Erneut Rohöltanker in Straße von Hormus unter Beschuss geraten
Ein Rohöltanker ist in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Die Besatzung ist in Sicherheit. Unterdessen geben die G7-Staaten Notfallreserven frei.
Quick Look
- Ein Rohöltanker ist nahe der omanischen Küste in der Straße von Hormus von einem Projektil getroffen worden.
- Die Besatzung ist in Sicherheit.
- Nach anhaltenden Angriffen und Blockaden im Konflikt haben die G7-Staaten die Freigabe von Ölreserven vereinbart.
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Why It Matters
Die Straße von Hormus ist ein zentraler Engpass für den weltweiten Öltransport und im Konflikt zwischen Iran und den USA umstritten.
Die Vorfälle in der Straße von Hormus hatten sich zuletzt gehäuft: Nun ist einem Bericht zufolge erneut ein Rohöltanker unter Beschuss geraten. Das Schiff sei auf der Backbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen worden, berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän. Die Besatzung des Schiffes befindet sich demnach in Sicherheit.
Der Beschuss ereignete sich den Angaben zufolge nahe der nördlichen Spitze Omans, wo die Enklave Musandam in die Meerenge hineinragt. Das Schiff befand sich zu dem Zeitpunkt weniger als acht Kilometer von der Küste entfernt. Erst am Freitag war ein Angriff auf einen Tanker bekannt geworden.
Iran und Oman sind direkte Anrainerstaaten der Straße von Hormus, die an ihrer engsten Stelle nur rund 35 bis 40 Kilometer breit ist. Die Meerenge ist im Irankrieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Iran und den USA geworden. Seit dem Beginn des Kriegs Ende Februar hat Teheran die Meerenge weitgehend blockiert und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen. Infolge der Blockaden sind die weltweiten Ölpreise stark gestiegen. Auch das US-Militär hatte zivile iranische Schiffe attackiert.
Europa gibt Dieselvorräte frei
Angesichts gestiegener Treibstoffpreise und auf Druck aus den USA haben die G7-Staaten am Freitag die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven vereinbart. Die Freigabe solle »sofort beginnen« und sich über vier Monate erstrecken, »einschließlich einer vorgezogenen umfangreichen Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage«, hieß es in der G7-Erklärung. Die Ölpreise gaben deutlich nach.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Michael Kellner kritisierte die Freigabe der Reserven. »Der Wahlkampf von Trump ist kein Notfall. Diese Freigabe ist eine politische Dummheit. Die EU macht sich klein und schwach«, sagte Kellner dem SPIEGEL.
Immer mehr Tanker passieren das Nadelöhr, obwohl Iran Dutzende Drohnen und Raketen pro Woche in der Meerenge verschießt. Warum gelangt wieder so viel Öl durch die Straße von Hormus? Die Hintergründe .
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl über vier Monate
Very likely · Within months
Open Questions
- Wer ist der Angreifer des Tankers?
- Wie lange halten die Blockaden an?




