezeichneter Gipfeltreffen führte letztlich nur zu Absichtserklärungen – und zu mindestens „57 sehr starken Atomwaffen“, wie man heute weiß. Trotz dieses Scheiterns hält Trump an seinem Plan fest. Am Mittwoch wurde der US-Präsident wiederum vor dem Einsteigen in den Hubschrauber Marine One gefragt, ob er Kim Jong-un noch in diesem Jahr zu treffen plane: „Ja, das werde ich.“
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Trump plant ein Treffen mit Kim Jong-un noch in diesem Jahr.
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