
Präsident Javier Milei bekräftigt Besitzansprüche auf die Falklandinseln und droht Firmen, die Ölfelder erschließen.
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Argentinien und Großbritannien führten 1982 einen 74-tägigen Krieg um die Falklandinseln. Der Anspruch auf die Inseln ist in der argentinischen Verfassung verankert.
Nach Sanktionsdrohungen und frisch geäußerten Besitzansprüchen des argentinischen Präsidenten Javier Milei auf die Falklandinseln im Südatlantik hat die britische Regierung ihre „uneingeschränkte und unverrückbare“ Zuwendung für die Inseln beteuert. In einer Mitteilung hieß es, es sei zweifellos klar, dass das Recht der Einwohner der Inseln auf Selbstbestimmung auch das Recht einschließe, ihre eigenen natürlichen Ressourcen zu nutzen.
Milei hatte die erneuerten Ansprüche auf die Inseln mit Sanktionsdrohungen gegen Unternehmen verbunden, die gegenwärtig dabei sind, Ölfelder im Seegebiet um die Falklandinseln – die von Argentiniern als Malwinen bezeichnet werden – zu erschließen. Der argentinische Präsident präsentierte seine Drohung in einer Fernsehansprache, umgeben von Mitgliedern seiner Regierung. Er reagierte damit seinerseits auf Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der in einem Interview mit dem privaten britischen Fernsehsender GB News in Zweifel gezogen hatte, ob die Vereinigten Staaten Großbritannien zu Hilfe eilen würden, wenn es zu einem neuerlichen militärischen Konflikt mit Argentinien um die Inseln käme.
Trump sagte dazu, er habe von Großbritannien jüngst für seinen Angriff auf Iran auch keine Hilfe erhalten. Milei nahm seinerseits Bezug auf die Äußerungen Trumps und gab an, die Vereinigten Staaten überprüften gerade ihre historische Haltung bezüglich der Falklandinseln. Das seien „keine leeren Worte“. Vielmehr wüssten Trump und seine Regierung, dass „Argentinien ein verlässlicher Partner und wertvoller Verbündeter in den kommenden Jahrzehnten sei“. Es gebe „Winde des Wandels“, die den argentinischen Anspruch unterstützten.
Nach der militärischen Besetzung der Inseln durch Argentinien im Jahr 1982 entsandte Großbritannien ein Expeditionskorps zur Rückeroberung. Der Krieg dauerte 74 Tage; er kostete 255 britischen und 649 argentinischen Soldaten das Leben. Damals bat die britische Premierministerin Margaret Thatcher den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan um Beistand, der jedoch nicht in den Konflikt eingriff.
Für Milei ist die neue Härte auch innenpolitisch bemerkenswert. Seit seinem Amtsantritt hatte der argentinische Präsident einen pragmatischen Kurz gegenüber London eingeschlagen und mit seiner offen geäußerten Bewunderung für Thatcher in Argentinien für Empörung gesorgt. Nun bedient auch er einen der stärksten nationalen Konsense des Landes. Der Anspruch auf die Malwinen ist in der argentinischen Verfassung verankert und verbindet ansonsten tief verfeindete politische Lager.
Zuletzt zeigte sich im Juli, wie stark das Thema die Argentinier bewegt. Nach dem Sieg Argentiniens gegen England an der Fußballweltmeisterschaft präsentierten argentinische Nationalspieler auf dem Platz ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“. Milei unterstützte das demonstrativ, indem er die Aktion als legitimen Ausdruck eines Gefühls beschrieb, das alle Argentinier hätten. Gleichzeitig betonte er, die Inseln sollten auf diplomatischem Weg zurückgewonnen werden. Der Disput kommt Milei auch politisch gelegen. Seine Zustimmungswerte sind gesunken, in etwas mehr als einem Jahr stehen Präsidentenwahlen an.
Welche Sanktionen Argentinien gegen die Firmen ergreifen will, die an der Erschließung der Ölfelder innerhalb der 200-Meilen-Zone um die Inseln beteiligt sind, blieb am Freitag offen. Die britische Regierung gab an, es sei nicht das erste Mal, dass die argentinische Seite wirtschaftliche Drohungen gegen die Bewohner der Inseln richte. Großbritannien werde ihnen beistehen, solange die Bevölkerung den Status eines britischen Überseegebietes aufrechterhalten wolle. In einer Volksabstimmung im Jahr 2013 hatten 99,8 Prozent der rund 3000 Einwohner für den Verbleib gestimmt.

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