Generationenwechsel: Drohender Substanzverlust durch fehlende Unternehmensnachfolgen
Tausende Betriebe, Praxen und Kanzleien stehen vor dem Aus, da keine Nachfolger gefunden werden
Quick Look
- Tausende deutsche Unternehmen stehen vor einem Generationenwechsel.
- Da oft keine Nachfolger gefunden werden, droht ein massiver wirtschaftlicher Substanzverlust.
- Laut ZEW und KfW übersteigt die Zahl der geplanten Stilllegungen erstmals die der Nachfolgesuchen.
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Why It Matters
Der deutsche Mittelstand steht vor einer demografischen Herausforderung, da ein Großteil der Unternehmer das Rentenalter erreicht. Die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich zunehmend schwieriger.
Dabei warten für den Standort „unter der Wasserlinie“ ganz andere Bedrohungen: Viele Unternehmen, die sich durch Marktstärke am schwierig gewordenen Standort behaupten, finden niemanden, der das Ruder führen und das „Schiff“ übernehmen will: Tausende Büros, Betriebe, Praxen oder Kanzleien stehen vor einem Generationenwechsel. Finden sie keine Nachfolge, verschwindet nicht nur ein Betrieb, sondern es verschwinden Strukturen. So droht dem Standort Deutschland ein völlig unterschätzter und verdrängter massiver wirtschaftlicher Substanzverlust.
Von den im Jahr 2025 geschlossenen 187.744 Unternehmen beendeten laut ZEW und Creditreform 87 Prozent ihre wirtschaftliche Tätigkeit, ohne zahlungsunfähig zu sein. Die größte wirtschaftliche Gruppe waren dabei die Arztpraxen mit rund 5500 Schließungen.
Der Handlungsdruck wächst. 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer sind inzwischen mindestens 55 Jahre alt. Nach Berechnungen der KfW wollen bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 Unternehmen eine Nachfolge finden. Dem stehen erstmals sogar mehr Unternehmen gegenüber, die eine Stilllegung erwägen: rund 114.000 pro Jahr. Die häufigste Hürde ist dabei nicht mangelndes wirtschaftliches Potenzial. 69 Prozent der Unternehmen nennen die Suche nach geeigneten Nachfolgern als Problem.
Open Questions
- Welche politischen Maßnahmen könnten die Nachfolge erleichtern?
- Wie wirkt sich der Substanzverlust konkret auf die lokale Infrastruktur aus?






