Er soll 70 Opfer missbraucht haben – Staatsanwalt braucht zwei Stunden nur zum Verlesen der Anklage
Dem 46-jährigen Mediziner aus dem Havelland werden 130 Fälle sexuellen Missbrauchs an über 70 Betroffenen vorgeworfen.
Quick Look
- Ein 46-jähriger Kinderarzt hat vor dem Landgericht Potsdam den sexuellen Missbrauch von über 70 Patienten gestanden.
- Dem aus dem Havelland stammenden Mediziner werden 130 Fälle vorgeworfen, die sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren erstreckten.
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Why It Matters
Die Ermittlungen gegen den Arzt begannen im November des Vorjahres nach der Anzeige einer Mutter. Die Vorwürfe erstrecken sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren bis zurück in das Jahr 2013.
Ein Kinderarzt hat vor Gericht in Potsdam einen jahrelangen sexuellen Missbrauch von Patienten gestanden. „Ich habe große Schuld auf mich geladen“, sagte der Mann vor dem Landgericht. Er habe bereits ein Geständnis zu fast allen Taten abgelegt – denn er wolle den Opfern Aussagen vor Gericht ersparen. „Dabei wird es bleiben.“ Dem Mediziner aus dem Havelland westlich von Berlin werden insgesamt 130 Fälle zur Last gelegt.
Zu Beginn des Prozesses verlas die Staatsanwaltschaft mehr als zwei Stunden lang die Anklage. Der 46 Jahre alte Angeklagte soll die Sexualstraftaten an zwei Klinikstandorten, in einem ärztlichen Bereitschaftszimmer und in Kindertagesstätten begangen haben. Er soll von den sexuellen Handlungen Bilder und mehrfach auch Videos gemacht haben.
Die Staatsanwaltschaft geht von mehr als 70 Betroffenen aus, die zum Tatzeitpunkt zwischen 2 und 20 Jahren alt waren. Im Gerichtssaal waren zum Prozessauftakt 15 Nebenkläger anwesend.
Die Ermittlungen gegen den Arzt waren im November vergangenen Jahres nach der Anzeige einer Mutter ins Rollen gekommen. Nach der Auswertung von Datenträgern weitete sich der Fall aus. Angeklagt sind Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die sich über mehr als zehn Jahre erstrecken. Die Vorwürfe gehen bis Dezember 2013 zurück.
Open Questions
- Wie lautet das endgültige Strafmaß?
- Welche Konsequenzen ergeben sich für die betroffenen Klinikstandorte?

