Dutzende tote Jungwale an argentinischer Küste gespült
Quick Look
- Dutzende tote Jungwale der Südlichen Glattwale wurden an den Stränden der Halbinsel Valdés in Argentinien angespült.
- Als Todesursache wird ein Bakterium vermutet, das systemische Erkrankungen bei Kälbern auslösen kann.
- Die Provinzregierung Chubut untersucht die Vorfälle gemeinsam mit Wissenschaftlern und schließt menschliche Ursachen bislang aus.
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Why It Matters
Die Halbinsel Valdés in Nordpatagonien ist ein bedeutendes Rückzugsgebiet für Meeressäuger und wurde 1999 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt. Südliche Glattwale nutzen die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen.
Dutzende tote Jungwale sind an die Strände der argentinischen Halbinsel Valdés gespült worden. Als mögliche Todesursache gilt nach bisherigen Erkenntnissen ein Bakterium, das bei den Kälbern der Südlichen Glattwale systemische Erkrankungen auslösen kann, wie die Regierung der Provinz Chubut erklärte. Hinweise auf einen vom Menschen verursachten Grund seien bislang nicht gefunden worden.
Die Provinzregierung untersucht die Strandungen gemeinsam mit Wissenschaftlern. Betroffen sind Südliche Glattwale (Eubalaena australis), auch Südkaper genannt. Die Tiere ziehen zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen an die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays. In den nordpatagonischen Gewässern Argentiniens halten sie sich dabei in großer Zahl auf.
Der Wissenschaftler Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsrat Conicet sprach gegenüber der Zeitung «Página/12» von einer «recht hohen Sterblichkeitsrate». Die Provinzregierung verwies dagegen darauf, dass jedes Jahr Glattwale sterben würden. Die aktuellen Fälle könnten daher auch Teil der natürlichen Populationsdynamik sein. Die Zahl der verendeten Tiere könne von Saison zu Saison und auch innerhalb einer Saison schwanken.
Der Bakterienbefall sei derzeit die Arbeitshypothese. Ein solches Phänomen sei auch bereits an anderen Orten der Welt beobachtet worden.
Wichtiger Lebensraum und Unesco-Weltnaturerbe
Die rund 4.000 Quadratkilometer große Halbinsel Valdés in Nordpatagonien ist ein bedeutendes Rückzugsgebiet für Meeressäuger. Tausende Seelöwen, Seeelefanten und zahlreiche Walarten kommen während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit in die Küstengewässer. Dort treffen zwei Meeresströmungen aufeinander und sorgen für nährstoffreiche Gewässer. Die Halbinsel wurde 1999 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Provinzregierung Chubut wird die Untersuchung der Todesursache in den kommenden Wochen fortsetzen.
Likely · Within weeks
Ferner werden Wissenschaftler weitere Proben analysieren, um die Bakterienhypothese zu bestätigen oder auszuschließen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welches spezifische Bakterium verursacht die Todesfälle?
- Wie hoch ist die genaue Anzahl der verendeten Jungwale?
- Gibt es einen Zusammenhang mit Umweltveränderungen oder Klimafaktoren?
- Wie wirkt sich dies auf die Population der Südlichen Glattwale aus?