
Borussia Dortmund kommt bei Union Berlin nicht über ein 0:1 bzw. torloses Remis hinaus und verfällt in eine kleine Ergebniskrise.
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Borussia Dortmund durchläuft eine sportliche Durststrecke nach Spielen gegen Werder Bremen, Bodö/Glimt und Union Berlin.
Bei Union Berlin waren sie darob insofern recht zufrieden, als es nach dem Köpenicker 1:0-Sieg der Vorwoche gegen die SV Elversberg schon das zweite Spiel ohne gegnerisches Tor war. Union hatte zuvor 17 Gegentreffer eingesammelt; in der aktuellen Bundesligasaison ist das Team nur deshalb nicht die Schießbude der Nation, weil Borussia Mönchengladbach auch mitwirkt. Beim BVB hingegen waren die Gesichter betreten und die Töne so kleinlaut, dass man mitunter die Ohren spitzen musste, wenn die Verantwortlichen sprachen.
Das hatte mehr mit den vorangegangenen Partien zu tun denn mit der aktuellen Leistung. Zur Erinnerung: Beim ersten Auftritt nach der langen Länderspielpause hatten sich die Dortmunder in der Schlussphase durch Werder Bremen (sprich: durch Niclas Füllkrug) das Fett vom Bütterken nehmen lassen (2:2), danach verlor Dortmund in Norwegen bei Bodö/Glimt in der Champions League mit 0:1. Das torlose Unentschieden bei Union war mithin das dritte sieglose Spiel in Serie, und allein das rechtfertigte, dass die mitgereisten Anhänger, darunter so einige der sogenannten „Allesfahrer“, im Stadion An der Alten Försterei nach Spielschluss vernehmlich murrten.
Sie dürften geahnt haben, was sich Stunden später zutragen sollte: dass der BVB in der Tabelle hinter den zuletzt eher nachlässigen FC Bayern zurückfiel. Ob so „eine kleine Krise“ aussehe, lautete also eine der Fragen, die unter anderem Anton ertragen musste. Nein, antwortete Anton, man mache eher „eine kleine Erfahrung“ durch: „Du willst ja Spiele gewinnen. Wir sind Borussia Dortmund und wollen alles gewinnen. Jedes Spiel. Und wenn du es nicht machst, fehlt dir etwas und den Fans auch.“
Jobe Bellingham leistet sich in Köpenick Fehlpässe, auf die man erst mal kommen muss
Dieses Gefühl potenziert sich, wenn der Mangel an Dreiern nicht durch eine anderweitige Labsal kompensiert wird, und ein ästhetischer Genuss war die Partie beileibe nicht. Anton durfte als „Man of the Match“ eine Ballminiatur heimtragen, ein Autoscooter wäre als Preis passender gewesen. Denn das Spiel war im Grunde eine 90-minütige Karambolage und Anton überragend, weil er 26 von 35 Zweikämpfen gewann und diesbezüglich eine höhere Erfolgsquote aufwies (76 Prozent) als jeder andere Akteur auf dem Rasen. Das war auch deshalb imposant, weil der 30-Jährige unter den drei Dortmundern war, die in der Anfangsviertelstunde von Referee Daniel Schlager verwarnt worden waren.
Dortmunds Trainer Niko Kovac freute sich einerseits daran, dass seine Mannschaft mehr Leidenschaft zeigte als drei Tage zuvor auf dem norwegischen Kunstrasen in der Champions League: „Es war deutlich besser als am Polarkreis“, flüsterte er. Andererseits klagte der 55-Jährige – oder müsste es heißen: sogar er? – über einen Mangel an Kreativität. Allzu laut tat er das auch im übertragenen Sinne nicht, denn auch Kovac weiß, dass der Einfallsreichtum nicht zu den Kernkompetenzen jener Spieler gehört, die er ins Mittelfeld stellt; allen voran der mit großartigen anaeroben Fähigkeiten ausgestattete Jobe Bellingham. Er leistete sich auch in Köpenick Fehlpässe, auf die man erst mal kommen muss.
Auch dadurch trat deutlich zutage, dass der griechische Künstler Giannis Konstantelias vermisst wird, der 23-Jährige muss einen im August erlittenen Kreuzbandriss auskurieren. BVB-Sportdirektor Ole Book führte den Mangel an fußballerischem Einfallsreichtum am Samstag allerdings auf andere Faktoren zurück. „Wenn wir mutiger werden, dann spielen wir auch echt guten Fußball, dann können wir den Gegner auch unter Druck setzen“, analysierte Book und bezog sich damit auf die eher zaghafte Anfangsphase von Berlin: „Wenn wir zurückliegen, wie in Norwegen, oder wenn wir das Gefühl haben, am Ende läuft die Zeit weg, werden wir deutlich besser. Das ist das Thema, dem wir uns widmen sollten.“
Die nächste Gelegenheit bietet sich am Dienstag in der Champions League beim FC Sabah, der in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku wartet. Borussia Dortmund wird dort ohne seinen zweiten griechischen Zugang der Saison antreten müssen: Der 18-jährige Konstantinos Karetsas verletzte sich bei einem Zweikampf mit Rani Khedira am Sprunggelenk und fällt vorerst aus.
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Borussia Dortmund tritt am Dienstag in der Champions League beim FC Sabah an.
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