Bund und Land Hessen ziehen sich Ende August 2027 bei der Fluggesellschaft Condor zurück und verkaufen restliche Anteile an Mehrheitseigner Attestor.
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Bund und Land Hessen waren nach der Thomas-Cook-Insolvenz und der Corona-Pandemie 2021 mit Staatshilfen bei Condor eingestiegen.
Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Condor ziehen sich der Bund und das Land Hessen zurück. Der britische Mehrheitseigner Attestor übernimmt Ende August 2027 die verbliebenen Anteile von 49 Prozent, die bisher über die SG Luftfahrtgesellschaft von Bund und Land Hessen gehalten werden. Attestor ziehe dafür eine Kaufoption, die bereits beim Einstieg des Finanzinvestors im Jahr 2021 vereinbart wurde, teilte Condor in Frankfurt mit. «Der Vollzug der Übernahme (Closing) ist zum Stichtag 31. August 2027 geplant.»
Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook und den Folgen der Corona-Pandemie waren der Bund und das Land Hessen inmitten der Krise eingesprungen. Die Staatshilfen hat Condor im Frühjahr 2026 vorzeitig zurückgezahlt. Dabei handelte es sich um einen Kredit der Förderbank KfW in Höhe von 175 Millionen Euro. Nun ordnet Condor die Gesellschafterstruktur neu. Weitere Angaben, etwa zu finanziellen Details, wurden nicht gemacht.
Condor baut Geschäft um - aber Lage schwierig
Die Airline hatte in den vergangenen Jahren ihr Geschäft kräftig umgebaut. Sie hat ihre Langstreckenflotte erneuert, baut ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte aus und entwickelt ihr Städteflugnetz als Zubringer für das Drehkreuz Frankfurt weiter. Eigene Zubringer sind für Condor wichtig, da Lufthansa den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat. Zudem zog Condor zurück an den Frankfurter Flughafen, nachdem die Airline ihren Firmensitz aus Kostengründen in den Vorort Neu-Isenburg verlegt hatte.
Attestor übernimmt die übrigen Condor-Anteile allerdings in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 (30. September) stieg der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwar um ein Viertel auf 151 Millionen Euro, wie Condor im April mitgeteilt hatte. Auch kletterte die Zahl der Passagiere um 13 Prozent auf gut 9,6 Millionen Menschen.
Unterm Strich wuchs aber der Verlust um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Grund waren interne Darlehenszinsen gegenüber Attestor und hohe Leasing-Bewertungen der meist noch sehr jungen Flugzeuge.
Auch belasten gestiegene Spritpreise infolge des Iran-Kriegs die Airline-Branche. Flugpassagiere müssten sich auf weiter steigende Ticketpreise einrichten, hatte Condor-Chef Peter Gerber Ende August bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt gesagt, auch mit Blick auf die Lage am Persischen Golf.
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Vollzug der Übernahme durch Attestor zum Stichtag
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The federal government and the state of Hesse are withdrawing completely from the Condor airline. The British majority shareholder Attestor will take over the remaining 49 percent shares in August 2027 by exercising a purchase option.

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