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Estland ist ein NATO- und EU-Mitglied an der Grenze zu Russland mit einer russischsprachigen Minderheit. Das Land gilt als Vorreiter in der Digitalisierung und hat eine aktive Start-up-Szene. Das Präsidentenamt ist weitgehend repräsentativ, umfasst aber das Oberkommando der Streitkräfte.
Das NATO- und EU-Land Estland bekommt eine weibliche Staatspräsidentin. Das Parlament wählte die Juristin Ülle Madise im ersten Wahlgang mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit. Gegenkandidaten gab es nicht. Die Staatspräsidentin hat überwiegend repräsentative Aufgaben - ist aber auch Oberbefehlshaberin der Streitkräfte.
Die 51-Jährige ist seit 2015 Justizkanzlerin und überwacht als unabhängige Ombudsfrau, ob die Gesetzgebung verfassungsgemäß ist. Sie war Rechtsberaterin des früheren estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves und arbeitete viele Jahre als Rechtsprofessorin.
Das baltische Land steht mit seiner russischsprachigen Minderheit und seiner Grenze zu Russland immer wieder im Blickpunkt der europäischen Sicherheit an der NATO-Außengrenze. Estland gilt außerdem als Vorbild für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und hat eine erfolgreiche Start-up-Szene.
Madise: Eine Präsidentin, die fließend Deutsch spricht
In einer knapp zehnminütigen Ansprache versprach Madise, sich als Präsidentin für das Wohlergehen Estlands einzusetzen, das die vorderste Frontlinie für die Sicherheit ganz Europas und des gesamten freien Westens bilde. Zu außenpolitischen Themen äußerte sie sich nicht.
Die Juristin spricht fließend Deutsch. Sie sagte einmal, das sei für sie die Sprache der Wissenschaft. Geprägt und persönlich beeinflusst wurde Madise nach eigenen Angaben von Enzyklopädien und besonders vom deutschen Nachschlagewerk Brockhaus, das sie während ihres Studiums zum Lernen benutzte.
Madise wird den bisherigen Staatspräsidenten Alar Karis ablösen, der sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Madise ist die zweite weibliche Staatspräsidentin Estlands: Von 2016 bis 2021 hatte Kersti Kaljulaid das Amt inne.
Mit Informationen von Christian Stichler, ARD Stockholm

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Vier Parteiaustritte beim BSW in Thüringen bringen die Brombeerkoalition in Not. Zwischen Sahra Wagenknecht und dem Landesverband eskaliert der Konflikt. Die Zukunft von Partei und Regierung ist ungewiss.

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Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Deutschland Unterstützung angeboten. Die Ukraine sei bereit, mit Fachwissen, Erfahrung oder in anderen Bereichen zu helfen. Unterhändler beider Länder stellen derzeit den Text eines geplanten Drohnen-Abkommens zwischen Berlin und Kiew fertig, das zusätzliche Verteidigungsfähigkeiten verschaffen soll. Selenskyj sprach mit Bundeskanzler Friedrich Merz über den Inhalt und einen möglichen Unterzeichnungstermin. Die Bundesregierung hatte Russland für den Anschlag verantwortlich gemacht und daraufhin die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin angekündigt.

Das russische Außenministerium hat den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Berlins Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig zu protestieren. Gleichzeitig fordert die Bundesregierung höhere Verteidigungsausgaben, während das Kabinett die Steuerreform auf den Weg bringt und Finanzminister Klingbeil aufgrund eines Schadens am Regierungsflieger später zurückfliegen kann.
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