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Gamescom 2026: Deutsche Games-Branche wächst, aber bleibt im internationalen Wettbewerb hinter USA und Asien zurück
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Tagesschau Wirtschaft3 hours agoBusiness2 min readGermanyView translation

Gamescom 2026: Deutsche Games-Branche wächst, aber bleibt im internationalen Wettbewerb hinter USA und Asien zurück

Quick Look

  • Auf der Gamescom 2026 in Köln zeigten über 1.700 Aussteller aus aller Welt die Stärke der globalen Games-Industrie.
  • Trotz wachsender Unternehmen und Beschäftigungszahlen in Deutschland sichern deutsche Spiele nur fünf Prozent des Inlandsmarktes, während US- und asiatische Titel dominieren.
  • Branchenvertreter fordern steuerliche Förderung, um international wettbewerbsfähig zu werden.

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Why It Matters

Die Gamescom ist die weltweit größte Messe für Computerspiele und findet jährlich in Köln statt. Die deutsche Games-Branche profitiert von staatlichen Fördermitteln, bleibt aber im globalen Wettbewerb hinter den USA und asiatischen Märkten zurück.

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Bereits wenige Minuten nach der Eröffnung drängten sich Hunderte Gaming-Fans in den Kölner Messehallen, um an den Ständen der heiß erwarteten Neuerscheinungen anzustehen. Auf der Messe Gamescom haben in diesem Jahr über 1.700 Aussteller für einen historischen Rekord gesorgt. 70 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland an. Die Computer- und Videospielbranche ist längst ein globales Milliardengeschäft mit gigantischem Wachstumspotenzial.

Als Schnittstelle für technische Innovationen treibt sie Entwicklungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität und Grafikleistung voran, die weit über die Unterhaltungsbranche hinausreichen. Doch der Markt wird weiterhin von der internationalen Konkurrenz dominiert. Während Schwergewichte wie die USA mit riesigen Tech-Konzernen den Takt vorgeben, kommen die meisten globalen Hits nach wie vor aus Nordamerika oder aus Asien, wie zum Beispiel Japan.

Fördergeld und finanzielle Hürden

Dass sich die Situation aber auch für die deutsche Games-Branche in den vergangenen Jahren schrittweise verbessert hat, liegt auch an den Fördermitteln des Bundes. Diese sollen nun weiter aufgestockt werden, auf jeweils 120 anstatt zuvor 80 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre.

Dennoch bleibt der Zugang zu diesen Töpfen nicht ohne Hürden, wie man beim Entwicklerstudio HeadUp aus Düren bei Aachen weiß. Geschäftsführer Dieter Schoeller verweist auf das zentrale Problem des Eigenkapitals: "Man muss eben einen gewissen Obolus mitbringen, um die Förderung abzurufen. Wenn man das kann, dann sind die Fördertöpfe toll."

Und sie seien auch gefüllt und würden seiner Meinung nach auch gut verwendet. "Es gibt tolle Produkte aus den Förderungen. Aber die jungen Studios leiden daran, dass sie keine klassischen Kredite bei den Banken kriegen." Denn Investitionen in die Gamesbranche gelten hier und da immer noch als Risiko.

Um wie viele Jobs es geht

Trotz dieser Hürden hat sich die Branche auf der Gamescom zuversichtlich gezeigt. Die Anzahl der aktiven Games-Unternehmen in Deutschland ist laut Game Verband zuletzt um vier Prozent auf ein Rekordhoch von 956 Betrieben geklettert. Die Branche sorgt für Arbeitsplätze - aktuell geht es um 12.235 Beschäftigte im Kernarbeitsmarkt (ein leichtes Minus) sowie über 30.000 Jobs im gesamten, erweiterten Umfeld.

Die Bedeutung der Branche unterstrich auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), der die Gamescom zusammen mit Bundesforschungsministerin Bär (CSU) eröffnet hatte: "Wir profitieren davon in Deutschland, es entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft hier, bei Digitalisierung, bei Entwicklung, auch bei KI, das ist schon mein Anspruch, dass wir da in Europa vorankommen."

Um international jedoch langfristig auf Augenhöhe mit Märkten wie den USA zu agieren, fordert der Branchenverband Game weitere Schritte. Geschäftsführer Felix Falk betont: "Wir wollen als Produktionsstandort noch stärker mitspielen, dafür hat die Bundesregierung schon einiges getan mit der Gamesförderung. Aber jetzt brauchen wir auch ein vergleichbares internationales Niveau und dafür braucht es die steuerliche Förderung." Solche steuerlichen Anreize gehören in vielen ausländischen Konkurrenzstaaten bereits zum Standard.

Stabilität statt Weltmarktführerschaft

Wo die deutsche Games-Industrie im internationalen Vergleich aktuell steht, analysiert Jörg Müller-Lietzkow, Wirtschaftswissenschaftler an der HafenCity Universität Hamburg. Er sieht eine zwiespältige Entwicklung: "Die deutsche Gamesindustrie ist auf der einen Seite immer sehr stabil gewesen, sie ist nicht stark geschrumpft in den letzten zehn Jahren. Auf der anderen Seite hat man es leider nicht geschafft, im Vergleich mit dem zunehmenden Weltmarkt insbesondere im Mobile Gaming Schritt zu halten, als dass wir heutzutage sagen, es kommen Weltmarktführer aus Deutschland."

Die Zahlen zum Marktvolumen unterstreichen diesen Befund eindrücklich. Zwar wurden im ersten Halbjahr 2026 noch immer beachtliche 4,2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet (ein Minus von drei Prozent), doch deutsche Spiele-Produktionen sichern sich im Inland nur geringe fünf Prozent Marktanteil - während US-Blockbuster regelmäßig die Verkaufscharts anführen.

Dabei zockt inzwischen rund jeder Zweite in Deutschland und die Nachfrage ist riesig. Nun muss nur noch der Standort Deutschland nachziehen. Die Gamescom-Messe hat somit ein klares Bild gezeigt: Das Potenzial und die Leidenschaft des Publikums sind ungebrochen, doch um aus einem stabilen Nischenstandort echte globale Branchengrößen hervorzubringen, bleibt die Finanzierung der entscheidende Spielmacher.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Bundesregierung wird die Gamesförderung auf 120 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre aufstocken.

    Very likely · Within months

  • Der Branchenverband Game wird weiterhin für steuerliche Förderung eintreten, um international wettbewerbsfähig zu werden.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie hoch wird die geplante Erhöhung der Gamesförderung auf 120 Millionen Euro konkret wirken?
  • Welche spezifischen steuerlichen Anreize fordert der Branchenverband Game?
  • Wie wird sich der Marktanteil deutscher Spiele langfristig entwickeln?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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