Marokkanische Sicherheitskräfte gehen gegen Migranten vor und verstärken Grenzsicherungen nach Online-Falschmeldungen.
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Zwei Wochen zuvor hatten rund 72.000 Menschen Ceuta erreicht. Online wurden Gerüchte über eine erneute Grenzöffnung verbreitet.
Zwei Wochen nach dem Massenandrang von Migranten in die spanische Exklave Ceuta sind im Norden Marokkos fast 300 Migranten festgenommen worden. 294 Menschen, die meisten von ihnen Bürger aus Ländern südlich der Sahara, seien am Samstag nahe der Grenze zu Ceuta von marokkanischen Sicherheitskräften abgefangen worden, berichtete das Nachrichtenportal „Le360".
Ein Behördenvertreter sprach von einer „Routinemaßnahme zur Verhinderung von Versuchen der irregulären Migration" in Richtung Ceuta. Die Migranten wurden auf einem bewaldeten Hügel oberhalb der Stadt Fnideq aufgegriffen. Marokkanische Sicherheitskräfte waren Augenzeugen zufolge rund um die Exklaven Ceuta und Melilla massiv präsent und verhinderten mögliche Grenzübertritte bereits im Vorfeld.
Die spanische Nachrichtenagentur EFE meldete, die marokkanische Polizei habe Tränengas eingesetzt, um Gruppen von Migranten in den Hügeln rund drei Kilometer vor der Grenze zu zerstreuen. Zudem wies das marokkanische Innenministerium EFE und dem spanischen Staatssender TVE zufolge deren Journalisten an, die Grenzstadt Fnideq umgehend zu verlassen.
Die marokkanischen Behörden hatten am Mittwoch angesichts von Falschmeldungen im Internet Maßnahmen angekündigt, um zu verhindern, dass erneut größere Gruppen von Migranten versuchen, nach Ceuta zu gelangen. In Fnideq wurden laut RTVE zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht errichtet. Patrouillenboote überwachen die Küste, Wasserwerfer standen an der Grenze bereit. Zudem wurden auf den Zufahrtsstraßen zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet.
Auch Spanien hatte die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Befürchtungen erhöht. In Ceuta sind inzwischen 880 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz – 270 mehr als noch Ende Juli. Unterstützt werden sie von rund 2000 Soldaten und etwa 700 Beamten der Guardia Civil.
In den online verbreiteten Beiträgen wurde das Gerücht verbreitet, dass die Grenze nach Ceuta am Samstag geöffnet werde. Laut den Portalen „Le360" und „Hespress" wurden in den vergangenen Tagen in Marokko mehr als 60 Menschen festgenommen hätten, denen vorgeworfen wird, in Onlinenetzwerken „zur irregulären Migration anzustiften oder diese zu fördern".
Innerhalb Ceutas blieb die Lage am Samstag dagegen weitgehend ruhig. „Im Stadtzentrum ist sogar so etwas wie heile Welt, man bekommt von alledem nichts mit. Man sieht nur gelegentlich Polizei und Militär, die patrouillieren", berichtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur. Nur in den Außenbezirken sehe man Gruppen junger Migranten. Von einer weitgehend entspannten Lage berichteten auch der staatliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien aus der Exklave.
Vor rund zwei Wochen hatten nach Angaben der spanischen Behörden etwa 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene Exklave Ceuta auf dem Landweg oder schwimmend erreicht. Der Großteil von ihnen wurde in das nordafrikanische Land zurückgebracht. Während des Ansturms der Migranten kamen nach offiziellen Angaben 91 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsgruppe AMDH geht hingegen von mindestens 141 Toten aus.

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