Bei nächtlichen Drohnen- und Raketenangriffen in Russland und der Ukraine sterben mindestens 19 Menschen. Die EU plant derweil eine deutliche Ausweitung der Russland-Sanktionen.
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Russland führt seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Beide Seiten greifen regelmäßig Infrastruktur und Grenzregionen an.
Russische oder ukrainische Angaben zu Details einzelner Angriffe und zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
Russland hat eigenen Angaben zufolge zwei weitere Ortschaften in der Ukraine eingenommen. Es handele sich um Nowosoloschyne in der südöstlichen Region Saporischschja und um Andrijiwska Hromada in der Region Donezk, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Nach ukrainischen Angaben sind bei einem russischen Angriff auf ein ziviles Schiff in der südukrainischen Region Odessa vier Besatzungsglieder verletzt worden. Das Schiff fahre unter der Flagge von Togo, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Drei der Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden.
Der Angriff habe Brände ausgelöst, die inzwischen aber gelöscht seien. Angaben zum genauen Ort und dem eingesetzten Waffentyp machte Kiper nicht. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Ziele in der Region.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Astrachan ist Behördenangaben zufolge eine Frau getötet worden. Der Angriff traf eine Industrieanlage, wie der örtliche Gouverneur mitteilte. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Im Westen der Region Saporischschja haben russische Soldaten die Siedlungen Olenokostjantyniwka und Selene besetzt, die nordwestlich der Stadt Huljaipole liegen. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht. Der Vorstoß ermöglichte laut ISW eine versuchte russische Offensive mit gepanzerten Fahrzeugen südlich des Dorfes Wosdwyschiwka.
Ukrainische Kräfte rückten auch östlich der Stadt Slowjansk in der Region Donezk bis zur Siedlung Oserne hin. Zugleich meldeten Behörde vor Ort eine Intensivierung russischer Angriffe mit Gleitbomben auf Städte des sogenannten ukrainischen Festungsgürtels, unter anderem Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka.
Russland hat nach ukrainischen Angaben den Hafen im Bezirk Ismajil in der Region Odessa angegriffen. Dabei seien Brände entstanden, die inzwischen gelöscht wurden, teilten die Behörden auf Telegram mit.
Ismajil befindet sich nahe der rumänischen Grenze. Dort liegt der größte ukrainische Hafen an der Donau.
Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die Grenzregion Belgorod sind nach russischen Behördenangaben sechs Menschen getötet worden. Vier weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein 14-jähriges Kind. Das teilte der kommissarische Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, mit.
Die Europäische Union will ihre Sanktion gegen Russland in den kommenden Monaten deutlich verschärfen. Das sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas der Zeitung Welt. Die Sanktionen hätten Russland bereits mehr als eine Billion Euro gekostet, sagte Kallas. Das für Herbst geplante Sanktionspaket sei das weitreichendste seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Druck auf Russland müsse verstärkt werden, bis das Land den Krieg beende, sagte Kallas.
Bei gegenseitigen nächtlichen Drohnen- und Raketenangriffen sind in Russland und der Ukraine insgesamt mindestens 19 Menschen getötet worden.
In der südrussischen Region Rostow töteten ukrainische Drohnen nach Angaben von Gouverneur Juri Sljussar fünf Menschen in einem Wohngebiet. Drei weitere Menschen starben nach Behördenangaben in den Regionen Belgorod, Kursk und Moskau. Zudem wurden demnach in russisch besetzten Gebieten der Ukraine drei Menschen getötet.
Ukrainischen Behörden zufolge töteten russische Raketen zwei Menschen in der Region Saporischschja und einen Menschen in der Grenzregion Sumy. In der Region um die Hauptstadt Kyjiw sowie in Odessa im Süden und Dnipropetrowsk weiter im Osten des Landes wurden bei russischen Angriffen etliche Menschen verletzt.
Die russische Armee griff ukrainischen Angaben zufolge zudem mit Drohnen und Raketen ein Stahlwerk in Krywyj Rih an. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Das Werk musste die Produktion teilweise einstellen. Es gehört zu den größten Stahlwerken in der Ukraine und beliefert die Rüstungsindustrie.
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff in der russischen Region Rostow angegriffen. »Das Unternehmen stellt Feststoffraketentreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie für eine Reihe von Raketensystemen und luftgestützten Waffensystemen her«, teilte das ukrainische Militär auf Telegram mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine.
Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Demnach gab es in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih nach einem Angriff mit ballistischen Raketen zwei Tote und 14 Verletzte, wie Selenskyj bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden. In der Hauptstadt Kyjiw und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden.
Die Raketen trafen in der Hauptstadt auch einen Büchermarkt. »Überall, wo die Russen mit ihren Raketen hinreichen, greifen sie die zivile Infrastruktur an«, teilte der Präsident mit. Die durch die Angriffe ausgelösten Brände konnten zügig gelöscht werden. »Die Rettungsdienste sind an den Orten der morgendlichen und nächtlichen russischen Angriffe im Einsatz«, sagte Selenskyj. Er warnte zudem vor einer weiteren Angriffswelle.
