Giftnotruf Nord verzeichnet steigende Beratungszahlen bei Drogen- und Medikamentenvergiftungen
Quick Look
- Die Beratungszahlen beim Giftinformationszentrum Nord stiegen 2025 um rund zehn Prozent auf 52.573 Fälle, wobei Medikamente und Chemikalien die häufigsten Ursachen waren.
- Besonders auffällig war ein Anstieg bei Cannabis-Beratungen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während 23 Fälle zu Todesfällen führten und 1.256 Beratungen Tiervergiftungen betrafen.
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Why It Matters
Das Giftinformationszentrum Nord ist an der Universität Göttingen angesiedelt und berät zu Vergiftungsfällen in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.
Drogen, Pilze, Medikamente: Der Bedarf an Informationen zu giftigen Dingen sowie Vergiftungen steigt im Norden weiter. Die Zahl der Beratungen durch den Giftnotruf ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, wie die Universität Göttingen kürzlich mitteilte, an der das Beratungszentrum angesiedelt ist. Auf Drogenvergiftungen lag demnach ein besonderes Augenmerk.
Die Zahl der Beratungen zu Vergiftungs- oder Verdachtsfällen beim Giftinformationszentrum Nord stieg den Angaben nach um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 52.573 - in den allermeisten Fällen handelte es sich um versehentliche Fälle, die sich überwiegend im häuslichen Umfeld abspielten. Ursächlich für die Vergiftung beziehungsweise den Verdacht waren meist Medikamente gefolgt von chemischen Produkten sowie Pflanzen und Nahrungs- und Genussmitteln.
«Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können», hieß es in der Mitteilung. Die größte Vergiftungsgefahr gehe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. In 23 Beratungsfällen wurde im Nachhinein ein Todesfall dokumentiert.
Anstieg bei Cannabis-Beratungen
In 1.324 Fällen ging es bei den Anrufen um Drogen. «Die meisten Anfragen bezogen sich auf Kokain, Amphetamine und ähnliche Drogen sowie auf Vergiftungen mit Cannabis und synthetischen Cannabinoiden», hieß es in der Mitteilung weiter. 2025 war das erste volle Kalenderjahr seit der Teillegalisierung von Cannabis. Konkret zum Cannabiskonsum stieg die Zahl der Beratungen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Giftnotruf berät medizinisches Personal ebenso wie Bürgerinnen und Bürger zu Vergiftungen sowie in akuten Notfällen. Die Einrichtung ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig. Auch um Tiervergiftungen kümmert sich der Giftnotruf. Darauf entfielen im Jahr 2025 genau 1.256 Beratungen.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um den Anstieg bei Cannabis-Beratungen zu bekämpfen?
- Wie unterscheiden sich die Beratungszahlen zwischen den einzelnen Bundesländern?
- Welche Präventionskampagnen laufen derzeit im Bereich häuslicher Vergiftungsgefahren?

