Gamescom in Köln endet mit Besucherrekord, doch Branche fordert steuerliche Förderung
Die größte Videospielmesse der Welt verzeichnete volle Hallen, während die Politik bei der geforderten steuerlichen Unterstützung der Branche zögerte.
Quick Look
- Die Gamescom in Köln endete mit einer ausgebuchten Messefläche und hohem Besucherandrang.
- Trotz des Erfolgs kritisierte der Branchenverband Game die fehlende steuerliche Förderung durch die Politik, während sich die Industrie zunehmend auf Direktvertrieb konzentriert.
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Why It Matters
Die Gamescom ist die weltweit größte Messe für Video- und Computerspiele. Die Branche fordert seit Jahren eine steuerliche Förderung nach internationalem Vorbild.
Mit dem besucherstarken Wochenende ist die größte Messe für Video- und Computerspiele, Gamescom, am Sonntag in Köln zu Ende gegangen. Von „einem der erfolgreichsten Gamescom-Jahre“ schwärmte der Geschäftsführer des Branchenverbands Game, Felix Falk. Die anwesenden Spitzenpolitiker aber enttäuschten die Branche, die wirtschaftlich unter Druck steht: Der Chipmangel treibt die Hardwarepreise und in den Reihen der Entwicklerstudios gab es Entlassungswellen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte die von der Branche geforderte steuerliche Förderung nicht in der Tasche, als er am Mittwoch die Gamescom eröffnete. Zwar stellt der Bund in diesem Jahr mit 125 Millionen Euro so viel Fördergeld wie nie für Gaming zur Verfügung. Doch die Gelder sind projektbezogen und es dauert, bis sie abgerufen werden. Falk fordert demgegenüber seit Jahren eine steuerliche Förderung, wie es sie beispielsweise in Frankreich und Kanada gibt. Diese verspricht – anders als in jedem Jahr unterschiedlich hohe Fördergelder – mehr Planungssicherheit für große Studios, um Standorte in Deutschland zu eröffnen. „Die ganz großen Blockbuster-Produktionen gibt es bisher nicht in Deutschland“, sagte Falk vor Kurzem der F.A.Z.
Viele große Studios waren dennoch auf der Gamescom vertreten. Das polnische Entwicklerstudio CD Projekt Red war erstmals seit der Corona-Pause wieder dabei und stellte eine Erweiterung der Spielereihe „The Witcher“ vor. Microsoft mit seiner Spielekonsole Xbox hatte 25 Neuerscheinungen im Gepäck, darunter Nachfolger von „Call of Duty“ und „Minecraft Dungeons“. Die Xbox feierte auf der Messe ihr 25-jähriges Bestehen.
Nicht vertreten war Rockstar Games, der Verleger von „Grand Theft Auto“, auf dessen Nachfolgespiel „GTA 6“ Fans seit Jahren warten. Im November soll das neue Spiel auf den Markt kommen. Als Kontrapunkt zur Gamescom zeigte Rockstar einen ausführlichen Trailer: 27 Minuten Spielmaterial erschienen am Abend des ersten Besuchertags der Messe auf Netflix und Youtube und sorgten für ein weiteres Gesprächsthema auf der Messe.
In den Hallen der Koelnmesse standen nicht nur zahlreiche Gaming-Computer und -Konsolen, auch das Mobile-Gaming auf Smartphones war präsent. Google Play zeigte das Spiel „Fruit Ninja“, in dem die Spieler auf Smartphones und Tablets Früchte mit einem japanischen Schwert (Katana) zerteilen müssen. Samsung stellte faltbare Smartphones aus, auf denen Autorennspiele liefen. Das Smartphone ist als Spielgerät der Deutschen etwas beliebter als Spielekonsolen. Das zeigt eine zur Messe veröffentlichte Umfrage des Digitalverbands Bitkom.
Smartphone-Spiele stehen exemplarisch für einen Wandel in der Branche: Der Direktvertrieb zwischen den Spieleverlagen (Publisher) und Kunden, „Direct-to-Customer“ oder abgekürzt „D2C“ genannt, wird immer wichtiger. Das zeigt sich gemäß der Unternehmensberatung Bain & Company besonders am Handy. Mobile-Publisher verkaufen immer häufiger direkt an Kunden statt über Plattformen wie App-Stores. Die Unternehmen hinter drei Vierteln der global umsatzstärksten Handyspiele betreiben eigene Internetshops.
So stellte der Playstation-Hersteller Sony weiterhin nicht auf der Gamescom aus. Zuletzt war Sony in Köln 2019 vertreten gewesen. Das japanische Unternehmen konzentriert sich auf den Direktvertrieb.
Die 233.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche war erstmals ausgebucht. Der Samstag als besucherstärkster Tag war schon Wochen im Voraus ausverkauft. Im nächsten Jahr findet das Ereignis samt der vorausgehenden Entwicklermesse Gamescom Dev vom 23. August bis 29. August in den Kölner Messehallen statt.
What to Watch
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Nächste Gamescom findet vom 23. bis 29. August statt.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wann wird eine steuerliche Förderung für die Branche realisiert?
- Wie entwickeln sich die Hardwarepreise weiter?