Die Ukraine hat die Region rund um die russische Hauptstadt Moskau nach Angaben des Bürgermeisters Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Die Luftabwehr zerstörte 201 von diesen, schrieb er auf Telegram. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, sprach von einem der größten Angriffe der letzten Zeit.
Dabei sei ein Mann getötet worden, als eine Drohne auf sein Grundstück gefallen sei. Zudem habe es im Gebiet Moskau auch mehrere Verletzte gegeben. Im Gebiet Rostow am Don im Süden Russlands starben bei einem ukrainischen Drohnenangriff laut Behörden mindestens drei Menschen. In der Stadt Podolsk rund 40 Kilometer von Moskau seien drei Menschen verletzt worden. Zudem sei ein Feuer in einem Lager des größten russischen Online-Versandhandels Wildberries ausgebrochen, teilte Worobjow bei Telegram mit. In der Stadt Domodedowo sei zudem ein Lager mit Medikamenten in Brand geraten. Dort seien auch mehrere Wohnhäuser beschädigt worden. Auch in anderen Ortschaften gebe es Schäden an ziviler Infrastruktur, darunter auch eine Schule.
Nach Angabe der Ukraine hat Russland hingegen Kyjiw in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen, Gleitbomben und Drohnen angegriffen. Ziele waren unter anderem die Hauptstadt sowie die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih.
Ein spanischer F-18-Kampfjet hat im Rahmen einer Nato-Mission eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Das Nato-Mitglied grenzt an die Ukraine. Die Drohne habe den nationalen Luftraum illegal verletzt, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Es sei bereits die vierte in diesem Jahr abgeschossene Drohne. Zur Herkunft machte das Ministerium keine Angaben. Die Radare hätten die Drohne geortet, als sie aus dem benachbarten Moldau in den rumänischen Luftraum eindringt.
In den vergangenen vier Jahren wurde der rumänische Luftraum wiederholt von russischen Drohnen verletzt. Im Juli schossen rumänische F-16-Kampfjets erstmals drei russische Drohnen ab. In diesem Jahr war zudem eine russische Drohne in einen Wohnblock in der Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine gestürzt und hatte zwei Menschen verletzt. Rumänien hat eine 600 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine.
In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind in der Nacht mehrere Explosionen zu hören gewesen. Das berichtete eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte im Onlinedienst Telegram mit, die Stadt werde mit »ballistischen Raketen« angegriffen. Er forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen. Durch die Angriffe seien mehrere Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der Militärverwaltung der Stadt sei ein Mensch verletzt worden.
Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj das Raketen- und Raumfahrtzentrum Progress im russischen Samara angegriffen. Flamingo-Marschflugkörper haben die rund 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Raketenfabrik getroffen, teilte der ukrainische Präsident auf Telegram mit. Ukrainische Streitkräfte hätten außerdem den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge in der Region Nischni Nowgorod, beschossen.
Selenskyj zufolge ist das Ziel der Angriffe, den Druck auf Russland zur Beendigung des Krieges zu erhöhen. »Es ist wichtig, dass das russische Kriegspotenzial verringert wird«, schrieb der Präsident auf X.
Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj russische Ölinfrastruktur in Ust-Luga westlich von Sankt Petersburg angegriffen. Den Namen der Anlage nannte Selenskyj in der Erklärung auf Telegram nicht, sie sei aber beschädigt worden. Daneben habe die Ukraine ein russisches Raketen- und Raumfahrtzentrum in Samara und einen Militärflugplatz in Nischni Nowgorod beschossen, sagte Selenskyj.
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EU plant im Herbst Verschärfung der Russland-Sanktionen
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Bei russischen Drohnenangriffen auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih starben mindestens 16 Menschen, 130 wurden verletzt. Ein weiterer Angriff in der Region Mykolajiw forderte vier Todesopfer, darunter drei Kinder.

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein belebtes Einkaufszentrum in Krywyj Rih wurden mindestens 16 Menschen getötet und über 130 verletzt. Die Attacke erfolgte in zwei Wellen, wobei die zweite gezielt Rettungskräfte traf.

Russland intensiviert Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur, während Bundesaußenminister Wadephul Kiew besucht. Parallel dazu gibt es Berichte über Drohnenangriffe in Russland, Luftraumverletzungen in Finnland und ein mutmaßliches russisches Waffendepot bei Berlin.

Der Iran-Konflikt verschärft sich durch US-Wirtschaftssanktionen und militärische Blockaden. Während die USA ihre Präsenz in der Straße von Hormus verstärken, droht Teheran mit Widerstand. Parallel dazu eskaliert die Gewalt im Westjordanland.

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Während eines Solidaritätsbesuchs von Bundesaußenminister Johann Wadephul in Kiew griff Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen an. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt. Zeitgleich meldet die Ukraine weitere Angriffe.