Fregatten-Streit: Niederländische Werft Damen fordert 4,7 Milliarden Euro von Deutschland
Im Streit um das gestoppte Fregatten-Projekt F126 fordert Damen Milliarden von der Bundesrepublik und wirft der Regierung eine politisch motivierte Entscheidung vor.
Quick Look
- Die niederländische Werft Damen fordert rund 4,7 Milliarden Euro von der Bundesrepublik Deutschland für das gestoppte Fregatten-Projekt F126.
- Sie wirft der Regierung Vertragsbruch und eine politisch motivierte Kündigung vor.
AI-generated summary
Why It Matters
Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte das Fregatten-Projekt F126 im Juni 2026 wegen Kostenexplosion und Verzögerungen abgebrochen.
Im Streit über das gestoppte Fregatten-Projekt F126 fordert die niederländische Werft Damen von der Bundesrepublik Deutschland rund 4,7 Milliarden Euro. Dies geht aus einem Schreiben der Anwaltskanzlei Gauweiler an den Haushalts- und den Verteidigungsausschuss des Bundestages hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
Bei der Summe handele es sich um vertraglich vereinbarte Zahlungs- und Freistellungsansprüche wegen des Vertragsbruchs durch den Bund. Zusätzliche Schadensersatzforderungen würden derzeit geprüft, heißt es in dem Schreiben weiter.
Werft: Entscheidung "allein politisch motiviert"
Die Werft wirft der Bundesregierung vor, für die Projektverzögerungen selbst verantwortlich zu sein. Der Bund habe noch im Juni 2024 in Kenntnis der Verzögerungen die vertragliche Option auf zwei weitere Fregatten ausgeübt. Die plötzliche Kündigung des Projekts sei daher eine "Überraschungsentscheidung" und allein politisch motiviert.
Pistorius hatte im Juni 2026 das Projekt abgebrochen und dies mit einer Kostenexplosion auf fast 18 Milliarden Euro sowie massiven Verzögerungen begründet. Pistorius hatte den Vorwurf eines Rechtsbruchs beim Ende des milliardenteuren Fregattenprojekts bereits scharf zurückgewiesen. Das Verteidigungsministerium habe "sehr sorgfältig überlegt, warum wir das tun und dass wir es tun müssen, um weiteren Schaden für den Steuerzahler abwenden zu können", sagte Pistoruis damals.
Das Projekt hat den Bund dem Minister zufolge bereits rund 2,3 Milliarden Euro gekostet. Die Bundesregierung plant nun stattdessen den Kauf von acht Fregatten des Typs MEKO A-200 von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Rechtliche Auseinandersetzung zwischen der Werft Damen und der Bundesrepublik Deutschland über die Forderungen.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wie reagiert das Verteidigungsministerium offiziell auf die konkrete Milliardenforderung?
- Werden die zusätzlichen Schadensersatzforderungen offiziell geltend gemacht?



