Finanzen: Frauen fühlen sich Umfrage zufolge finanziell unsicherer
Laut einer Finanztip-Umfrage blicken Frauen anders auf ihre finanzielle Zukunft. Ihnen fehlt oft der Spielraum zum Sparen.
Quick Look
- Laut einer repräsentativen Umfrage sorgen sich Frauen deutlich häufiger um ihre Altersvorsorge als Männer.
- Knapp 45 Prozent nennen fehlendes Geld als Hürde, und jede vierte Frau hat kaum oder gar nichts zum Sparen übrig.
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Why It Matters
Eine repräsentative Onlineumfrage von Innofact im Auftrag von Finanztip untersuchte die finanzielle Situation von Frauen und Männern in Deutschland.
Mehr Sorgen, weniger Spielraum: Beim Geld gehen die Geschlechter auseinander. Laut einer Umfrage blicken Frauen anders auf ihre finanzielle Zukunft als Männer.
Berlin. Frauen fühlen sich einer Umfrage zufolge bei ihrer finanziellen Absicherung im Alter häufiger unsicher als Männer. 47 Prozent der Frauen machen sich große oder sehr große Sorgen um ihre Altersvorsorge. Bei den Männern sind es 35 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Onlineumfrage im Auftrag des unabhängigen Geldratgebers Finanztip hervor.
Doch nicht nur die Sorge um die Zukunft ist groß, vielen Frauen fehlt auch der finanzielle Spielraum, um mehr vorzusorgen. Knapp 45 Prozent nennen fehlendes Geld als größte Hürde. Gut jede vierte Frau (26 Prozent) hat nach den regelmäßigen Ausgaben monatlich weniger als 50 Euro oder gar nichts zum Sparen, Anlegen oder Zurücklegen übrig.
Bei den Männern geben 36 Prozent an, wegen eines zu geringen finanziellen Spielraums derzeit nicht mehr für ihre Zukunft tun zu können. 17 Prozent haben monatlich weniger als 50 Euro oder gar nichts zum Sparen übrig.
Steigende Lebenshaltungskosten
Als wichtigste Faktoren für ihre finanzielle Situation nennen Frauen steigende Lebenshaltungskosten (51 Prozent), ein zu geringes Einkommen (36 Prozent) sowie Schulden und Kredite (22 Prozent). Auch die Arbeitszeit wirkt sich aus: 15 Prozent der Frauen sehen Teilzeit oder eine reduzierte Arbeitszeit als Einflussfaktor. Bei den Männern sind es 7 Prozent.
Besonders groß ist die Unsicherheit bei jungen Frauen: Nur 37 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fühlen sich sicher, wenn es um die persönlichen Finanzen geht – bei den gleichaltrigen Männern sind es 55 Prozent.
Mehr Orientierung für Frauen
Was Frauen beim nächsten Schritt für ihre finanzielle Zukunft helfen würde, ist vor allem mehr finanzieller Spielraum. Das geben 37 Prozent an. Jede Fünfte wünscht sich verständliche Erklärungen (20 Prozent), 17 Prozent einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
„Frauen brauchen keine anderen Finanzprodukte. Aber sie wünschen sich eine verständliche Orientierung, die ihre eigene Lebenssituation berücksichtigt – etwa Elternzeit, Teilzeit oder die eigene Altersvorsorge“, sagt die Geschäftsführerin von Finanztip, Mirjam Mohr.
Für die repräsentative Umfrage hat das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Finanztip im Zeitraum vom 16. bis 31. Juli 2026 insgesamt 3.049 Menschen im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt, darunter 2.000 Frauen und 1.049 Männer.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Politiker zur Schließung der Vorsorgelücke?
- Wie entwickelt sich die Teilzeitquote bei Frauen in den kommenden Jahren?





