EU-Abgeordnete fordern Untersuchung gegen Fifa-Chef Infantino wegen Beziehungen zu Trump
Hintergrund ist die Verleihung des Fifa-Friedenspreises an den US-Präsidenten
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Über 50 EU-Abgeordnete fordern eine Untersuchung gegen Fifa-Chef Gianni Infantino wegen möglicher Verstöße gegen den Ethikkodex aufgrund seiner Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump, insbesondere nach der Verleihung des Fifa-Friedenspreises.
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Mehrere EU-Abgeordnete haben Berichten zufolge eine Untersuchung gegen Fifa-Chef Gianni Infantino wegen möglicher Verstöße gegen den Ethikkodex des Weltfußballverbandes gefordert. Hintergrund ist das Verhältnis des Weltverbandschefs zu US-Präsident Donald Trump. In einem Brief, über den The Athletic und Politico berichteten, drückten 50 Mitglieder des Europäischen Parlaments ihre Unterstützung für die entsprechende Beschwerde der Organisation FairSquare gegen Infantino aus. Die Abgeordneten fordern insbesondere eine Untersuchung der Vergabe des neu ins Leben gerufenen Fifa-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung der Vorrundengruppen. Die Beschwerde biete der Fifa »die Gelegenheit, ihr Bekenntnis zu politischer Neutralität, Transparenz und Verantwortlichkeit unter Beweis zu stellen«, hieß es. Wenn Infantino »einen Präsidenten gegenüber einem anderen bevorzugt, schadet das dem Ansehen der Fifa und des gesamten Turniers«, schrieb der Europaabgeordnete Barry Andrews. Das Schreiben wurde unter anderem von Abgeordneten aus Irland, Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien, Italien, Luxemburg, Dänemark, der Slowakei und den Niederlanden unterzeichnet. Norwegen hatte Beschwerde zuvor bereits unterstützt. FairSquare begrüßte den Brief der EU-Parlamentarier. Das Schreiben sei nun »ein äußerst bedeutender politischer Eingriff in die Aufarbeitung von Fehlverhalten« beim Fußballweltverband, teilte FairSquare-Direktor Nicholas McGeehan mit. Laut McGeehan bestätigte die Ethikkommission den Eingang der Beschwerde, der aktuelle Stand ist jedoch offen. Ihm sei mitgeteilt worden, »dass sie nicht verpflichtet seien, uns über den Fortschritt zu informieren«, sagte McGeehan vor dem WM-Start. Nachdem die Verleihung des Friedenspreises und die Nähe zwischen Trump und Infantino weltweit auf Kritik gestoßen war, hatte der Weltverband seinen Chef verteidigt. »Um eine Veranstaltung von der Größenordnung der Fifa-Weltmeisterschaft auszurichten, ist es absolut unerlässlich, eine kooperative Beziehung zu den Regierungsbehörden der Gastgeberländer aufzubauen«, hieß es damals. Seit der Vergabe pflege Infantino »enge Beziehungen« zu Trump sowie zu den Regierungschefs der Mitveranstalter Kanada und Mexiko. Norwegen hatte bisher als einziger Verband seine Unterstützung für die Beschwerde ausgedrückt und die Kammer des Weltverbandes zu einer Prüfung des Sachverhalts aufgefordert.


